
Grandhotel Pupp: die weltberühmte Fassade in Karlsbad
Die monumentale neobarocke Fassade
Am Mírové náměstí 2, direkt an einer Schleife der Teplá, bildet das Grandhotel Pupp den krönenden südlichen Abschluss der historischen Karlsbader Kurpromenade. Als denkmalgeschützter Fünf-Sterne-Luxuskomplex mit 228 Zimmern beeindruckt das Haus vor allem durch seine einheitliche neobarocke Fassade. Gestaltet wurde die imposante Außenhaut vom renommierten Wiener Architekturbüro Ferdinand Fellner und Hermann Helmer und zwischen 1896 und 1907 vollendet.
Der mehrstöckige Bau besticht durch hellen Verputz, kunstvolle Stuckkartuschen, markante Balkone und eine schwungvolle Dachlinie, die sich malerisch vor den steilen, bewaldeten Hängen abhebt. Das Hotel setzt den traditionellen optischen Schlusspunkt der Uferpromenade, die an der Thermal-, der Mühlbrunn- und der Marktkolonnade vorbeiführt, nur einen Katzensprung vom Kaiserbad und der Standseilbahn zum Dianaturm entfernt.
Die Ursprünge der Pupp-Dynastie
Alles begann im Jahr 1701: Der Karlsbader Bürgermeister Anton Deiml errichtete am Flussufer den Sächsischen Saal (Salle de l'Assemblée), um den adligen Kurgästen standesgemäße Unterhaltung zu bieten. Nur wenig später zog Bürgermeister Andreas Becher nach und baute im rechten Winkel dazu ein Konkurrenzhaus, das als Böhmischer Saal bekannt wurde.
Die Verwandlung der beiden rivalisierenden Festsäle in ein weltberühmtes Luxushotel geht auf Jan Jiří Pop (Johann Georg Pupp) zurück. Als gelernter Zuckerbäcker kam er 1760 in die Stadt und erwirtschaftete sein Startkapital mit feinem Gebäck für die wohlhabende Kurgesellschaft. 1775 heiratete er Franziska Mitterbach, und zwischen 1775 und 1778 sicherten sich die beiden erste Anteile am Böhmischen Saal. 1890 erwarb die expandierende Familie Pupp auch den benachbarten Sächsischen Saal. Schließlich beauftragte die Familie zwischen 1896 und 1907 das Duo Fellner und Helmer damit, die getrennten historischen Gebäude hinter einer einzigen monumentalen Fassade zu vereinen.
20. Jahrhundert und heutige Nutzung
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung nach 1945 verstaatlichte die Tschechoslowakei das Hotel. 1950 erhielt es den Namen Grandhotel Moskva, den es fast vier Jahrzehnte lang trug. Erst nach der Samtenen Revolution von 1989 ging das Haus wieder in Privatbesitz über und erhielt seinen traditionsreichen Namen Pupp zurück.
Heute empfängt das Grandhotel Pupp Gäste als Fünf-Sterne-Haus mit dem Pupp Royal Spa, dem Grandrestaurant Pupp, dem Café Pupp und Becher’s Bar. Trotz des exklusiven Publikums sind die Rezeption, die Restaurants im Erdgeschoss und die Terrasse auf dem Vorplatz öffentlich zugänglich. Zudem dient es jedes Jahr als glamouröse Residenz und gesellschaftlicher Mittelpunkt für Filmschaffende und Schauspielstars während des Internationalen Filmfestivals von Karlsbad.
Filmlegende und Details auf dem Vorplatz
Die Fassade hat es zu echtem Weltruhm auf der Leinwand gebracht. Im James-Bond-Film Casino Royale von 2006 diente das Hotel als Kulisse für das Hotel Splendide in Montenegro, vor dem Daniel Craig und Eva Green stilecht vorfahren. Auf dem gepflasterten Vorplatz vor den Eingangsstufen erinnern messingbesetzte Steinplatten an berühmte Gäste, darunter auch ein eigener Stein für Daniel Craig höchstpersönlich.
Auch Regisseur Wes Anderson ließ sich vom Grandhotel Pupp maßgeblich inspirieren, als er das titelgebende Luxusresort für seinen Film Grand Budapest Hotel entwarf.
FAQ
Wer hat die Fassade des Grandhotel Pupp entworfen?
Die einheitliche neobarocke Fassade wurde von den Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer entworfen und zwischen 1896 und 1907 fertiggestellt.
In welchen Filmen ist das Grandhotel Pupp zu sehen oder diente als Inspiration?
Das Hotel diente im James-Bond-Film Casino Royale (2006) als Außenkulisse für das Hotel Splendide in Montenegro und war eine wesentliche visuelle Inspiration für Wes Andersons Grand Budapest Hotel.
Warum hieß das Hotel einst Grandhotel Moskva?
Nach der Verstaatlichung durch die Tschechoslowakei infolge des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus 1950 in Grandhotel Moskva umbenannt und behielt diesen Namen bis nach der Samtenen Revolution von 1989.



