Museo Picasso Málaga: Kunst in einem Renaissance-Palast - Malaga
© Wikimedia Commons | CC-BY-SA
Ziel

Museo Picasso Málaga: Kunst in einem Renaissance-Palast

Malaga, Spain

Geschichte des Palacio de Buenavista

Das Museo Picasso Málaga residiert im Palacio de Buenavista in der Calle San Agustín. Wo heute Kunst hängt, befanden sich ursprünglich ein islamischer Getreidespeicher (alhóndiga) und die Überreste eines Palastes aus der Nasridenzeit. Zwischen 1530 und 1540 ließ Diego de Cazalla hier seinen aristokratischen Wohnsitz errichten. Cazalla war königlicher Schatzmeister und 1487 an der katholischen Eroberung Málagas beteiligt. Der 1939 zum Nationaldenkmal erklärte Palast wechselte über die Jahrhunderte mehrfach die adligen Besitzer, darunter die Grafen von Mollina und die Grafen von Buenavista.

Gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verlor das Gebäude seine Funktion als privater Wohnsitz. Stattdessen beherbergte es eine Schule, eine Möbelwerkstatt und während des Spanischen Bürgerkriegs 1938 ein Lazarett des Roten Kreuzes. 1946 pachtete der spanische Staat das Anwesen und eröffnete darin von 1961 bis 1997 das Museo de Bellas Artes, bevor die Umbauarbeiten begannen, um Picassos Werk hier eine feste Heimat zu geben.

Architektur und archäologische Funde

Der Palast ist ein Paradebeispiel andalusischer Renaissance-Baukunst. Er vereint platereske Steinmetzkunst, Mudéjar-Holzarbeiten und einen von Arkaden gesäumten Innenhof aus hellem Sandstein mit doppelstöckigen Renaissance-Kolonnaden. Über dem Komplex ragt ein Wachturm im Mudéjar-Stil mit Rundbögen empor, von dem aus einst Handels- und Kriegsschiffe bei der Einfahrt in den Hafen überwacht wurden.

Zwischen 1997 und 2003 restaurierten Richard Gluckman, Isabel Cámara und Rafael Martín Delgado den Hauptpalast und bezogen 18 angrenzende Gebäude in das Ensemble mit ein. Bei diesen Umbauten brachten Grabungen uralte Schichten direkt unter den Fundamenten ans Licht. Diese Relikte wurden in situ in einer unterirdischen Galerie unter dem Erdgeschoss konserviert und sind durch gläserne Bodenausschnitte sichtbar. Zu den freigelegten Schätzen zählen phönizische Wehrmauern aus dem 7. und 6. Jahrhundert v. Chr., römische Becken zur Fermentierung der Würzsoße Garum und maurische Mauern aus dem Mittelalter.

Picassos Vermächtnis und die Sammlung

Schon 1953 sprach Pablo Picasso mit dem Kulturbeauftragten Juan Temboury über einen Ausstellungsraum in seiner Geburtsstadt. Der Plan verlief damals im Sande, doch große Ausstellungen in Málaga Anfang der 1990er-Jahre gaben der Idee neuen Auftrieb. Vor allem Picassos Schwiegertochter Christine Ruiz-Picasso und sein Enkel Bernard Ruiz-Picasso trieben das Museumsprojekt voran und stifteten unverzichtbare Nachlässe sowie Leihgaben für den Grundstock.

Am 27. Oktober 2003 eröffneten König Juan Carlos I. und Königin Sofía von Spanien das Museum feierlich. Anders als Sammlungen, die über Ankäufe auf dem Kunstmarkt entstanden sind, besteht ein beachtlicher Teil der Bestände in Málaga aus persönlichen Geschenken Picassos an seine Familie. Genau diese Herkunft sorgt für eine bemerkenswerte Dichte an spontanen Skizzen, intimen Porträts und privaten Keramiken. Die Dauerausstellung wechselt regelmäßig zwischen chronologischen und thematischen Hängungen und zeigt Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen sowie Druckgrafiken, ergänzt durch Wechselausstellungen, ein Auditorium, eine Bibliothek und ein Bildungszentrum.

FAQ

Wann wurde das Museo Picasso Málaga offiziell eröffnet?

Das Museum wurde am 27. Oktober 2003 durch König Juan Carlos I. und Königin Sofía von Spanien feierlich eröffnet.

Welche archäologischen Ruinen sind unter dem Museum zu sehen?

Unter den Palastfundamenten zeigt eine unterirdische Galerie direkt vor Ort phönizische Wehrmauern aus dem 7. bis 6. Jahrhundert v. Chr., römische Becken zur Herstellung der Fischsoße Garum sowie maurische Mauern.

Was macht die ständige Kunstsammlung des Museums so besonders?

Ein bedeutender Teil der Sammlung besteht aus persönlichen Geschenken, die Pablo Picasso seiner Frau und seinen Kindern machte, darunter intime Familienporträts, Skizzen und Keramiken aus dem privaten Umfeld.

Wofür wurde der Palacio de Buenavista genutzt, bevor er zum Picasso-Museum wurde?

Nach seiner Zeit als Adelssitz diente das Gebäude als Bildungseinrichtung, Möbelwerkstatt, 1938 als Lazarett des Roten Kreuzes und von 1961 bis 1997 schließlich als Museo de Bellas Artes.

More places in Malaga