Kathedrale von Valencia: Heimat des Heiligen Grals - Valencia
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Ziel

Kathedrale von Valencia: Heimat des Heiligen Grals

Valencia, Spain

Bestaune die überwiegend gotische Fassade der Kathedrale von Valencia, die als mutmaßlicher Aufbewahrungsort des Heiligen Grals Berühmtheit erlangte. Sie liegt im Herzen der historischen Altstadt Ciutat Vella, genau zwischen der Plaza de la Reina und der Plaza de la Virgen: Die Metropolitanbasilika Kathedrale der Mariä Aufnahme in den Himmel bildet das architektonische Herzstück der Stadt. Erbaut auf Jahrhunderten vielschichtiger Geschichte steht sie über den Fundamenten eines römischen Dianatempels, einer westgotischen Kathedrale und der Hauptmoschee des islamischen Balansiya.

Ein Mix architektonischer Stile

Nachdem König Jakob I. von Aragón Valencia im Jahr 1238 zurückerobert hatte, wurde die bestehende Moschee als Kirche geweiht. Der Bau des heutigen Gebäudes begann 1262 unter Bischof Andreu d’Albalat. Da sie auf dem Grundriss der ehemaligen maurischen Moschee errichtet wurde, ist der lateinische Kreuzgrundriss der Kathedrale nach Südosten ausgerichtet, anstatt streng nach Osten gen Jerusalem zu weisen, wie es für mittelalterliche Kirchen üblich war.

Das Bauwerk wird zwar von der valencianischen Gotik geprägt, spätere Erweiterungen brachten jedoch eine Mischung aus Romanik, Renaissance, Barock und Klassizismus ein. Diese Entwicklung zeigt sich besonders schön an den drei Hauptportalen: der ältesten, romanischen Puerta del Palau, der gotischen Puerta de los Apóstoles und der prunkvollen barocken Puerta de los Hierros.

Die Kapelle des Heiligen Kelchs

Ihr größtes Mysterium birgt die Kathedrale wohl in der Kapelle des Heiligen Kelchs. Im Inneren bildet ein beleuchteter goldener Altar einen stimmungsvollen Kontrast zu den wuchtigen Steinbögen und setzt eine antike, dunkelrötliche Achatschale in Szene. Die Schale wird auf die Zeit zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. datiert. Sie ruht auf einem mittelalterlichen Goldsockel aus dem 14. Jahrhundert, verziert mit filigranen Henkeln, Emaille und Edelsteinen.

Der kirchlichen Überlieferung zufolge gelangte dieses Gefäß von Jerusalem über Rom schließlich nach Spanien. Urkunden belegen, dass König Alfons V. die Reliquie im Jahr 1437 der Kathedrale übergab. Das Artefakt besitzt eine immense religiöse Bedeutung. Sowohl Papst Johannes Paul II. als auch Papst Benedikt XVI. feierten die Messe mit diesem Kelch, und 2015 rief Papst Franziskus ein Heiliges Jubiläumsjahr aus, das die Reliquie alle fünf Jahre ehrt.

Der Glockenturm El Miguelete

Ein weiteres Wahrzeichen ist der achteckige Glockenturm El Miguelete, der sich über die Altstadt erhebt. Der Bau des freistehenden Turms begann 1381, bevor er Ende des 15. Jahrhunderts schließlich mit dem Hauptschiff der Kathedrale verbunden wurde. Der Turm wurde mit strenger mathematischer Symmetrie entworfen: Seine Höhe bis zur ursprünglichen Terrasse entspricht exakt dem äußeren Umfang seines Sockels.

Ganz oben im Glockenstuhl hängt eine 7,5 Tonnen schwere Stundenglocke. Eine lokale Gilde hält die jahrhundertealte Tradition des manuellen Glockenläutens aufrecht, eine Praxis, die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist. Versteckt an der Wendeltreppe des Turms liegt La Presó, eine dunkle Steinkammer mit fünf Meter dicken Wänden, die einst Schutzsuchenden Asyl bot.

Lebendige Traditionen

Auf dem Gelände der Kathedrale werden verschiedene jahrhundertealte Bräuche gepflegt. Jeden Donnerstag um Punkt zwölf Uhr mittags tagt das tausendjährige Wassergericht, das Tribunal de las Aguas, öffentlich vor der gotischen Puerta de los Apóstoles. Auch diese Zusammenkunft gehört zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Im Inneren des Kirchenschiffs wiederum besagt eine lokale Tradition, dass werdende Mütter das Innere der Kathedrale neunmal umrunden sollen, während sie zur Jungfrau der guten Hoffnung beten.

Heute dient das Bauwerk als aktive katholische Kathedrale und Sitz des Erzbischofs von Valencia. Sie steht Besuchern für Besichtigungen offen und gewährt Zugang zum Diözesanmuseum, dem Hauptschiff, der Kapelle des Heiligen Kelchs sowie dem Aufstieg über 207 Stufen hinauf auf den Glockenturm.

FAQ

Welche Architekturstile prägen die Kathedrale von Valencia?

Die Kathedrale ist in erster Linie im valencianischen gotischen Stil gehalten, vereint an ihren Portalen und durch spätere Erweiterungen jedoch auch Elemente der Romanik, der Renaissance, des Barock und des Klassizismus.

Befindet sich der Heilige Gral in der Kathedrale von Valencia?

In der Kathedrale wird der Heilige Kelch aufbewahrt, eine antike Achatschale, die auf die Zeit zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. datiert wird. Der kirchlichen Überlieferung nach handelt es sich dabei um den Kelch vom Letzten Abendmahl, den König Alfons V. im Jahr 1437 in die Kathedrale brachte.

Kann man den Glockenturm der Kathedrale von Valencia besteigen?

Ja, Besucher können den Glockenturm El Miguelete erklimmen und über eine 207 Stufen lange Wendeltreppe einen 360-Grad-Blick über Valencia genießen.

Warum ist die Kathedrale von Valencia nach Südosten statt nach Osten ausgerichtet?

Anders als klassische mittelalterliche Kirchen, die gen Osten nach Jerusalem ausgerichtet sind, zeigt die Kathedrale von Valencia nach Südosten. Der Grund: Sie wurde direkt auf den Fundamenten einer früheren maurischen Moschee errichtet und übernahm deren Grundriss.

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