Ziel

Place de la Daurade in Toulouse: Guide und Geschichte

Toulouse, France

Die Place de la Daurade verbindet das historische Herz von Toulouse direkt mit dem Ufer der Garonne. Am rechten Flussufer gelegen, sind dieser lebendige Platz und die angrenzende Liegewiese am Port de la Daurade der zentrale Treffpunkt für Einheimische, Studierende und Reisende. Von hier aus hast du einen weiten Panoramablick über die Strömung des Flusses, die steinernen Bögen des Pont Neuf und die grüne Kuppel der Chapelle de La Grave auf der anderen Uferseite.

Die Basilika Notre-Dame de la Daurade

Mitten auf dem Platz steht die Basilika Notre-Dame de la Daurade, eine aktive römisch-katholische Basilica minor im klassizistischen Stil des 18. und 19. Jahrhunderts. Schon von außen sticht ihr monumentaler Säulenportikus mit Giebel ins Auge, während das Innere mit großformatigen Wandgemälden von Joseph Roques über das Leben der Jungfrau Maria aufwartet. Ihren Namen verdankt die Basilika dem lateinischen Wort „Deaurata“, was so viel wie „vergoldet“ bedeutet. Eine direkte Anspielung auf die prachtvollen Blattgold-Mosaike aus dem 5. Jahrhundert, die einst die Wände des ursprünglichen Heiligtums zierten.

Die Schwarze Madonna

In den dämmrigen Seitenkapellen der Basilika ruht die Schwarze Madonna, eine dunkle Holzstatue, die als Schutzpatronin der Stadt verehrt wird. Traditionell gilt sie auch als Beistand für werdende Mütter, weshalb an ihrem Schrein regelmäßig Bänder und Schwangerschaftsgürtel gesegnet werden. Das Besondere: Die Schwarze Madonna besitzt eine beachtliche Garderobe, die passend zum katholischen liturgischen Kalender wechselt. Zu ihren Outfits gehören farbenprächtige, reich bestickte Gewänder und maßgeschneiderte Roben von renommierten Modeschöpfern wie Christian Lacroix und Jean-Charles de Castelbajac.

Jahrhunderte des Wandels

Dieser Ort hat über die Jahrhunderte gewaltige bauliche und kulturelle Veränderungen durchlebt. Zwischen 410 und 436 n. Chr. entstand hier ein erstes christliches Heiligtum auf den Überresten eines antiken römischen Tempels, der der Überlieferung nach Apollon geweiht war. Im 9. Jahrhundert schloss sich die Kirche einem Benediktinerkloster an. Auf dem Gelände des ehemaligen mittelalterlichen Kreuzgangs dieses Klosters fand später die Kunstakademie der Stadt ihren Platz.

Die ursprüngliche mittelalterliche Marienstatue wurde im 15. Jahrhundert gestohlen. Ihr Ersatz dunkelte durch Kerzenruß und Oxidation mit der Zeit nach, wurde jedoch 1799 während der Französischen Revolution von Revolutionären auf der Place du Capitole öffentlich verbrannt. Die heutige Schwarze Madonna ist eine Nachbildung aus dem Jahr 1807. Die mittelalterliche Kirche selbst, baufällig und vernachlässigt, riss man Ende des 18. Jahrhunderts ab und errichtete sie in ihrer heutigen klassizistischen Gestalt neu. 1876 erhob Papst Pius IX. sie schließlich offiziell zur Basilika.

Kurioses am Uferkai

Im späten Nachmittagslicht leuchten die Uferbefestigungen und historischen Fassaden in tiefem Rosa und Ocker, was den für Toulouse typischen warmen Terrakottaziegeln ihren unverwechselbaren Glanz verleiht. Entlang des Ufers bieten die Kais Anlegestellen für Bootsfahrten und Zugang zu Cafés am Wasser. Ein kleiner Backsteinkiosk direkt am Kai, der in jüngerer Zeit als Freiluftcafé und Eisstand diente, hütet allerdings eine düstere Vergangenheit: Im 19. Jahrhundert wurde er ursprünglich als Flussleichenschauhaus erbaut, um aus der Garonne geborgene Ertrunkene aufzubahren und zu identifizieren.

FAQ

Woher hat die Place de la Daurade ihren Namen?

Der Name stammt vom lateinischen Wort „Deaurata“, was „vergoldet“ bedeutet. Das bezieht sich auf die kunstvollen christlichen Blattgold-Mosaike aus dem 5. Jahrhundert, die einst die Wände des ursprünglichen Heiligtums schmückten.

Wer hat die Kleidung für die Schwarze Madonna entworfen?

Die Schwarze Madonna besitzt eine umfangreiche liturgische Garderobe, darunter maßgeschneiderte Roben von renommierten Modedesignern wie Christian Lacroix und Jean-Charles de Castelbajac.

Wofür wurde der Backsteinkiosk am Quai de la Daurade ursprünglich genutzt?

Ein kleiner Backsteinkiosk direkt am Kai diente im 19. Jahrhundert ursprünglich als Flussleichenschauhaus zur Identifizierung von Personen, die aus der Garonne geborgen wurden.

More places in Toulouse