Helblinghaus: Innsbrucks Meisterwerk des Rokoko - Innsbruck
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Helblinghaus: Innsbrucks Meisterwerk des Rokoko

Innsbruck, Austria

Im Herzen der Innsbrucker Altstadt steht das Helblinghaus, ein schillerndes Beispiel für den künstlerischen Glanz, der den Wohlstand der Stadt zum Ausdruck brachte. Seine glitzernde Rokoko-Stuckfassade ist ein absoluter Blickfang und zeugt von einer architektonischen Entwicklung, die sich über Jahrhunderte erstreckt.

Von der Gotik zum Rokoko

Die Ursprünge des Gebäudes als typisches gotisches Bürgerhaus reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Seine dramatischste Verwandlung erlebte es zwischen 1725 und 1732. Johann Fischer, der Kassier der Münze in Hall, erwarb das Gebäude 1725 und beauftragte den Stuckateur Anton Gigl mit der Neugestaltung der Fassade. Gigl, ein Vertreter der Wessobrunner Schule, hüllte den ursprünglichen Baukörper in eine verschwenderische Fassade aus Barock- und Rokoko-Elementen. Damit spiegelte er den Wunsch wohlhabender Bürger wider, es dem Prunk des Habsburger Adels gleichzutun.

Eine vielschichtige Geschichte

Trotz seines prachtvollen Erscheinungsbildes aus dem 18. Jahrhundert ist die gotische Vergangenheit des Gebäudes nicht völlig verschwunden. Bei einer Restaurierung im Jahr 1932 wurden an den südlichen Erkern Reste spätgotischer Verzierungen freigelegt, die seine vielschichtige Architekturgeschichte enthüllen. Die Rokokofassade selbst birgt überraschende Details, darunter die Darstellung einer barbusigen Frauenfigur, für die damalige Zeit und die Kunst im öffentlichen Raum in Tirol ein erstaunlich progressives Element.

Eine Geschichte von Kaffee und Politik

Seinen Namen erhielt das Gebäude nicht von seinem Architekten oder Bauherrn, sondern von einem Besitzer aus dem 19. Jahrhundert. Von 1800 bis 1827 gehörte das Haus Sebastian Helbling, der darin eines der ersten Kaffeehäuser Innsbrucks betrieb und dem Gebäude so seinen Namen gab, der sich bis heute gehalten hat. Später, im frühen 20. Jahrhundert, diente das Helblinghaus als Treffpunkt des „Katholischen Kasinos“, einer konservativen politischen Gruppierung von Akademikern und Klerikern, die sich den liberalen und sozialdemokratischen Bewegungen der Zeit entgegenstellte.

Das Helblinghaus heute

Auch heute ist das Helblinghaus Teil des Innsbrucker Alltags. Im Erdgeschoss befinden sich Geschäfte, die für Besucher geöffnet sind. Die oberen Stockwerke beherbergen Privatwohnungen und Büros, weshalb das Innere des Gebäudes in der Regel nicht für öffentliche Führungen zugänglich ist.

FAQ

Warum heißt es Helblinghaus?

Das Gebäude ist nach Sebastian Helbling benannt, dem es von 1800 bis 1827 gehörte. Er betrieb darin eines der ersten Kaffeehäuser Innsbrucks, und sein Name blieb untrennbar mit dem Haus verbunden.

Kann man das Helblinghaus von innen besichtigen?

Das Innere des Helblinghauses ist für die Öffentlichkeit im Allgemeinen nicht zugänglich. Im Erdgeschoss gibt es zwar Geschäfte, aber die oberen Stockwerke werden als Privatwohnungen und Büros genutzt.

Welchen Baustil hat das Helblinghaus?

Das Helblinghaus war ursprünglich ein gotisches Bürgerhaus aus dem 15. Jahrhundert. Seine berühmte Fassade wurde zwischen 1725 und 1732 mit einer üppigen Stuckfassade im Stil des Barock und Rokoko umgestaltet.

Wer hat die Fassade des Helblinghauses entworfen?

Die kunstvolle Stuckfassade wurde zwischen 1725 und 1730 vom Stuckateur Anton Gigl, einem Vertreter der Wessobrunner Schule, entworfen und ausgeführt.

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