
Dom St. Jakob: Innsbrucks barocke Kathedrale
Der Dom St. Jakob, auch als Kathedrale St. Jakob bekannt, ist ein imposantes barockes Meisterwerk aus dem 18. Jahrhundert in Innsbruck, dessen prachtvolles Äußeres von der kaiserlichen Würde im Inneren zeugt. Mit einer Geschichte, die weit vor seiner heutigen Form zurückreicht, ist der Dom ein Zeugnis für Glauben, künstlerisches Mäzenatentum und Widerstandsfähigkeit.
Eine Geschichte der Widerstandsfähigkeit
Die religiöse Bedeutung des Ortes ist älter als die Stadt Innsbruck selbst. Die erste Erwähnung einer romanischen Kirche, die dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht war, stammt aus dem Jahr 1180. Diese frühe Kirche war eine wichtige Station auf dem Jakobsweg. Im Laufe der Jahrhunderte überstand sie Brände und Erdbeben, insbesondere ein schweres Beben im Jahr 1689. Dieses Ereignis führte zu dem Entschluss, das Bauwerk vollständig neu zu errichten. Die vorbarocke Kirche wurde vom Künstler Albrecht Dürer bewundert, der ihr Erscheinungsbild 1495 in einem Aquarell festhielt.
Das barocke Meisterwerk
Der heutige Dom wurde zwischen 1717 und 1724 erbaut, der Innenraum wurde bis 1732 fertiggestellt. Das Projekt wurde vom Architekten Johann Jakob Herkomer begonnen und nach dessen Tod von seinem Neffen Johann Georg Fischer vollendet. Einzigartig ist, dass der Wiederaufbau zum Teil durch eine Sondersteuer auf Tabak und durch die Einnahmen einer Brauerei und eines Wirtshauses finanziert wurde, die im ehemaligen Löwenhaus von Ferdinand II. eingerichtet waren.
Der Innenraum ist ein Schauplatz barocker Kunstfertigkeit, mit Deckenfresken von Cosmas Damian Asam und aufwendigen Stuckarbeiten seines Bruders Egid Quirin Asam. In einer ungewöhnlichen architektonischen Entscheidung platzierte Herkomer die Hauptkuppel über dem Chor statt über der Vierung, um den Fokus auf den Hochaltar zu lenken.
Kaiserliche und künstlerische Schätze
Der Dom St. Jakob beherbergt eines der am meisten verehrten Marienbilder der Christenheit, „Mariahilf“. Es wurde um 1530 von Lucas Cranach dem Älteren gemalt und ziert den Hochaltar. Der Dom spiegelt auch das Mäzenatentum der Habsburger wider. Kaiserin Maria Theresia stiftete eine Silberskulptur und festliche Messgewänder. Ein prunkvolles Baldachingrab erinnert an Erzherzog Maximilian III., den Hochmeister des Deutschen Ordens. Ursprünglich ein einziges Grabmal, wurde es während des Umbaus im 18. Jahrhundert geteilt, um die Türen zur Sakristei einzurahmen.
Zerstörung und Wiedergeburt
Bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg am 16. Dezember 1944 wurde der Dom schwer beschädigt, was zum Einsturz des Gewölbes und zum Verlust von Kunstwerken führte. In einem sorgfältigen Restaurierungsprozess von 1946 bis 1950 wurde das Gebäude wieder in seinem alten Glanz hergestellt. Im Jahr 1964 wurde sein Status erhöht und er wurde offiziell zur Kathedrale der Diözese Innsbruck.
Der Dom heute
In der Innsbrucker Altstadt gelegen, ist der Dom St. Jakob nach wie vor ein aktives Zentrum des religiösen Lebens, in dem Gottesdienste, Konzerte und Gemeindeveranstaltungen stattfinden. Er ist eine wichtige Touristenattraktion und Pilgerstätte, die Besucher mit ihrer historischen und architektonischen Pracht anzieht. Die beiden Türme des Doms, gekrönt von markanten grünen Kupferkuppeln, die ihre Farbe der natürlichen Oxidation verdanken, sind ein Wahrzeichen. Der Klang seiner Glocken, insbesondere der sieben Tonnen schweren Marienglocke aus der örtlichen Gießerei Grassmayr, erfüllt oft die Luft.
FAQ
Kostet der Dom St. Jakob Eintritt?
Der Eintritt in den Dom St. Jakob ist frei, für eine Fotografiererlaubnis wird jedoch eine geringe Gebühr erhoben.
Was ist das berühmte Gemälde im Innsbrucker Dom?
Das berühmteste Gemälde ist „Mariahilf“ von Lucas Cranach dem Älteren, das sich am Hochaltar befindet. Es ist eines der am meisten verehrten Marienbilder des Christentums.
Wann wurde der heutige Dom St. Jakob gebaut?
Der heutige barocke Bau wurde zwischen 1717 und 1724 errichtet, der Innenraum wurde 1732 fertiggestellt.
Warum sind die Kuppeln des Doms grün?
Die Kuppeln sind mit Kupferblech gedeckt, das im Laufe der Zeit durch natürliche Oxidation eine grüne Patina entwickelt hat.



