Peterskirche Görlitz: Die gotische Kirche mit der Sonnenorgel - Gorlitz
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Peterskirche Görlitz: Die gotische Kirche mit der Sonnenorgel

Gorlitz, Germany

Blick nach oben: Die markanten Doppeltürme und das Kupferdach der Pfarrkirche St. Peter und Paul beherrschen die Silhouette hoch über dem Fluss. Direkt neben dem Waidhaus verankert die Kirche (im Volksmund einfach Peterskirche) den östlichen Rand der Görlitzer Altstadt und markiert den Übergang hinab zur Grenzbrücke ins polnische Zgorzelec. Wo auch immer du durch die historischen Gassen streifst, ihre Silhouette dient als verlässlicher Orientierungspunkt.

Ein gotisches Meisterwerk

Mit stolzen 72 mal 39 Metern Grundfläche und einem 24 Meter hohen Innengewölbe ist die Peterskirche eine beeindruckende fünfschiffige spätgotische Hallenkirche. Schlanke Steinsäulen verzweigen sich in kunstvolle Stern- und Netzgewölbe, die unter dem steilen, patinierten Kupferdach wie ein lichtdurchfluteter Wald aus Stein wirken. Weil das Gelände steil ins Tal der Lausitzer Neiße abfällt, brauchte der Chor massive Stützmauern. So entstand unter der Kirche die zweigeschossige Georgenkapelle, die 1457 geweiht wurde. Zwischen 1889 und 1891 wuchsen die beiden neugotischen Türme schließlich auf 84 Meter empor und erhielten ihre charakteristischen Betonhelme.

Zerstörung und Wiedergeburt

Ursprünglich stand hier um 1230 eine romanische Basilika. Die heutige weitläufige Hallenkirche erhielt ihr Gewölbe zwischen 1490 und 1497 unter Werkmeister Conrad Pflüger. 1691 vernichtete ein verheerender Stadtbrand das gesamte Inventar, woraufhin die Kirche im barocken Prunk wiedererstand. Aus dieser Zeit stammen die kunstvolle Kanzel und der Hochaltar aus Sandstein und Stuckmarmor, den George Heermann 1695 schuf. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs traf es die Kirche erneut schwer: Am 7. Mai 1945 sprengten sich zurückziehende deutsche Truppen die nahegelegene Altstadtbrücke. Die Druckwelle zerstörte fast alle Buntglasfenster und beschädigte das Maßwerk sowie das Dach massiv.

Die legendäre Sonnenorgel

Das Prunkstück der Kirche ist die berühmte Sonnenorgel, die Eugenio Casparini und sein Sohn zwischen 1697 und 1703 erbauten. Ihren barocken Prospekt zieren 17 goldene Sonnen. In zwölf dieser Sonnen sitzen kreisförmig angeordnete Pfeifen, die eine unverwechselbare 12-fache Pedalmixtur erklingen lassen. Die schwergängige Traktur brachte einst sogar Johann Sebastian Bach ins Schwitzen, als er das Instrument zwischen 1729 und 1741 begutachtete. Er nannte sie angeblich eine „Pferdeorgel“, weil man geradezu Pferdestärken brauchte, um die Tasten zu drücken. Zar Peter der Große hingegen war bei seinem Besuch 1715 so begeistert, dass er den Görlitzer Organisten gleich mit dem Entwurf einer Riesenorgel für Sankt Petersburg beauftragte, die allerdings nie gebaut wurde.

Ein Raum voller Klang

Heute ist die Peterskirche eine lebendige evangelisch-lutherische Gemeindekirche, die Gläubigen wie Neugierigen gleichermaßen offensteht. Das weite fünfschiffige Kirchenschiff sorgt für einen langen Nachhall, der die klangliche Wucht der Sonnenorgel perfekt zur Geltung bringt. Regelmäßig finden hier Konzerte und Orgelvorführungen statt, allen voran die beliebte Mittagsreihe „orgel • punkt 12“.

FAQ

Was hat es mit der Sonnenorgel in der Peterskirche auf sich?

Die von Eugenio Casparini und seinem Sohn zwischen 1697 und 1703 erbaute Sonnenorgel besticht durch einen Barockprospekt mit 17 goldenen Sonnen. In zwölf dieser Sonnen sitzen radial angeordnete Pfeifen, die eine unverwechselbare 12-fache Pedalmixtur erklingen lassen.

Was ist die unterirdische Georgenkapelle?

Da die Kirche auf einem steilen Felsvorsprung über der Lausitzer Neiße steht, waren massive Unterbauten nötig, um den Chor abzustützen. So entstand die zweigeschossige unterirdische Georgenkapelle, die 1457 geweiht wurde.

Wie wurde die Peterskirche 1945 beschädigt?

Am 7. Mai 1945 sprengten sich zurückziehende deutsche Truppen die nahegelegene Altstadtbrücke. Die gewaltige Druckwelle zerstörte fast alle Buntglasfenster der Kirche und beschädigte das Dach sowie das steinerne Maßwerk schwer.

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