
Mercery Lane: Canterburys historischer Pilgerpfad
Die Mercery Lane ist eine historische und malerische Gasse in Canterbury, die die High Street mit dem Buttermarket und dem prächtigen Christ Church Gateway der Kathedrale von Canterbury verbindet. Diese schmale, kopfsteingepflasterte Gasse bietet einen dramatischen Zugang zur Kathedrale und verkörpert das reiche mittelalterliche Erbe der Stadt.
Die Pilgerroute des Mittelalters
Im Mittelalter diente die Mercery Lane als Hauptzugang für unzählige Pilger, die zum Schrein von Thomas Becket in der Kathedrale von Canterbury reisten. Der Wohlstand der Gasse wurde durch diese religiösen Reisen angetrieben, insbesondere nach dem Schwarzen Tod. Ihr Name leitet sich von den „Mercers“ ab, den Kauf- und Tuchhändlern, die die Straße säumten und mit Textilien und anderen Waren handelten. Mitte des 12. Jahrhunderts ist ein Tuchhändler namens Solomon verzeichnet, der an der Ecke wohnte.
Pilger konnten hier unverzichtbare Souvenirs kaufen, wie Blei-Broschen mit dem Kopf des Heiligen Thomas Becket oder Ampullen mit Wasser aus dem Becket-Brunnen. Diese Gegenstände dienten als greifbare Erinnerungsstücke an ihren Besuch. Sogar König Johann von Frankreich soll bei seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft an den Ständen solche Andenken erworben haben.
Architektur und historische Gasthäuser
Die Gasse ist von Fachwerkhäusern geprägt, von denen einige denkmalgeschützt sind. Ein charakteristisches Merkmal sind die vorkragenden Obergeschosse, typisch für die mittelalterliche Bauweise. Da die Gasse ihre mittelalterliche Breite beibehalten hat, scheinen sich die Gebäude auf beiden Seiten fast zu berühren.
Ein zentrales Gebäude war das Chequers Inn, eine große Pilgerherberge, die 1392 vom Priorat Christchurch gegründet wurde. Sie konnte bis zu 100 weniger wohlhabende Pilger in einem Schlafsaal unterbringen, während für andere private Suiten zur Verfügung standen. Das Gasthaus wird bekanntermaßen in Geoffrey Chaucers „The Tale of Beryn“ erwähnt. Ein Brand zerstörte 1865 den Westflügel des Gasthauses. Ein weiteres verstecktes Merkmal der Gasse sind die gewölbten Steinkeller aus dem 13. Jahrhundert, die sich unter dem Gebäude, in dem sich früher die Drogerie Boots befand, etwa neun Meter tief in den Untergrund erstrecken.
Die Mercery Lane heute
Heute ist die Mercery Lane eine lebendige Fußgängerzone, die historischen Charme mit modernem Geschäftsleben verbindet. Sie ist einer der meistfotografierten Orte in Canterbury, berühmt für ihr Kopfsteinpflaster und ihren erhaltenen mittelalterlichen Charakter.
Die historischen Gebäude beherbergen heute eine Vielzahl von Geschäften, darunter Antiquitätenläden, trendige Boutiquen und Souvenirverkäufer. Bekannte Marken wie Pret A Manger, Fat Face und Cornish Bakery haben sich in diesen behutsam umgebauten historischen Räumlichkeiten niedergelassen, die oft Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss mit Wohnungen darüber kombinieren. Historische Pubs wie The Thomas Becket bewirten nach wie vor Einheimische und Touristen.
FAQ
Woher stammt der Name Mercery Lane?
Der Name „Mercery“ stammt aus dem Mittelalter, als die Straße ein Zentrum für Kaufleute, sogenannte „Mercers“, war, die mit Textilien und anderen Handelswaren handelten.
Was war das Chequers Inn in der Mercery Lane?
Das 1392 erbaute Chequers Inn war eine große Herberge für Pilger, die die Kathedrale von Canterbury besuchten. Es bot in seinem Schlafsaal Platz für bis zu 100 Personen und wird in Chaucers „The Tale of Beryn“ erwähnt.
Warum ist die Mercery Lane so schmal?
Die Mercery Lane hat ihre ursprüngliche mittelalterliche Breite erstaunlicherweise beibehalten. Diese Enge, kombiniert mit den vorkragenden Obergeschossen der Fachwerkhäuser, lässt die Gebäude auf beiden Seiten so wirken, als würden sie sich fast berühren.
Was findet man heute in der Mercery Lane?
Heute ist die Mercery Lane eine belebte Fußgängerzone mit einer Mischung aus Geschäften, darunter moderne Marken, Antiquitätenhändler, Souvenirläden und Pubs, die alle in den historischen Fachwerkhäusern untergebracht sind.



