Inat ćuprija: Stolacs asymmetrische Steinbrücke - Stolac
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Inat ćuprija: Stolacs asymmetrische Steinbrücke

Stolac, Bosnia-and-herzegovina

Die älteste Steinbrücke von Stolac

Mitten im historischen Zentrum von Stolac spannt sich die Inat ćuprija über die Bregava und gilt als die älteste erhaltene Steinbrücke der Stadt. Früher schlicht als Ćuprija oder Gornja ćuprija (Obere Brücke) bekannt, entstand der Übergang unter osmanischer Verwaltung, um die höher gelegenen Stadtviertel beiderseits des Flusses miteinander zu verbinden. Meist wird das Bauwerk ins 17. Jahrhundert datiert, manche Quellen verweisen jedoch bereits auf das späte 16. Jahrhundert, und offizielle Aufzeichnungen schließen sogar vorosmanische Ursprünge nicht aus.

Heute steht die Brücke unter Denkmalschutz und bildet das Herzstück eines Nationaldenkmals von Bosnien und Herzegowina: Bereits 2003 wurde sie als Teil des geschützten Natur- und Architektur-Ensembles ausgewiesen, das das Flussbett der Bregava mitsamt seinen traditionellen Mühlen, Walkmühlen und Brücken umfasst.

Eigenwillige und asymmetrische Architektur

Vergiss die streng mathematische Ausgewogenheit und Symmetrie klassischer osmanischer Brückenbaukunst: Die Inat ćuprija tanzt völlig aus der Reihe, eigenwillig unregelmäßig und herrlich schief. Aus grob behauenem lokalem Stein errichtet, misst sie etwa 35,5 Meter in der Länge und 2,65 Meter in der Breite. Ihr Weg führt über fünf Rund- und Segmentbögen über den Fluss, von denen keiner dem anderen gleicht, weder in Spannweite noch in Höhe. An einem Ufer stützt sich ein Bogen direkt im steilen Flussbett ab, am anderen läuft er sanft auf der Uferböschung aus.

Getragen wird die Brücke von Pfeilern mit spitz zulaufenden Wellenbrechern flussaufwärts, die den reißenden Strom teilen, während flussabwärts wuchtige Strebepfeiler aus der Fassade ragen. Statt einer erhöhten, verzierten Steinbrüstung (korkaluk) wachsen hier einfach die Zwickelmauern nach oben und bilden so eine niedrige Schutzmauer entlang des Weges.

Die Legende vom Trotz

Auch wenn die Brücke jahrhundertelang schlicht Gornja ćuprija hieß, setzte sich in den 1970er-Jahren der volkstümliche Name Inat ćuprija durch, die Brücke des Trotzes. Der Beiname geht auf eine lokale Legende zurück, die ein typisches balkanisches Lebensgefühl verkörpert: Inat, jene Mischung aus sturer Widerspenstigkeit und demonstrativem Trotz.

Der mündlichen Überlieferung nach nutzte ein lokaler Emporkömmling namens Trtak die Abwesenheit des osmanischen Statthalters während eines Feldzugs, um die Macht in Stolac an sich zu reißen. Trtak verlangte nach einem Übergang, der die Brücke des Statthalters an Pracht übertreffen sollte, und befahl den Baumeistern Isah und Risto, ein Bauwerk mit mehr Bögen zu errichten. Als stillen Protest gegen den Hochmut des Usurpators hielten sich die Baumeister zwar an die geforderte Zahl der Bögen, bauten jedoch absichtlich jeden einzelnen unterschiedlich groß, versetzt und unübersehbar schief. Ein leiser, genialer Spott über seine Eitelkeit.

Überleben, Wiederaufbau und heutige Nutzung

Die Inat ćuprija hat so manchen historischen Sturm überstanden. Im Zweiten Weltkrieg wurden zwei ihrer Steinbögen zerstört und später mit Beton wiederhergestellt. Jahrzehnte später überstand die Brücke den Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 unversehrt, während umliegende osmanische Wahrzeichen, wie die benachbarte Ćuprijska-Moschee, dem Erdboden gleichgemacht wurden, bevor man sie später wieder aufbaute.

Im Mai 2024 rammte ein Fahrzeug die Seitenwand der Brücke, woraufhin Teile des Mauerwerks in die Bregava stürzten. Bis Oktober 2024 hatten Restauratoren den Schaden behoben und die herausgebrochenen Steinlagen und Abdeckplatten wieder sorgfältig zusammengefügt. Heute dient die Inat ćuprija Fußgängern und leichtem Nahverkehr nach wie vor als unverzichtbarer Übergang und bildet das markante Bindeglied zwischen den Basaren flussabwärts und den Wohnvierteln flussaufwärts.

FAQ

Warum heißt die Brücke Inat ćuprija?

Der Name geht auf eine Sage zurück: Ein Emporkömmling namens Trtak zwang die Baumeister dazu, eine prachtvolle Brücke zu errichten. Aus purem Trotz (*inat*) bauten diese die Bögen absichtlich ungleich und schief, um seinen Hochmut insgeheim zu verspotten.

Wie viele Bögen hat die Inat ćuprija?

Die Inat ćuprija besitzt fünf Rund- und Segmentbögen aus Stein mit jeweils unterschiedlichen Höhen und Spannweiten.

Welche historische Bedeutung hat die Inat ćuprija?

Sie gilt als die älteste Steinbrücke in Stolac und wird allgemein auf das 17. Jahrhundert datiert. Seit 2003 steht sie als Teil eines Nationaldenkmals unter Schutz, das das Flussbett der Bregava samt Mühlen und Brücken umfasst.

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