
Les Machines de l'Île: Nantes' mechanische Kunst
Tritt ein in eine Werft aus dem 19. Jahrhundert, die sich in eine mechanische Menagerie verwandelt hat. Hier streift ein vier Stockwerke hoher Holzelefant an den Ufern der Loire entlang. Les Machines de l'Île liegt auf der Île de Nantes in den einstigen Werfthallen aus Stahl und Glas, bekannt als Les Nefs. Dieser Ort verkörpert wie kein zweiter den Wandel von Nantes: vom einstigen Industriehafen zum gefeierten europäischen Zentrum für urbane Erneuerung und Kreativität.
Industrielle Ursprünge und künstlerische Vision
Das Gelände von Les Machines de l'Île nimmt die ehemaligen Schiffswerften von Nantes ein, auf denen von 1861 bis zur Stilllegung 1987 gearbeitet wurde. Die Schöpfer François Delaroziere und Pierre Orefice riefen das Projekt 2003 ins Leben, eingebettet in einen Stadtentwicklungsplan des Architekten Alexandre Chemetoff.
Die künstlerische Vision verwebt drei völlig unterschiedliche Einflüsse: die Science-Fiction des in Nantes geborenen Autors Jules Verne, die mechanischen Skizzen von Leonardo da Vinci und die reiche Schiffsbautradition der Stadt. 2007 öffnete der Ort offiziell seine Pforten und bildet seitdem eine der Hauptattraktionen des Kulturrundwegs „Le Voyage à Nantes“.
Der Grand Éléphant
Das Herzstück des Geländes ist der Grand Éléphant, ein 12 Meter hoher, 8 Meter breiter und 21 Meter langer Automat. Die Konstruktion aus Holz und Stahl wiegt rund 48 bis 50 Tonnen und transportiert bis zu 50 Passagiere pro Fahrt. Trotz seines wuchtigen Industrie-Looks schlägt seit 2018 ein umweltfreundlicher Hybridmotor in der Brust des Kolosses.
Setzt sich der mechanische Elefant in Bewegung, bietet er ein imposantes kinetisches Spektakel. Aus seinem Rüssel ertönt ein lautes Tröten, gefolgt von einer Erfrischung für die Zuschauer in Form von feinem Sprühnebel. Während er durch den Parc des Chantiers stampft, lassen sich die offen liegenden Stahlzahnräder und die Bewegung seiner Holzbeine bewundern.
Interaktive Automaten und das Meereskarussell
Neben dem Elefanten bietet die Galerie des Machines als überdachte Ausstellungs- und Vorführhalle Raum für weitere Wunderwerke. Hier begegnest du interaktiven mechanischen Geschöpfen, darunter einem Riesenreiher, einer mechanischen Spinne, einer Riesenameise und einer Raupe.
2012 wurde das Areal am Ufer der Loire um das Carrousel des Mondes Marins erweitert. Dieses 25 Meter hohe Karussell mit einem Durchmesser von 22 Metern beherbergt auf drei Ebenen 35 mechanische Meeresbewohner. Die aufwendig gestalteten Automaten erwecken den Meeresboden, die düstere Tiefsee und die Meeresoberfläche zum Leben.
Die offene Werkstatt und reisende Kunstwerke
Les Machines de l'Île ist zugleich eine geschäftige Werkstatt, die jährlich rund 800.000 Besucher anlockt. Von einer Aussichtsterrasse aus kannst du Ingenieuren und Technikern des Ensembles La Machine dabei zusehen, wie sie mechanische Skulpturen live bauen und reparieren.
In den Werkstätten entstehen auch mobile mechanische Kreaturen für internationale Straßentheater-Auftritte. Ein bekanntes Werk ist Long Ma, ein mechanisches Drachenpferd, das als diplomatisches Geschenk zwischen Frankreich und China geschaffen wurde.
Wegen der weltweiten Bekanntheit verwechseln manche ausländischen Touristen das „Île“ im Namen, das sich auf die Insel in der Loire bezieht, mit der nordfranzösischen Stadt Lille.
FAQ
Wann wurde Les Machines de l'Île eröffnet?
Les Machines de l'Île wurde 2007 offiziell für das Publikum eröffnet. 2012 folgte die Erweiterung um das Carrousel des Mondes Marins.
Was ist der Grand Éléphant bei Les Machines de l'Île?
Der Grand Éléphant ist ein 12 Meter hoher, 48 bis 50 Tonnen schwerer mechanischer Elefant aus Holz und Stahl. Er wurde 2018 mit einem Hybridmotor umgerüstet und kann bis zu 50 Passagiere befördern.
Wer hat Les Machines de l'Île erschaffen?
Das Projekt wurde von François Delaroziere und Pierre Orefice konzipiert und erschaffen, inspiriert von Jules Verne, Leonardo da Vinci und der Geschichte des Schiffbaus in Nantes.




