
Harmonia: Achim Kühns Skulptur im Fluss Aura
Eine ikonische Fluke im Fluss Aura
Das 1996 enthüllte Kunstwerk Harmonia ragt 6,3 Meter hoch direkt aus dem Wasser des Flusses Aura, nahe dem Gasthafen von Turku an der Straße Läntinen Rantakatu. Geschaffen vom Berliner Kunstschmied Achim Kühn, ist die Skulptur bei den Einheimischen schlicht als Valaan pyrstö („Der Walschwanz“) bekannt und gehört zur Kunstsammlung der Stadt Turku.
In Auftrag gegeben wurde das Werk im Rahmen der Initiative „Europäische Skulpturenstadt“ (Eurooppalainen veistoskaupunki) der Stiftung Pro Cultura, die Mitte der 1990er-Jahre zeitgenössische internationale Kunst nach Turku brachte. Kühn, der an der Bauhaus-Universität Weimar Architektur studierte und sein Handwerk in der Berliner Metallwerkstatt seines Vaters Fritz Kühn lernte, zählt die Installation zu den wichtigsten Meilensteinen seiner Karriere.
Handwerkskunst und saisonaler Betrieb
Harmonia setzt sich aus rund 280 handgeschmiedeten, säurebeständigen Edelstahlplatten zusammen. Durch eine elektrolytische Oberflächenbehandlung entstand ein irisierender, fast schuppenartiger Schimmer, dessen Farbnuancen sich im direkten Sonnenlicht sanft verändern.
Doch das Kunstwerk ist weit mehr als nur ein markanter Blickfang, es dient zugleich als Springbrunnen. Von Mai bis Oktober wird Wasser aus dem Flussbett der Aura nach oben gepumpt und durch feine Öffnungen an den Flukenkanten versprüht. Dadurch entstehen kaskadierende Wasservorhänge, begleitet von einem stetigen Plätschern. Wenn im Winter der Frost einzieht, wird das Wassersystem abgeschaltet und Scheinwerfer am Flussufer setzen die Stahlskulptur in Szene.
Industrielles Fundament und maritimes Erbe
Statt auf einem künstlichen Sockel ruht Harmonia direkt auf dem unter Wasser liegenden Betonfundament eines ausgemusterten Hafenkrans. Diese Standortwahl verankert das Werk spürbar in der industriellen Vergangenheit des unteren Aurajoki. Es versinnbildlicht den Wandel des Viertels von einer Ära des schweren Schiffbaus, geprägt von Werften wie Wärtsilä und Crichton-Vulcan, hin zu einer lebendigen Flaniermeile und Kulturachse.
Auch die Form des Meeressäugers erinnert an die lokale Seefahrtsgeschichte. Im 19. Jahrhundert stachen von den Werften am Unterlauf des Flusses Walfangschiffe zu Expeditionen in die Arktis und den Pazifik in See. Neben Harmonia schuf Kühn noch eine zweite Skulptur für den öffentlichen Raum in Turku: Sepän soinnut („Die Akkorde des Schmieds“), die ganz in der Nähe im Konzertsaal Sigyn zu sehen ist.
FAQ
Woraus besteht die Skulptur Harmonia?
Harmonia besteht aus rund 280 handgeschmiedeten, säurebeständigen Edelstahlplatten, die elektrolytisch behandelt wurden, um ihren schillernden Glanz zu erzeugen.
Worauf ist die Skulptur verankert?
Das Kunstwerk ist direkt auf dem versunkenen Betonfundament eines alten Hafenkrans aus Turkus Werft- und Industrieepoche montiert.
Ist Harmonia das ganze Jahr über als Brunnen in Betrieb?
Nein. Der Brunnen läuft nur von Mai bis Oktober und pumpt Flusswasser durch Öffnungen in den Fluken. Im Winter wird das System abgeschaltet und Scheinwerfer vom Ufer beleuchten die Skulptur.
Welche historischen Ereignisse inspirierten das Design der Walfluke?
Neben dem maritimen Motiv erinnert die Skulptur an Walfangschiffe des 19. Jahrhunderts, die vom unteren Aurajoki zu Expeditionen in die Arktis und den Pazifik aufbrachen.



