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Place Saint-Georges: Geschichte und Cafés in Toulouse

Toulouse, France

Tauch ein in die pulsierende Cafékultur und das lebendige Treiben rund um die malerische Place Saint-Georges. Auf halbem Weg zwischen den großen Einkaufsstraßen von Toulouse und der Place Wilson gelegen, bildet dieser unregelmäßige fünfeckige Platz das lockere, lebhafte Gegenstück zum monumentalen Prunk der Place du Capitole. Mit rund 4.190 Quadratmetern im historischen Stadtkern wird das Areal von den warmen, unverwechselbaren Rosa- und Terrakottatönen des typischen Toulouser Ziegelmauerwerks geprägt.

Lebendige Cafészene

Heute gilt die Place Saint-Georges als einer der beliebtesten Treffpunkte von Toulouse, berühmt für ihre dichte Ansammlung an Restaurant- und Bistroterrassen. Der fast vollständig verkehrsberuhigte Platz bietet eine schattige Oase unter Bäumen, in der das Klirren von Gläsern und angeregte Gespräche die Luft erfüllen. Diese entspannte, sonnige Kulisse steht allerdings in krassem Kontrast zur düsteren Vergangenheit des Ortes.

Vom mittelalterlichen Markt zur Richtstätte

Bereits vor dem 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt, florierte hier ursprünglich ein geschäftiges Handelszentrum mit einem lukrativen überdachten Weinmarkt, umringt von Bäckereien und Tavernen. Seinen Namen verdankt der Platz einer Kapelle aus dem 13. Jahrhundert, die dem heiligen Georg geweiht war und mitten auf dem Platz stand, ehe sie versetzt und 1808 endgültig abgerissen wurde. Im Lauf der Jahrhunderte wandelte sich der Ort jedoch zu einem Schafott und wurde zur zentralen Hinrichtungsstätte von Toulouse.

Das Erbe von Jean Calas

Traurige Berühmtheit erlangte der Platz vor allem am 10. März 1762, als der protestantische Kaufmann Jean Calas hier öffentlich gerädert, erdrosselt und verbrannt wurde. Dieses von religiösem Fanatismus getriebene Fehlurteil brachte den Philosophen Voltaire dazu, eine europaweite Kampagne zu starten. Sein Einsatz führte 1765 zur posthumen Rehabilitierung von Calas und inspirierte Voltaires wegweisende Schrift Über die Toleranz. Heute erinnert die nordöstliche Ecke des Platzes als Square Jean-Calas an ihn, komplett mit Gedenktafel und einem 2021 renovierten Kinderspielplatz.

Architektur und historische Kuriositäten

Umrahmt wird der Platz von Stadthäusern und Stadtpalais aus verschiedenen Jahrhunderten. Als architektonisches Prunkstück sticht das klassizistische Hôtel Lafage aus dem 18. Jahrhundert hervor: 1747 von Henri-Joseph Lafage in Auftrag gegeben, glänzt das Gebäude mit einer zwölfachsigen Fassade aus Backstein und Verzierungen aus weißem Naturstein.

Im Lauf der Geschichte erlebte der Platz immer wieder überraschende Zwischennutzungen: 1752 beherbergte er die vertriebenen Händler der Place Royale, während die Fassade des Capitole neu errichtet wurde. 1797 wiederum boten hier die Trödler und Lumpenhändler auf dem marché des Proxénètes ihre Waren feil. Diese wechselhafte Identität spiegelt sich auch in früheren Namen wider: Bevor man zur Bezeichnung Place Saint-Georges zurückkehrte, hieß das Areal zeitweise Place de Montaygon, Place Calas und Place Paul-Vidal.

FAQ

Warum ist die Place Saint-Georges historisch bedeutsam?

Historisch diente der Platz als wichtigste Richtstätte von Toulouse. Besondere Bekanntheit erlangte er durch die Hinrichtung des unschuldig verurteilten protestantischen Kaufmanns Jean Calas im Jahr 1762, die eine internationale Kampagne des Philosophen Voltaire auslöste und dessen Traktat über die Toleranz inspirierte.

Welche Architekturstile gibt es an der Place Saint-Georges zu sehen?

Der Platz ist von Stadthäusern und Stadtpalais aus verschiedenen Epochen umgeben, die in den traditionellen Rosatönen des lokalen Ziegelmauerwerks leuchten. Ein Highlight ist das Hôtel Lafage aus dem 18. Jahrhundert mit seiner zwölfachsigen Fassade aus Ziegelstein und weißem Naturstein.

Ist die Place Saint-Georges für Fahrzeuge zugänglich?

Der Platz ist fast vollständig Fußgängern vorbehalten und dient als schattiger, verkehrsberuhigter Treffpunkt. Es gibt lediglich eine ruhige, einspurige Zufahrtszone.

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