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Essen in Paris: Typische Gerichte und wo du sie findest

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

hi.ciceru@gmail.comParis

Intro

Das Wichtigste beim Essen in Paris ist kein bestimmtes Gericht, sondern eine Regel: Jedes Café muss seine Preise draußen aushängen, fein säuberlich getrennt nach Theken- und Tischpreisen. Steuern und Service sind dabei bereits inbegriffen. Lies die Tafel, bevor du dich setzt. Und dann iss, was die Pariser wirklich essen: ein Croissant, das tatsächlich mit Butter gebacken wurde, ein Jambon-beurre, das mittägliche Plat du jour, Oeuf mayonnaise und Steak frites. Die unten stehenden Preise und Öffnungszeiten wurden im Oktober 2026 auf offiziellen Websites und Seiten der Lokale überprüft.

Ciceru bietet drei selbstgeführte Rundgänge durch Paris an, jeweils mit einer Geschichte und einer Quizfrage an jedem Stopp sowie einer kostenlosen weltweiten 500-MB-eSIM, zu finden auf der Seite für Paris-Touren.

⚡ Das Wichtigste in Kürze

  • Zuerst probieren: ein Croissant au beurre aus einer echten Bäckerei, ein Jambon-beurre zum Mittagessen und dann ein Steak frites oder Oeuf mayonnaise in einem Bouillon
  • Die günstigste echte Mahlzeit: ein Bouillon. Das Bouillon Chartier verspricht auf seiner Website ein vollwertiges Essen für unter 20 Euro, ganz ohne Reservierung
  • Die Regel, die Geld spart: Die Tafel draußen muss Preise für die Theke und für Tische ausweisen. Hinsetzen ist teurer, also schau genau hin, nach welcher Spalte du zahlst
  • Kostenloses Wasser: Frag nach „une carafe d’eau“. Restaurants sind gesetzlich verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass Leitungswasser kostenlos ist
  • Trinkgeld: Auf den Karten muss „service compris“ stehen. Ein Trinkgeld ist also ein nettes Dankeschön, keine Pflicht

🥐 Was fast alle falsch machen: das Croissant

Nicht jedes Croissant in Paris ist auch ein Buttercroissant. Laut dem nationalen Bäckerverband darf ein Croissant, das zur Hälfte mit Butter und zur Hälfte mit Margarine gebacken wird, rein rechtlich nicht „croissant au beurre“ genannt werden. Was schon alles darüber verrät, dass solche Exemplare existieren. Ein Pariser Bäcker warnte 2025 zudem davor, dass manche Betriebe ein industrielles Butterimitat verwenden, das man mit bloßem Auge kaum erkennt.

Auch der alte Trick „gerade bedeutet Butter, gebogen bedeutet Margarine“ taugt nichts mehr: Derselbe Verband weist darauf hin, dass die traditionelle Form zwar gebogen ist, viele Bäckereien aber gerade Hörnchen verkaufen. Mach es dir also einfach. Frag „c’est au beurre?“ und kaufe nur in einer Bäckerei, die selbst vor Ort backt, wo man den Ofen sieht oder riecht.

Beim Brot verlangst du am besten eine Baguette tradition. Der Grand Prix de la baguette de tradition 2026 ging an das Fournil Didot, 📍 103 rue Didot im 14. Arrondissement, wie die Stadt im Februar 2026 bekannt gab.

🍽️ Was Einheimische zu welcher Mahlzeit essen

Frühstück. Meist Kaffee und ein Croissant oder eine Tartine (Brot mit Butter), im Stehen an der Theke.

Mittagessen. Das ist die Mahlzeit, für die sich Geld ausgeben lohnt. Die meisten Lokale schreiben ein plat du jour und eine formule an, meist Vorspeise plus Hauptgang oder Hauptgang plus Dessert zum Festpreis. Die Preise für das Tagesgericht und Sandwiches müssen draußen aushängen, sodass du vergleichen kannst, bevor du hineingehst. Die Küchen ticken nach der Uhr: Le Relais de l’Entrecôte serviert wochentags zum Beispiel von 12:00 bis 14:30 Uhr und dann wieder ab 18:30 Uhr. Wer um 15:30 Uhr kommt, bekommt nichts Warmes mehr.

Snack. Ein jambon-beurre, Schinken und Butter im Baguette, ist der schlichte Klassiker. Im Café greift man zum croque-monsieur (getoastetes Schinken-Käse-Brot).

Abendessen. Starte mit oeuf mayonnaise (gekochtes Ei mit reichlich Mayonnaise) oder escargots (Schnecken). Wähle dann einen der Klassiker: steak frites, steak tartare (roh, gehackt, gewürzt), confit de canard, boeuf bourguignon oder coq au vin. Den Abschluss machen crème brûlée, profiteroles oder tarte Tatin.

Ein Tipp zum Bestellen: Steaks werden in Frankreich deutlich blutiger serviert, als die meisten Gäste erwarten. Wenn du dein Fleisch durchgebraten magst, sag „bien cuit“, rechne dann aber mit einem festeren, trockeneren Stück als zu Hause.

Klassische Baguette-Sandwiches mit Schinken und Käse auf einem Holzbrett, der Pariser Alltagssnack. Foto: Nat, CC BY-SA 4.0
Klassische Baguette-Sandwiches mit Schinken und Käse auf einem Holzbrett, der Pariser Alltagssnack. Foto: Nat, CC BY-SA 4.0

🧾 Theke oder Terrasse: So liest du die Preistafel

Das hier ist der nützlichste Ratschlag des gesamten Artikels. Nach den Vorschriften der französischen Verbraucherschutzbehörde (DGCCRF) muss jedes Café draußen eine Liste seiner gängigsten Getränke und Speisen aushängen, inklusive Portionsgrößen und Preisen samt allen Steuern und Service, und zwar an der Theke und im Gastraum. Drinnen muss die vollständige Karte aushängen. Kaffee, Bier, Softdrinks, Mineralwasser, das Tagesgericht und Sandwiches gehören zu den Dingen, die dort zwingend aufgeführt sein müssen.

  • 💶 Theke (au comptoir): meist der günstigste Tarif. Du stehst, trinkst, zahlst und gehst wieder
  • 💶 Am Tisch (en salle): in der Regel teurer. Für die Terrasse gilt normalerweise derselbe Preis wie für die Tische drinnen, achte also auf diese Spalte und frage nach, falls nur ein Preis angegeben ist
  • 💶 Preise: Auf der Online-Karte des Les Deux Magots, einem der berühmtesten Terrassencafés am linken Seine-Ufer, steht ein einzelner Espresso für 5,50 Euro. Vergleiche das mit der Tafel einer ganz normalen Eckkneipe, und du verstehst, wie viel die Adresse kostet. Betrachte den Betrag als Richtwert und wirf am Tag selbst einen Blick auf die Tafel
  • 💶 Service: Auf den Karten muss „prix service compris“ samt Prozentsatz stehen. Trinkgeld ist freiwillig, und kein Betrieb darf eines verlangen

Wer un café bestellt, bekommt einen Espresso. Un crème ist mit viel Milch, un allongé ein verlängerter schwarzer Kaffee und une noisette ein Espresso mit einem kleinen Schuss Milch. Wenn du im Café mit dem Laptop arbeiten willst, anstatt nur etwas zu trinken, schau dir lieber unseren Coworking-Guide für Paris an, statt stundenlang einen Terrassentisch zu blockieren.

🧀 Märkte und Theken

Auf Märkten kaufen die Pariser ein, und nirgendwo lässt sich leichter ein Picknick aus Käse, Brot, Obst und Charcuterie zusammenstellen. Die folgenden Öffnungszeiten stammen von paris.fr.

  • 📍 Marché des Enfants Rouges, 39 rue de Bretagne, 3. Arrondissement 🕐 Dienstag bis Samstag 08:30 bis 20:30 Uhr (Donnerstag bis 21:30 Uhr), Sonntag 08:30 bis 17:00 Uhr, montags geschlossen. Eine Markthalle aus dem Jahr 1615 mit Ständen aus der französischen, libanesischen, italienischen, marokkanischen und japanischen Küche, perfekt für ein warmes Mittagessen direkt vor Ort
  • 📍 Marché d'Aligre, rue d'Aligre und place d'Aligre, 12. Arrondissement 🕐 Dienstag bis Freitag 07:30 bis 13:30 Uhr, Samstag und Sonntag 07:30 bis 14:30 Uhr, montags geschlossen. Unter freiem Himmel
  • 📍 Marché Bastille, boulevard Richard-Lenoir, 11. Arrondissement 🕐 Donnerstag 07:00 bis 13:30 Uhr, Sonntag 07:00 bis 14:30 Uhr.

Die Freiluftmärkte packen am frühen Nachmittag zusammen, geh also am besten vormittags hin. Für ein schnelles Mittagessen im Stehen suchst du dir eine Bäckerei mit Sandwich-Theke oder eine Café-Bar und isst direkt am Zinktresen. Die Logik dahinter entspricht der Preistafel: kein Tisch, kleinerer Preis.

Im Inneren der Markthalle Marché Beauvau am Place d’Aligre mit Marktständen zu beiden Seiten eines zentralen Brunnens. Foto: Thomon, CC BY-SA 4.0
Im Inneren der Markthalle Marché Beauvau am Place d’Aligre mit Marktständen zu beiden Seiten eines zentralen Brunnens. Foto: Thomon, CC BY-SA 4.0

🏘️ Drei Viertel zum Schlemmen

  • Montorgueil und Les Halles (2.). Eine kulinarische Flaniermeile, die Rue Montorgueil, gesäumt von Bäckereien, Käsereien und Cafés. Stohrer, eine 1730 gegründete Pâtisserie, liegt an der 📍 51 rue Montorgueil, 🕐 Montag bis Samstag 08:00 bis 20:30 Uhr, Sonntag 08:00 bis 20:00 Uhr. Im hauseigenen Onlineshop steht das Vanille-Éclair für 5,80 €
  • Das Marais und Enfants Rouges (3.). Enge Gassen, feine Bäckereien und die oben genannte Markthalle, die ideale Basis für ein entspanntes Samstagsmittagessen
  • Von Bastille nach Aligre (11. und 12.). Zwei Straßenmärkte, nur einen kurzen Spaziergang voneinander entfernt. Komm am Sonntagmorgen, wenn beide in vollem Gange sind

🏛️ Ein paar Adressen mit Bestand

Restaurants wechseln in Paris oft innerhalb eines Jahres den Besitzer. Hier ist eine kleine Auswahl traditionsreicher Häuser, jeweils anhand der eigenen Website geprüft.

  • Bouillon Chartier 📍 7 rue du Faubourg Montmartre, 9. Arrondissement 🕐 täglich 11:30 bis 00:00 Uhr. Geöffnet seit 1896, keine Reservierungen, durchgehender Service. Die Website verspricht Vorspeisen ab 1 €, Hauptgerichte ab 7 € und ein ordentliches Menü für unter 20 €. Weitere Filialen gibt es am Montparnasse und am Gare de l'Est
  • Le Relais de l'Entrecôte 📍 zum Beispiel 20 rue Saint-Benoît, 6. Arrondissement 🕐 Montag bis Freitag 12:00 bis 14:30 Uhr und 18:30 bis 23:00 Uhr, am Wochenende 12:00 bis 15:00 Uhr und 18:30 bis 23:00 Uhr. Walnusssalat, danach Entrecôte mit geheimer Sauce und Pommes frites. Auf der Website sind vier Pariser Adressen gelistet
  • Du Pain et des Idées 📍 34 rue Yves Toudic, 10. Arrondissement 🕐 Montag bis Freitag 07:00 bis 19:30 Uhr, am Wochenende geschlossen. Eine Bäckerei, um die man gern seinen ganzen Wochentag herumplant
  • Berthillon 📍 29 bis 31 rue Saint-Louis en l'Île, 4. Arrondissement 🕐 Mittwoch bis Sonntag 10:00 bis 20:00 Uhr, Montag und Dienstag geschlossen. Eis und Sorbet, wie man es auf der Île Saint-Louis seit 1954 herstellt

⚠️ Was du meiden solltest und woran du Touristenmenüs erkennst

  • Bilder-Speisekarten und Schlepper. Wenn jemand draußen steht und dich hereinwinkt oder die Speisekarte Hochglanzfotos jedes einzelnen Gerichts in sechs Sprachen präsentiert, geh einfach weiter
  • Lokale direkt an den großen Sehenswürdigkeiten. Bei Tischen mit Blick auf den Eiffelturm oder den Louvre bezahlst du das Panorama mit. Geh drei Straßen weiter ins Viertel hinein und vergleiche dort die Tafeln
  • Speisekarten ohne Plat du jour. Authentische Lokale im Viertel schreiben ihr Tagesgericht meist mit Kreide auf, und gesetzlich gehört es gut sichtbar auf die Tafel vor der Tür
  • Karten ohne den Hinweis „service compris“. Frag im Zweifel vor der Bestellung nach, nicht erst bei der Rechnung

Ein Hinweis zum Siegel „fait maison“, ein Logo, das anzeigt, dass ein Gericht vor Ort aus unverarbeiteten Zutaten gekocht wurde. Die Kennzeichnung ist freiwillig, keine Pflicht. Fehlt sie, ist das noch lange kein Beweis für Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe. Ein Beratungsgremium der Regierung prüfte das System im Juni 2026 und sah von neuen Regeln ab.

Was ein solcher Tag voller kulinarischer Streifzüge im Vergleich zu deiner gesamten Reise kostet, erfährst du unter Paris mit kleinem Budget.

❓ Häufige Fragen

Was ist das eine Gericht, das ich in Paris unbedingt probieren sollte?

Ein Croissant au beurre aus einer Bäckerei, die selbst vor Ort backt, dazu ein Kaffee an der Theke. Frag einfach, ob es mit echter Butter gebacken ist, daran erkennst du sofort, ob die Bäckerei ihr Handwerk ernst nimmt.

Ist Kaffee am Tresen in Paris wirklich günstiger?

Ja, in der Regel schon. Cafés müssen die Preise für den Verzehr am Tresen und am Tisch draußen aushängen, und am Tisch, was in der Praxis auch die Terrasse meint, ist es teurer. Ein kurzer Blick auf die Tafel vor dem Hinsetzen lohnt sich.

Muss ich in Paris Trinkgeld geben?

Nein. Auf den Rechnungen muss gesetzlich vermerkt sein, dass der Service inbegriffen ist, Trinkgeld ist reine Ermessenssache. Ein paar Münzen für aufmerksamen Service werden gern gesehen, aber niemals erwartet.

✅ Bevor du losziehst

Lies die Preistafel, bestell Leitungswasser („une carafe d'eau“) und spar dir das große Menü für den Mittag auf, wenn die Formule das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Wirf einen Blick in den Überblick zu Paris, falls du noch mitten in der Reiseplanung steckst.

Zwischen den Mahlzeiten gehst du am besten zu Fuß. Cicerus kostenlose Audiotour zu Fuß durch Paris führt über 3 Kilometer in rund 2 Stunden ab Notre-Dame durch die Stadt, mit Geschichten und Quizfragen an allen 9 Stationen. Und Berthillon auf der Île Saint-Louis liegt praktischerweise nur ein paar Schritte vom Startpunkt entfernt.

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