Schlesisches Museum in Görlitz: Im Inneren des Schönhofs - Gorlitz
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Schlesisches Museum in Görlitz: Im Inneren des Schönhofs

Gorlitz, Germany

Das Schlesische Museum in Görlitz prägt die Ecke Brüderstraße und Untermarkt und bildet das Herzstück des kulturellen Erbes der Region. Untergebracht im historischen Schönhof und dem benachbarten Haus zum Goldenen Baum, versteht sich das Haus als zweisprachiges, grenzüberschreitendes Kulturzentrum. Auf 2.000 Quadratmetern führt die Dauerausstellung durch 900 Jahre schlesische Geschichte, Kunsthandwerk und die prägenden Ereignisse des 20. Jahrhunderts.

Das architektonische Erbe des Schönhofs

Die Wurzeln des Schönhofs reichen bis ins späte 13. und 14. Jahrhundert zurück, als er als herrschaftliches Handelshaus an der Via Regia diente und regelmäßig gekrönte Häupter beherbergte. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1525 baute Baumeister Wendel Roskopf das erhaltene spätgotische Hallenhaus um. Nach seiner Fertigstellung 1526 galt der Schönhof als das älteste weltliche Renaissancegebäude in Görlitz und eines der frühesten Zeugnisse dieser Epoche nördlich der Alpen.

Vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert wurde das Gebäude als Brauerei und Gasthaus genutzt. 1908 entging es nur knapp dem Abriss durch einen privaten Eigentümer, doch eine frühe Denkmalschutzinitiative der Stadt sicherte 1909 den Ankauf mithilfe preußischer Staatsgelder. Nach der Wiedervereinigung brachten aufwendige Restaurierungen in den 1990er-Jahren die ursprünglichen Renaissance-Grundrisse und Wandmalereien wieder ans Licht und ebneten den Weg für die Eröffnung der Dauerausstellung im Mai 2006.

Schlesisches Handwerk und Erbe

Die umfassende Sammlung des Museums rückt bedeutende Handwerkstraditionen der Region ins Rampenlicht. Zu den Höhepunkten zählen geschliffenes Kristallglas aus dem Riesengebirge, filigrane Breslauer Goldschmiedekunst und die unverwechselbare Bunzlauer Keramik.

Da der westlich der Lausitzer Neiße gelegene Teil der historischen preußischen Provinz Schlesien nach 1945 bei Deutschland verblieb, schlägt Görlitz eine direkte Brücke zu diesem regionalen Erbe. In Forschungs- und Digitalprojekten wie der zweisprachigen Initiative Schönhof digital arbeitet das Museum eng mit polnischen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen zusammen, um diese gemeinsame Geschichte lebendig zu halten.

Eine einzigartige freistehende Inszenierung

Um den empfindlichen Putz aus dem 16. und 17. Jahrhundert sowie die restaurierten Wandmalereien zu schonen, setzt die Ausstellungsgestaltung auf ein eigens entwickeltes, freistehendes System. Abgesehen von der Sicherheitstechnik wird kein einziges Exponat und keine Vitrine direkt an die historischen Wände gehängt oder darin verankert.

Diese behutsame Konservierung lässt die Architektur selbst zum Exponat werden. Tageslicht, das durch die zentrale Hallenstruktur fällt, setzt kunstvolle Holzbalkendecken und bemalte Renaissance-Friese in Szene. Der sanfte historische Putz und die reich gegliederten Frührenaissance-Pilaster stehen in einem reizvollen Kontrast zu den angrenzenden Übergangsbauten, die noch Details spätgotischer Trompe-l’œil-Malerei bewahren.

FAQ

Wo befindet sich das Schlesische Museum in Görlitz?

Das Museum befindet sich an der Kreuzung Brüderstraße und Untermarkt und ist im historischen Schönhof sowie im angrenzenden Haus zum Goldenen Baum untergebracht.

Welche historische Bedeutung hat der Schönhof?

Der 1526 nach einem verheerenden Stadtbrand von Baumeister Wendel Roskopf errichtete Schönhof ist das älteste weltliche Renaissancegebäude in Görlitz und ein wegweisendes architektonisches Vorbild für die Region.

Warum stehen die Ausstellungselemente frei im Raum?

Die Ausstellungselemente wurden eigens als komplett freistehende Konstruktionen entworfen, um den empfindlichen Putz und die Wandmalereien aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu schützen. Nichts wird in den historischen Wänden verankert.

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