Reiterstandbild Karls IV. in Karlsbad - Karlovy-vary-1
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Ziel

Reiterstandbild Karls IV. in Karlsbad

Karlovy-vary-1, Czechia

Auf dem Divadelní náměstí in Karlsbad setzt das Reiterstandbild Karls IV. (Jezdecká socha Karla IV.) dem berühmten Gründer der Kurstadt ein modernes Denkmal: dem römisch-deutschen Kaiser und König von Böhmen. Enthüllt am 7. Mai 2022 zur offiziellen Eröffnung der 665. Kursaison, zeigt die Skulptur den Monarchen hoch zu Ross und bildet einen markanten Fixpunkt zwischen den heißen Quellen und den prunkvollen Badepalästen des südlichen Kurviertels.

Idee und Entstehung

Die Initiative für das Reiterdenkmal entstand um 2016 anlässlich des 700. Geburtstags Karls IV. Im Jahr 2017 riefen der Rotary Club Karlovy Vary und die Karlsbader Kunstgalerie einen künstlerischen Wettbewerb ins Leben, der 13 Entwürfe von 12 Kunstschaffenden anzog. Den Zuschlag erhielt der akademische Bildhauer Michal Gabriel, der das Werk gemeinsam mit dem Architekten Michael Gabriel entwarf.

Finanziert wurde das Projekt durch Spendensammlungen, Kunstauktionen, Fördermittel von Region und Stadt sowie einen Benefizball unter dem Titel Vary Karlovi. Bis das Denkmal schließlich seinen Platz auf dem Divadelní náměstí einnehmen durfte, brauchte es allerdings Jahre kommunalpolitischer Debatten und enger Abstimmungen mit den Denkmalschutzbehörden.

Konstruktion und optische Effekte

Gefertigt wurde das Monument mit höchster Präzision vom Unternehmen KASPER KOVO s.r.o. in Trutnov. Bei einer Höhe zwischen 5,6 und 5,8 Metern bringt das gesamte Bauwerk stolze 26,5 bis 30 Tonnen auf die Waage. Dieses Gewicht verteilt sich auf eine 11 Tonnen schwere Fundamentplatte aus Beton, einen 4 Tonnen schweren Betonsockel, ein 8 Tonnen schweres Lamellenpodest aus Stahl und die 3,5 Tonnen schwere Reiterfigur.

Anders als traditionelle Denkmäler aus Bronzeguss setzt sich die Statue aus Hunderten parallelen, horizontalen Stahlplatten zusammen, die per Laser zugeschnitten wurden. Zwischen diesen übereinandergeschichteten Lamellen liegen schmale Fugen, durch die das Tageslicht dringt. Je nach Blickwinkel und Lichtstimmung erzeugt die Skulptur einen kinetischen visuellen Effekt: Sie wechselt scheinbar nahtlos zwischen einer massiven Silhouette und einem halbtransparent schimmernden Umriss.

Die schwebende Krone und die Zeitkapsel

Präzise gestaltete Aussparungen im Sockel erzeugen eine verblüffende optische Täuschung: Betrachtest du das Monument aus einem bestimmten Winkel, scheint im geschlitzten Stahlsockel plötzlich die Silhouette der Wenzelskrone (Svatováclavská koruna) frei in der Luft zu schweben.

Bei der Montage wurde im Inneren der Skulptur eine versiegelte Zeitkapsel hinterlegt. Sie enthält regionale Dokumente, zeitgenössische gedruckte Zeitungen und kleine Artefakte, die die Epoche der Entstehung des Denkmals festhalten.

Stadtbild und Reaktionen

Der lokalen Überlieferung nach gründete Karl IV. die Kurbadsiedlung um 1370, nachdem das Thermalwasser bei einem Jagdausflug sein verletztes Bein geheilt hatte. Das Werk ist bereits das vierte öffentliche Denkmal für Karl IV. in Karlsbad, neben einer barocken Sandsteinstatue von 1739 an der Fassade der Stadtbibliothek und einem Denkmal von 1858 im Park Sady Karla IV.

Am Ufer der Teplá auf dem Divadelní náměstí gelegen, dient die Statue als beliebter Treffpunkt zwischen der Sprudelkolonnade (Vřídelní kolonáda) und dem historischen Südviertel mit dem Kaiserbad (Císařské lázně) und dem Grandhotel Pupp. Ihre moderne Industrieästhetik sorgte vor Ort für reichlich Gesprächsstoff: Neben viel Lob für progressive Kunst im öffentlichen Raum gab es auch Bedenken, ob der geschichtete Industriestahl nicht zu stark mit dem umgebenden Neobarock und der Belle-Époque-Architektur bricht.

FAQ

Wann wurde das Reiterstandbild Karls IV. enthüllt?

Das Denkmal wurde am 7. Mai 2022 während der feierlichen Eröffnung der 665. Karlsbader Kursaison offiziell enthüllt.

Wer hat die Statue entworfen und gefertigt?

Entworfen wurde sie vom akademischen Bildhauer Michal Gabriel in Zusammenarbeit mit dem Architekten Michael Gabriel, gefertigt vom Maschinenbauunternehmen KASPER KOVO s.r.o. in Trutnov.

Welche optische Täuschung verbirgt sich im Sockel der Statue?

Gezielt platzierte Aussparungen in den horizontalen Stahlplatten des Sockels erzeugen eine optische Täuschung: Aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet, scheint die Wenzelskrone frei im Inneren des Sockels zu schweben.

Wie schwer und wie hoch ist das Denkmal?

Die gesamte Installation ist zwischen 5,6 und 5,8 Meter hoch und wiegt zwischen 26,5 und 30 Tonnen, einschließlich Fundamentplatte aus Beton, Sockel und Stahlpodest.

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