Baderbrücke in Český Krumlov: Geschichte und Legenden - Cesky-krumlov-1
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Baderbrücke in Český Krumlov: Geschichte und Legenden

Cesky-krumlov-1, Czechia

Ein historischer Übergang über die Moldau

Die Baderbrücke (Lazebnický most) überspannt die Moldau in Český Krumlov und verbindet als reiner Fußgängerweg das Burgviertel Latrán direkt mit der historischen Innenstadt. Eingebettet in eine markante Flussschleife liegt sie mitten im Stadtkern, der 1992 wegen seiner außergewöhnlich gut erhaltenen Architektur aus Gotik, Renaissance und Barock zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde.

Heute ist der hölzerne Steg einer der lebendigsten Treffpunkte und Hauptwege der Stadt. Man spaziert hinüber, um den Blick auf die Schlosstürme, die Fassaden am Ufer und die vorbeigleitenden Boote zu genießen, begleitet vom dumpfen Poltern der Holzbohlen unter den Schritten und dem Rauschen der nahen Wehre.

Die Ursprünge von Name und Architektur

Ihren Namen verdankt die Brücke einer historischen Badestube (lázeň) samt Barbierladen, die einst direkt am Flussübergang stand. In früheren Jahrhunderten schnitt der städtische Bader schließlich nicht nur Haare, sondern fungierte zugleich als Wundarzt und Zahnbrecher.

In ihrer heutigen Grundform stammt die Brücke aus dem Jahr 1834, errichtet mit einem Mittelpfeiler, steinernen Widerlagern und einem Belag aus Holzbalken. Zu ihren prägenden Merkmalen gehören religiöse Standbilder, darunter ein Kruzifix und eine Statue des heiligen Johannes von Nepomuk.

Anfang 2024 wurde die Baderbrücke umfassend saniert und war dafür von Januar bis etwa Mai gesperrt. Wind und Wetter hatten dem Holzbelag über die Jahre stark zugesetzt und Pilzbefall verursacht, während die tragenden Stahlträger aus den 1950er-Jahren nicht mehr sicher instand gesetzt werden konnten. Bei der Restaurierung blieben die historischen Steinwiderlager erhalten, und die Statuen kehrten auf den frisch erneuerten Holzüberbau zurück.

Die Legende von Don Julius und der Badertochter

Mit der Baderbrücke ist eine der berüchtigtsten Episoden der Krumauer Stadtgeschichte verknüpft. Im Jahr 1601 kaufte Kaiser Rudolf II. das Schloss von den Herren von Rosenberg. Wenige Jahre später, 1605, schickte er seinen ältesten unehelichen Sohn hierher: Don Julius Caesar d’Austria. Julius litt unter schweren Wahnvorstellungen und neigte zu unberechenbaren Gewaltausbrüchen.

Der Überlieferung nach begann Don Julius 1607 ein Verhältnis mit Markéta Pichlerová, der Tochter des örtlichen Baders Zikmund Pichler. Die Chronik berichtet, dass Julius während eines Tobsuchtsanfalls im Schloss über Markéta herfiel, auf sie einstach und sie schließlich aus einem hohen Fenster stürzte. Wie durch ein Wunder wurde ihr Fall auf die schroffen Felsen von einem mittelalterlichen Abfallhaufen abgefedert, ein bizarrer Glücksfall, der an andere berühmte Fensterstürze der böhmischen Geschichte erinnert.

Markéta überlebte den Sturz und tauchte unter. Um ihre Rückkehr zu erzwingen, warf Julius ihren Vater für fünf Wochen ins Verlies. Schließlich gab Markéta nach und kehrte ins Schloss zurück. Wie der Chronist der Rosenberger, Václav Březan, festhielt, endete das Wiedersehen tragisch: Mitte Februar 1608 brachte Julius sie in einem letzten Gewaltrausch um.

Nach dem Skandal weigerte sich Kaiser Rudolf II., seine schützende Hand über den Sohn zu halten. Er ordnete an, Julius auf Lebenszeit in den Schlossgemächern einzusperren, wo der Aristokrat im Juni 1609 völlig verwahrlost starb. Durch das Schicksal der Familie Pichler blieb die Erinnerung an den Bader und seine Tochter für immer im Stadtplan von Český Krumlov verankert, verewigt im Namen dieser Brücke.

FAQ

Warum heißt sie Baderbrücke?

Sie ist nach einer ehemaligen Badestube samt Barbierladen benannt, die direkt am Übergang stand. Dort übernahm der städtische Bader neben der Rasur auch einfache chirurgische und zahnärztliche Eingriffe.

Wann wurde die Baderbrücke saniert?

Die Brücke wurde zwischen Januar und Mai 2024 von Grund auf erneuert, um verrottetes Holz und schadhafte Stahlträger aus den 1950er-Jahren zu ersetzen. Die originalen Steinwiderlager und Statuen blieben dabei erhalten.

Welche Legende rankt sich um die Baderbrücke?

Der Überlieferung nach residierte Don Julius d’Austria, der uneheliche Sohn von Kaiser Rudolf II., im Schloss und ermordete dort 1608 Markéta Pichlerová, die Tochter des örtlichen Baders.

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