Bastion Kaisertrutz: Görlitz' historische Festung - Gorlitz
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Ziel

Bastion Kaisertrutz: Görlitz' historische Festung

Gorlitz, Germany

Als wuchtige mittelalterliche Wehranlage, die sich ihren Namen durch den erfolgreichen Trotz gegen ein ganzes Kaiserreich verdiente, prägt die Bastion Kaisertrutz den Platz des 17. Juni. Als markantes Tor markiert sie die Grenze, an der die mittelalterliche Stadtbefestigung einst auf die Handelsstraße Via Regia traf. Heute schlägt die Festung die Brücke zwischen der modernen Görlitzer Innenstadt und dem historischen Obermarkt.

Eine Festung, die dem Kaiser trotzte

1490 zur Sicherung des westlichen Zugangs am Reichenbacher Tor errichtet, trug das gewaltige runde Artillerierondell ursprünglich den Namen „Großes Reichenbacher Rondell“. Es entstand eigens, um Stadt und Via Regia gegen die zunehmende Bedrohung durch Feuerwaffen zu schützen. Von den einst 32 Bastionen, die Görlitz verteidigten, ist es heute eine von nur vier verbliebenen.

Ihren heutigen Namen verdankt die Anlage dem Dreißigjährigen Krieg. 1641 hielten schwedische Besatzungstruppen die Bastion besetzt und trotzten erfolgreich einer mehrwöchigen Belagerung durch kaiserliche und sächsische Truppen.

Um 1848 baute die preußische Garnison das Gebäude zur Hauptwache um. In dieser Zeit wurde der umlaufende Graben zugeschüttet. Auch der heutige Arkadeneingang und die flankierenden Ecktürmchen gehen auf diesen Umbau im 19. Jahrhundert zurück und sind keineswegs mittelalterlichen Ursprungs.

Architektur und archäologische Entdeckungen

Der Rundbau präsentiert sich als kompaktes Bollwerk aus rotbraunem Naturstein. Seine charakteristisch dicken, geschwungenen Mauern sind von Schießscharten und kleinen Rundbogenöffnungen durchbrochen. Von 1521 bis zu den preußischen Umbauten 1848 verbanden hohe Schildmauern die Bastion mit dem benachbarten, 51 Meter hohen Reichenbacher Turm und bildeten so einen massiv befestigten Tordurchgang.

Trotz ihres spätmittelalterlichen Ursprungs birgt die Anlage ein noch älteres Geheimnis. Bei der Freilegung des verfüllten Kellergeschosses zwischen 1998 und 1999 stießen Archäologen direkt unter den Fundamenten auf die hölzernen Überreste eines Brunnens aus dem 13. Jahrhundert, der gut zwei Jahrhunderte älter ist als die Festung selbst.

Das Museum der Görlitzer Sammlungen

Bereits 1932 als städtisches Museum eröffnet, dient der Kaisertrutz heute als zentraler Ausstellungsort der Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm das Haus 1948 wieder den regulären Museumsbetrieb auf.

Das Museum beherbergt Dauerausstellungen zur Archäologie und Kulturgeschichte, die 14.000 Jahre oberlausitzische Vergangenheit umspannen. Ergänzt wird die Schau durch die Galerie der Moderne mit Werken aus dem 20. und 21. Jahrhundert.

Farbige Bodenstreifen leiten dich durch den kreisförmigen Grundriss. Jede Farbe steht für eine eigene Epoche und führt die historischen Ausstellungen von den prähistorischen Funden im Kellergeschoss chronologisch nach oben.

FAQ

Warum heißt die Bastion Kaisertrutz?

Der Name bedeutet wörtlich „dem Kaiser zum Trotz“. Er entstand 1641, als schwedische Besatzungstruppen einer mehrwöchigen Belagerung durch kaiserliche und sächsische Truppen erfolgreich standhielten.

Was befindet sich heute im Kaisertrutz?

Die Bastion beherbergt die Görlitzer Sammlungen mit archäologischen Ausstellungen zu 14.000 Jahren oberlausitzischer Geschichte, Einblicken in die Regionalgeschichte und der Galerie der Moderne.

Wann wurde die Bastion Kaisertrutz erbaut?

Sie wurde 1490 als Artilleriebastion zum Schutz der Handelsstraße Via Regia erbaut, doch Archäologen entdeckten später unter ihren Fundamenten einen Brunnen aus dem 13. Jahrhundert.

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