Stephansdom und Stephansplatz in Wien - Wien
© Wikimedia Commons | CC-BY-SA
Ziel

Stephansdom und Stephansplatz in Wien

Wien, Austria

Ein mittelalterliches Wahrzeichen an Wiens Schnittpunkt

Der Stephansdom verankert den Stephansplatz im historischen Herzen des 1. Wiener Bezirks. Als geografischer und verkehrstechnischer Kilometer Null der Stadt thront der Dom am Schnittpunkt von Graben und Kärntner Straße, zwei der wichtigsten Flaniermeilen der Bundeshauptstadt. Das gotische Meisterwerk zeichnet sich durch seinen 136 Meter hohen Südturm aus, von den Einheimischen liebevoll „Steffl“ genannt, sowie durch sein bunt glasiertes Ziegeldach im Zickzackmuster, das die Skyline der Innenstadt dominiert.

Weit mehr als nur ein Bischofssitz, schlägt der Dom die Brücke zwischen Wiens historischem Zentrum und lebendigen Kulturereignissen. Er verbindet altehrwürdige Treffpunkte wie Am Hof, die Freyung und den Rathausplatz.

Historisches Markttreiben rund um die Strebepfeiler

Das geschäftige, saisonale Treiben rund um den Dom reicht Jahrhunderte zurück. Städtische Aufzeichnungen aus dem Jahr 1626 belegen einen frühen Winterhandel auf der benachbarten Brandstätte und dem Graben direkt vor dem Stephansdom. Bäcker, Zuckerbäcker und Lebzelter betrieben hier provisorische Stände, bis das Markttreiben 1761 offiziell aufgelöst wurde.

Während die großen Wiener Festmärkte in späteren Epochen auf andere Plätze auswichen, kehrte der Markt nach dem Ersten Weltkrieg 1918 und mitten im Zweiten Weltkrieg 1943 noch einmal vorübergehend auf den Stephansplatz zurück. Den großen Adventmarkt-Boom im späten 20. Jahrhundert verpasste der Stephansdom jedoch, sodass das saisonale Markttreiben erst im 21. Jahrhundert dauerhaft an den Fuß des Gotteshauses zurückkehrte.

Der moderne Markt am Stephansplatz

Der heutige Weihnachtsmarkt am Stephansplatz wurde im November 2013 in Zusammenarbeit mit Dompfarrer Toni Faber ins Leben gerufen. Einst mit 26 Ständen gestartet, reihen sich heute rund 43 einheitliche Holzhütten aneinander, gestaltet vom österreichischen Studio KIM+HEEP. Das Konzept knüpft direkt an den mittelalterlichen Brauch an, weltliche Händler auf dem Pflaster eng an die Strebepfeiler der Kirche zu schmiegen.

Von Mitte November bis zum 26. Dezember locken die Stände mit rund zehn Gastronomieanbietern und traditionellem Kunsthandwerk, von österreichischen Holzschnitzereien über mundgeblasene Glaskugeln und Bienenwachskerzen bis hin zu Filzhüten. Hier versammelst du dich rund um dampfende Kessel mit heißem Glühwein, regionalen Punschkreationen, heißen Maroni und traditionellem Lebkuchen, oft verbunden mit einem Abstecher in das gewärmte Dominnere zu Orgel- und Adventkonzerten.

Rettung für den bröckelnden Kalkstein

Trotz seines mittelalterlichen Flairs zählt der Markt zu den jüngsten Traditionen Wiens und erfüllt dabei eine besondere Mission: den Denkmalschutz. Der jahrhundertealte, weiche Kalkstein des Stephansdoms leidet beständig unter Wind, Wetter und städtischen Abgasen.

Um das Bauwerk zu erhalten, fließt ein Teil der Markterlöse ganz offiziell an den Verein Unser Stephansdom. Dieses Geld finanziert direkt die unermüdliche Arbeit der Dombauhütte, deren Steinmetze verwitterte Quader an der Fassade austauschen.

Der Blick von den Türmen

Rund um den Dom erlebst du ein Fest für die Sinne: Das Geläut der Kirchenglocken und das Hufgeklapper der Fiaker hinter dem Chor verschmelzen mit dem Duft von winterlichen Gewürzen und gerösteten Maroni.

Von oben bietet sich dir ein herrlicher Überblick über diese historische Kulisse. Erklimme die 343 Stufen des Südturms oder nimm den Lift auf den Nordturm, um das leuchtende Hüttendorf zu bestaunen, das sich dicht unter das bunt gemusterte Dach schmiegt.

FAQ

Wann entstand der moderne Weihnachtsmarkt am Stephansdom?

Der moderne Markt wurde im November 2013 mit 26 Ständen eröffnet, ins Leben gerufen in Zusammenarbeit mit Dompfarrer Toni Faber.

Wie unterstützt der Markt am Stephansplatz den Stephansdom?

Ein Teil der Markterlöse wird an den Verein Unser Stephansdom gespendet, um die laufende Restaurierung und den Austausch des verwitterten Kalksteins zu finanzieren.

Kann man den Markt am Stephansplatz von oben sehen?

Ja. Du kannst die beleuchteten Stände von oben betrachten, indem du die 343 Stufen des Südturms erklimmst oder mit dem Lift auf den Nordturm fährst.

More places in Wien