Laternenträger: Helsinkis ikonische Steinmänner - Helsinki
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Ziel

Laternenträger: Helsinkis ikonische Steinmänner

Helsinki, Finland

Die Wächter des Hauptbahnhofs Helsinki

Sie halten Wache am Hauptportal des Hauptbahnhofs Helsinki am Rautatientori (Bahnhofsplatz): Vier kolossale Granitfiguren flankieren den wuchtigen Rundbogen des Empfangsgebäudes. Auf Finnisch heißen sie offiziell Lyhdynkantajat („Die Laternenträger“) und werden im Volksmund liebevoll Kivimiehet („Die Steinmänner“) genannt. Diese monumentalen Skulpturen gehören zu den bekanntesten Wahrzeichen von ganz Helsinki. Jeder Hüne hält eine kugelförmige Laterne in den Händen, die in der Abenddämmerung aufleuchtet und ihr sanftes Licht über die rosarote Granitfassade und die vorbeieilenden Pendler legt.

Emil Wikström und das Modell hinter den Figuren

Geschaffen wurden die Statuen vom Bildhauer Emil Wikström, der sie 1914 vollendete. Statt sich ein idealisiertes Heldengesicht auszudenken, holte sich Wikström die Inspiration direkt aus dem Alltag: Modell stand Jalmari Lehtinen, ein örtlicher Kleinpächter und Gärtner, der auf Wikströms Visavuori-Anwesen arbeitete.

Gehauen aus finnischem rosarotem Granit, abgebaut von Ab Granit Oy im Süden des Landes, markieren die muskulösen Steinriesen den Übergang vom späten Jugendstil zum frühen Rationalismus. Ihre strenge, aufrechte Haltung und die geometrische Formensprache harmonieren perfekt mit den klaren vertikalen Linien des Portals und dem angrenzenden, 48,5 Meter hohen Uhrturm.

Architekturgeschichte und Saarinens Neuentwurf

Die Laternenträger sind fester Bestandteil der monumentalen Fassade von Architekt Eliel Saarinen. Den ursprünglichen Wettbewerb für den Bahnhof hatte Saarinen 1904 noch mit einem Entwurf im Stil der Nationalromantik gewonnen, samt mittelalterlicher Wehrtürmchen und gemeißelter Bären. Doch die Kritiker Sigurd Frosterus und Gustaf Strengell veröffentlichten noch im selben Jahr eine bissige Streitschrift: Ein moderner Verkehrsknotenpunkt brauche rationale Funktionalität, Dampf und Stahl statt verstaubter Romantik.

Saarinen nahm die Kritik ernst und reiste durch Deutschland und Großbritannien, um zeitgenössische Bahnhofsarchitektur zu studieren. Bis 1909 hatte er das Gebäude komplett neu konzipiert: Historistische Ornamente wichen klaren, glatten Granitflächen. Noch im selben Jahr begannen die Bauarbeiten, und am 5. März 1919 wurde der Bahnhof schließlich feierlich eröffnet. Er ersetzte das alte Empfangsgebäude von Carl Albert Edelfelt aus dem Jahr 1862. Wikströms steinerne Träger, die genau in dieser Phase des Umbruchs entstanden, verkörpern den Schritt weg vom romantischen Historismus hin zur architektonischen Moderne.

Kulturikonen und moderner Kultstatus

Über die Jahrzehnte sind die Laternenträger weit über ihre Rolle als Bauschmuck hinausgewachsen und fest in Finnlands Popkultur verankert. Immer wieder nehmen sie am öffentlichen Leben teil: Während der COVID-19-Pandemie verpasste man ihnen riesige Schutzmasken, und anlässlich eines Konzerts der Rockband KISS in Helsinki trugen sie das markante Make-up der Band.

Heute begrüßen die Steinmänner täglich zwischen 200.000 und 240.000 Reisende an Finnlands größter Verkehrsdrehscheibe. Als architektonischer Anker schlagen sie die Brücke zwischen den klassizistischen Prachtbauten des Bahnhofsplatzes und dem pulsierenden modernen Stadtzentrum.

FAQ

Wer hat die Laternenträger geschaffen?

Die Skulpturen wurden vom finnischen Künstler Emil Wikström entworfen und 1914 vollendet.

Wer stand Modell für die Statuen?

Emil Wikström gestaltete die vier Figuren nach dem Vorbild von Jalmari Lehtinen, einem Kleinpächter und Gärtner, der in seinem Visavuori-Atelier arbeitete.

Wie werden die Statuen vor Ort genannt?

Auf Finnisch heißen sie offiziell Lyhdynkantajat („Die Laternenträger“) und werden im Volksmund meist Kivimiehet („Die Steinmänner“) genannt.

Aus welchem Stein wurden die Statuen gehauen?

Die Figuren wurden aus finnischem rosarotem Granit gehauen, der von Ab Granit Oy in Südfinnland abgebaut wurde.

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