
Jarno-Saarinen-Denkmal: Turkus Rennsportlegende
Turkus Hommage an eine Rennsportlegende
Im Barkerinpuisto an der Läntinen Rantakatu, direkt am Ufer der Aura, ehrt das Denkmal Maailmanmestari Jarno Saarinen (Weltmeister Jarno Saarinen) einen der schillerndsten Pioniere des Motorsports. Der in Turku geborene Jarno Karl Keimo „Paroni“ Saarinen (1945–1973) holte sich 1972 den Weltmeistertitel in der 250-cm³-Grand-Prix-Klasse und ist bis heute Finnlands einziger Motorrad-Straßenweltmeister in einer Soloklasse.
Die lebensgroße Bronzestatue zeigt Saarinen lächelnd in seiner Lederkombi, den Helm unter den Arm geklemmt und die andere Hand zum Victory-Zeichen erhoben. Auf einem Granitsockel platziert, den die Stadt Turku stiftete und errichtete, steht das Monument auf dem einstigen Gelände der Barker-Baumwollspinnerei. Der Ort erzählt vom modernen Wandel Turkus, bei dem ehemalige Industrieufer in grüne Erholungsräume verwandelt wurden. Saarinens Rennsportgestalt setzt dabei einen erfrischend unkonventionellen Kontrapunkt zum sonstigen Denkmalskatalog der Stadt, der traditionell von mittelalterlichen Kirchenmännern, Gelehrten und Staatsbeamten geprägt ist.
Ingenieur, Weltmeister und Fahrpionier
Saarinens rennsportliche Wurzeln lagen auf finnischen Eispisten (jäärata), bevor er sich auf den europäischen Asphalt wagte. Als ausgebildeter Ingenieur, der 1971 das Technische Institut Turku abschloss, brachte Saarinen feines technisches Gespür in den Sport ein: In seinen ersten Saisons frisierte und konstruierte er seine Rennmaschinen höchstpersönlich.
Sein technischer Hintergrund harmonierte perfekt mit seinem revolutionären Fahrstil in den Kurven. Saarinen stellte den Motorradrennsport auf den Kopf, indem er den modernen „Hang-off“-Stil in den Grand-Prix-Zirkus brachte: In Schräglage verlagerte er sein ganzes Körpergewicht neben die Maschine und strich mit dem Knie haarscharf über den Asphalt. Dieses Manöver veränderte die Renndynamik weltweit und fand rasend schnell Nachahmer.
In seinen frühen Meisterschaftsjahren war Saarinen mit minimaler Logistik unterwegs. Zusammen mit seiner Frau Soili Vuola bildete er ein echtes Zwei-Personen-Team, das in einem VW-Bus durch ganz Europa tourte. Vuola half beim Schrauben, zeigte an der Strecke die Boxentafel und kochte zwischen den Rennläufen das Essen. Später baute sich Saarinen eine glühende Fangemeinde in Italien auf, nachdem er das dortige Rennsport-Idol Giacomo Agostini auf selbst getunten Maschinen bezwungen hatte. Diese internationale Begeisterung überdauerte selbst Saarinens frühen Tod mit nur 27 Jahren. Er verunglückte am 20. Mai 1973 beim Großen Preis von Italien in Monza bei einer Massenkarambolage, die auch dem italienischen Rennfahrer Renzo Pasolini das Leben kostete. Saarinens Strahlkraft in Italien war so enorm, dass der spätere italienische Formel-1-Pilot Jarno Trulli ihm zu Ehren nach ihm benannt wurde.
Italienische Wurzeln und Enthüllung
Geschaffen vom italienischen Bildhauer Elia Alunni Tullini, verdankt die Statue in Turku ihre Existenz genau dieser grenzüberschreitenden Bewunderung. Tullinis ursprüngliches Modell entstand 2015 und wurde 2016 in Italien aufgestellt. Der italienische Motorradclub Motoclub Jarno Saarinen mit Sitz in Petrignano di Assisi organisierte und stiftete den Bronzeabguss anschließend für Saarinens Heimatstadt.
Am 2. Juli 2017 wurde das Denkmal im Barkerinpuisto enthüllt. Bei der Zeremonie war die Bronzefigur in ein Tuch gehüllt, das aus finnischen und italienischen Flaggen zusammengenäht war. Zwischen 3.000 und 5.000 Biker und Fans säumten damals das Ufer der Aura.
Ein lebendiger Treffpunkt am Flussufer
Auf der Parkwiese zwischen der Fußgängerpromenade an der Aura und der Linnankatu ist die Statue heute ein beliebter, offener Treffpunkt. Von Ostseeregen und feuchter Küstenluft im Laufe der Jahre gezeichnet, steht die Bronzefigur vor der lebendigen Kulisse des Bootsverkehrs auf der unteren Aura und vorbeiziehender Motorräder.
Jedes Jahr am 20. Mai versammeln sich Motorradfahrer zu einer Gedenkfahrt, der Jarno Saarisen muistoajo, die genau an dieser Statue endet. Auch an lauen Sommerabenden treffen sich einheimische Biker regelmäßig im Park, um dem Rennchampion ihren Respekt zu zollen.
FAQ
Wer schuf das Jarno-Saarinen-Denkmal in Turku?
Die Statue wurde vom italienischen Künstler Elia Alunni Tullini geschaffen und der Stadt Turku vom italienischen Motorradclub Motoclub Jarno Saarinen mit Sitz in Petrignano di Assisi gestiftet.
Welche rennsportliche Innovation geht auf Jarno Saarinen zurück?
Saarinen begründete die moderne „Hang-off“-Kurventechnik im Grand-Prix-Straßenrennsport, bei der das Körpergewicht neben die Maschine verlagert und das Knie über den Asphalt geschliffen wird.
Wann findet die jährliche Gedenkveranstaltung am Denkmal statt?
Motorradfahrer nehmen jedes Jahr am 20. Mai an der Gedenkfahrt Jarno Saarisen muistoajo teil, die an Saarinens Todestag im Jahr 1973 erinnert.



