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Kronhuset und Kronhusbodarna: Göteborgs ältestes Gebäude

Gothenburg, Sweden

Bestaune die historische Backsteinfassade des Kronhuset und die umgebenden gelben Holzbauten, die als älteste vollständig erhaltene Profanbauten Göteborgs gelten. Gleich beim Gustaf Adolfs torg gelegen, schlägt dieser Ort die Brücke zwischen der wehrhaften Festungsvergangenheit der Stadt und ihrer modernen urbanen Identität.

Vom Militärdepot zum königlichen Parlament

In den 1640er-Jahren vom schwedischen Kriegsrat in Auftrag gegeben, diente das Kronhuset ursprünglich als Artillerielager, Zeughaus und Kornspeicher. Das wuchtige Erdgeschoss kam völlig ohne stützende Pfeiler im Innenraum aus. Ein meisterhafter Ingenieurscoup des 17. Jahrhunderts, damit schwere Kanonen und Artilleriewagen problemlos im Inneren manövriert werden konnten.

Im Januar 1660 berief König Karl X. Gustav den schwedischen Reichstag hierher ein und verwandelte das freigeräumte Erdgeschoss in den Rikssal, den Reichssaal. Nach dem plötzlichen Tod des Königs in einem nahegelegenen Stadtpalast wurde sein vierjähriger Sohn am 1. März 1660 direkt im Kronhuset feierlich zu König Karl XI. ausgerufen. Später, von 1680 bis ins späte 19. Jahrhundert, fungierte das Erdgeschoss als ständige Garnisonskirche, bevor das Gebäude in den 1920er-Jahren an die Stadt Göteborg überging.

Holländische Architektur des 17. Jahrhunderts

Erbaut zwischen 1642 und 1654, präsentiert sich das Kronhuset im niederländischen Baustil des 17. Jahrhunderts, der Simon de la Vallée zugeschrieben wird. Das sechsstöckige Gebäude kombiniert holländischen Backstein im Erdgeschoss mit schwedischem Ziegelwerk in den oberen Etagen.

Bevor hier gebaut wurde, diente das Areal als ältester Friedhof Göteborgs. Die dicken Ziegelmauern erwiesen sich als bemerkenswert widerstandsfähig: Trotz verheerender Stadtbrände in den Jahren 1746 und 1758, die das umliegende Viertel samt früherer Holzbauten dem Erdboden gleichmachten, überstand das Kronhuset die Flammen weitgehend unbeschadet. Seit 1968 steht das Bauwerk als historisches Denkmal unter staatlichem Schutz.

Moderne Handwerkskunst in den Kronhusbodarna

Heute wird das Kronhuset von der städtischen Immobiliengesellschaft Higab verwaltet und dient als Zentrum für Kultur, kreative Events und wechselnde Ausstellungen. Flankiert wird das Bauwerk von den Kronhusbodarna, einer Reihe leuchtend gelber Holzgebäude aus dem 18. Jahrhundert.

In diesen Holzbauten herrscht reges Werkstatttreiben, eingebettet in einen ruhigen, kopfsteingepflasterten Innenhof. Die historischen Räume beherbergen Keramiker, Glasbläser und einen traditionellen Uhrmacher. Regelmäßig zieht der Duft von frisch geröstetem Kaffee und handgemachter Schokolade aus der örtlichen Chocolaterie und dem Café über den Platz und verleiht dem Hof eine wunderbar lebendige Atmosphäre.

FAQ

Wofür wurde das Kronhuset ursprünglich genutzt?

Erbaut zwischen 1642 und 1654, wurde das Kronhuset ursprünglich vom schwedischen Kriegsrat in Auftrag gegeben, um als Artillerielager, Zeughaus und Getreidespeicher zu dienen.

Wer wurde im Kronhuset zum König ausgerufen?

Am 1. März 1660 wurde der vierjährige Karl XI. nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Karl X. Gustav im Reichssaal des Kronhuset feierlich zum König von Schweden ausgerufen.

Was gibt es heute in den Kronhusbodarna zu entdecken?

In den gelben Holzgebäuden der Kronhusbodarna aus dem 18. Jahrhundert befinden sich heute lebendige Handwerkswerkstätten. Vor Ort finden sich unter anderem Keramiker, Glasbläser, ein traditioneller Uhrmacher, eine Chocolaterie und ein Café.

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