
Igrexa de San Paio de Antealtares: Ein kapitel der geschichte santiagos
Die Igrexa de San Paio de Antealtares ist ein bedeutendes Wahrzeichen auf dem Platz A Quintana in Santiago de Compostela. Ihre imposante Barockfassade lässt eine lange Geschichte erahnen, die eng mit dem heiligsten Ort der Stadt verwoben ist. Ursprünglich zum Schutz des Grabes des Heiligen Jakobus gegründet, hat sich das Kloster im Laufe der Jahrhunderte zu der aktiven religiösen und kulturellen Institution entwickelt, die es heute ist.
Die Hüter des Apostels
Das Kloster San Paio de Antealtares wurde um 814 n. Chr. von König Alfons II. gegründet. Sein Name, der „vor dem Altar“ bedeutet, spiegelt seinen ursprünglichen Zweck wider: Zwölf Benediktinermönche wurden damit beauftragt, das neu entdeckte Grab des Apostels Jakobus zu bewachen und Gottesdienste abzuhalten. Das Kloster musste schwere Prüfungen überstehen, darunter die Zerstörung während des Feldzugs von Almansor im Jahr 997, die einen vollständigen Wiederaufbau erforderlich machte.
Im Jahr 1499 kam es zu einem tiefgreifenden Wandel. Nach einer Zeit des Niedergangs für die Mönche wurde das Kloster reformiert und zu einem Benediktinerinnenkloster für Klausurnonnen. Im 17. und 18. Jahrhundert gewann es an Bedeutung und zog Frauen aus Adelsfamilien an, deren Spenden zu seinem Ansehen und seiner architektonischen Pracht beitrugen.
Barocke Architektur und der Platz A Quintana
Der heutige Bau ist ein Meisterwerk der Barockarchitektur, das größtenteils zwischen 1599 und 1744 errichtet wurde. Berühmte Architekten wie Fernando de Casas y Novoa und Lucas Ferro Caaveiro wirkten an seinem Entwurf mit. Die Kirche selbst wurde zwischen 1703 und 1707 von Bruder Gabriel de las Casas entworfen.
Das Kloster blickt auf den Platz A Quintana, einen Ort, der um 1611 auf einem ehemaligen mittelalterlichen Friedhof angelegt wurde. Der Platz ist bekanntermaßen in zwei Ebenen unterteilt: die obere „Quintana de Vivos“ (Quintana der Lebenden) und die untere „Quintana de Mortos“ (Quintana der Toten), ein direkter Hinweis auf seine frühere Nutzung als Begräbnisstätte.
Das Kloster heute
San Paio de Antealtares ist nach wie vor ein aktives Benediktinerinnenkloster, in dem eine Gemeinschaft von etwa 40 Klausurnonnen lebt. Sie feiern weiterhin die tägliche Liturgie und ihre gregorianischen Gesänge sind von der Kirche aus zu hören. Das Kloster betreibt außerdem ein Studierendenwohnheim, eine Herberge und einen Kindergarten.
Im Inneren des Klosters befindet sich das Museum für Sakralkunst, das von der oberen Ebene des Platzes aus zugänglich ist. Die Sammlung des Museums enthält bedeutende Artefakte, darunter den ursprünglichen Altar, von dem man annimmt, dass er einst zum Sarkophag des Apostels Jakobus gehörte.
Die Heilige Pforte
Vom Kloster aus blickt man auf die Rückseite der Kathedrale von Santiago und die Heilige Pforte (Porta Santa). Dieser besondere Eingang wird nur in den Heiligen Jakobusjahren geöffnet, die stattfinden, wenn der Jakobstag (25. Juli) auf einen Sonntag fällt. Am 31. Dezember des Vorjahres öffnet der Erzbischof von Santiago feierlich die Pforte und ermöglicht den Pilgern, das ganze Jahr über hindurchzugehen, um einen vollkommenen Ablass zu erhalten. Während die Tradition des Ablasses bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht, wurden die heutige Heilige Pforte und ihre barocke Fassade im 16. bzw. 17. Jahrhundert errichtet.
FAQ
Was bedeutet der name ‚Antealtares‘?
Der Name ‚Antealtares‘ bedeutet ‚vor dem Altar‘. Er bezieht sich auf die ursprüngliche Aufgabe des Klosters im 9. Jahrhundert: das Grab und den Altar des Apostels Jakobus zu bewachen.
Ist das kloster San Paio de Antealtares noch aktiv?
Ja, es ist ein aktives Benediktinerinnenkloster mit einer Gemeinschaft von etwa 40 Klausurnonnen, die die tägliche Liturgie feiern, einschließlich gregorianischer Gesänge. Zum Komplex gehören auch ein Studierendenwohnheim, eine Herberge und ein Kindergarten.
Was ist das wichtigste artefakt im museum für sakralkunst?
Das bedeutendste Ausstellungsstück des Museums ist der ursprüngliche Altar, von dem man annimmt, dass er einst zum Sarkophag des Apostels Jakobus gehörte.
Wann öffnet die heilige pforte?
Die Heilige Pforte wird nur in den Jakobusjahren geöffnet, die stattfinden, wenn der 25. Juli, der Jakobstag, auf einen Sonntag fällt. Sie wird am 31. Dezember des Vorjahres feierlich geöffnet und bleibt das ganze Heilige Jahr über offen. Das nächste Heilige Jahr ist 2027.



