Hofkirche Innsbruck: Das leere Grabmal Kaiser Maximilians - Innsbruck
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Hofkirche Innsbruck: Das leere Grabmal Kaiser Maximilians

Innsbruck, Austria

Die Hofkirche in Innsbruck ist ein bemerkenswertes Denkmal der Gotik und Renaissance, erbaut, um eines der prunkvollsten Kaisergräber Europas zu beherbergen. Das prachtvolle Kenotaph in ihrem Herzen, Kaiser Maximilian I. gewidmet, ist jedoch vollkommen leer. Dieser faszinierende Widerspruch ist der Schlüssel zur Geschichte der Kirche, die als machtvolles Symbol für die Ambitionen und das Erbe der Habsburger gilt.

Die unerfüllte Vision eines Kaisers

Kaiser Maximilian I. gab bereits 1502 die Pläne für sein prunkvolles Grabmal in Auftrag. Es sollte ein unvergängliches Zeugnis seiner Herrschaft und der Legitimität der Habsburgerdynastie sein. Trotz seiner detaillierten Planung war das Projekt bei seinem Tod 1519 noch unvollendet. Seinem letzten Willen folgend wurde Maximilian in Wiener Neustadt beigesetzt. Sein Enkel, Kaiser Ferdinand I., erkannte die künstlerische und politische Bedeutung des Denkmals und gab zwischen 1553 und 1563 den Bau der Hofkirche in Auftrag, eigens um das prunkvolle, aber leere Grabmal zu beherbergen. Das Projekt wurde schließlich 1584 unter Erzherzog Ferdinand II. fertiggestellt, der die kniende Statue Maximilians auf dem Kenotaph hinzufügen ließ.

Die Wächter: die „Schwarzen Mander“

Das Kenotaph wird von einem Zug aus 28 überlebensgroßen Bronzestatuen flankiert, die umgangssprachlich als die „Schwarzen Mander“ bekannt sind. Diese Figuren stellen Maximilians reale und sagenhafte Vorfahren und Helden dar, um die habsburgische Erbfolge bildlich zu untermauern. Die Sammlung umfasst historische Persönlichkeiten und sogar König Artus, dessen Statue vom berühmten Künstler Albrecht Dürer entworfen wurde. Interessanterweise ist der Name „Schwarze Mander“ eine Fehlbezeichnung, da acht der Statuen Frauen sind, darunter Maximilians beide Ehefrauen, Maria von Burgund und Bianca Maria Sforza.

Architektonische und künstlerische Höhepunkte

Die Kirche selbst ist ein architektonisches Meisterwerk, das spätgotische Formen mit Elementen der Renaissance verbindet. Der Entwurf, der Andrea Crivelli zugeschrieben wird, zeichnet sich durch mehrschichtige Strebepfeiler und ein markantes Renaissance-Portal aus, das von Hieronymus de Longhi und Anton de Bol geschaffen wurde. Im Inneren der Kirche ist die 1578 geweihte Silberne Kapelle ein weiteres bedeutendes Merkmal. Sie wurde von Erzherzog Ferdinand II. als Grabstätte für sich und seine Frau Philippine Welser hinzugefügt, deren bürgerliche Herkunft ihre Ehe zu einem bemerkenswerten Ereignis der damaligen Zeit machte.

Weitere bedeutende Persönlichkeiten und Ereignisse

Über die Verbindung zu den Habsburgern hinaus beherbergt die Hofkirche das Grabmal des Tiroler Nationalhelden Andreas Hofer. Die sterblichen Überreste des Freiheitskämpfers wurden 1823 aus Mantua hierher überführt und beigesetzt, was die Bedeutung der Kirche für die regionale Identität festigte. Die Kirche war auch Schauplatz eines bedeutenden historischen Ereignisses am 3. November 1655, als Königin Christina von Schweden nach ihrer Abdankung öffentlich zum Katholizismus konvertierte.

Die Hofkirche heute

Heute wird die Hofkirche als Teil der Tiroler Landesmuseen geführt, wobei der Eintritt für Besucher üblicherweise durch das angrenzende Tiroler Volkskunstmuseum erfolgt. Sie dient zwar als historisches Museum, bleibt aber ein aktives Gotteshaus, in dem täglich Gottesdienste von Kapuzinermönchen zelebriert werden. Die historische Ebert-Orgel aus dem Jahr 1561 ist noch immer spielbar und wird bei gelegentlichen Konzerten eingesetzt. Besucher können auch die „Maximilian-Zimmer“ erleben, die mit einer multimedialen audiovisuellen Präsentation das Leben des Kaisers beleuchten.

FAQ

Warum ist das Grabmal von Kaiser Maximilian in der Hofkirche leer?

Das Grabmal von Kaiser Maximilian I. ist ein Kenotaph, also ein leeres Ehrengrabmal. Obwohl er dieses aufwendige Grabmal plante, war es sein letzter Wille, in der Georgskapelle in Wiener Neustadt beigesetzt zu werden, wo seine sterblichen Überreste noch heute ruhen.

Wer sind die „Schwarzen Mander“?

Die „Schwarzen Mander“ sind 28 überlebensgroße Bronzestatuen, die Maximilians Kenotaph flankieren. Sie stellen seine Vorfahren und Heldenfiguren dar, sowohl reale als auch sagenhafte, wie zum Beispiel König Artus. Der Name ist eine Fehlbezeichnung, da acht der Figuren Frauen sind.

Wer ist noch in der Hofkirche in Innsbruck begraben?

Die Kirche beherbergt das Grabmal des Tiroler Nationalhelden Andreas Hofer. Zudem dient die Silberne Kapelle in der Kirche als Grabstätte für Erzherzog Ferdinand II. und seine Frau Philippine Welser.

Ist die Hofkirche noch eine aktive Kirche?

Ja, obwohl sie hauptsächlich ein Museum ist, finden in der Hofkirche weiterhin tägliche Gottesdienste statt, die von Kapuzinermönchen gehalten werden.

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