Die Vier Türme von Koblenz: Historische Erker - Koblenz
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Die Vier Türme von Koblenz: Historische Erker

Koblenz, Germany

Die prunkvollen historischen Erker, die die ikonische Kreuzung der Vier Türme prägen, dienen als optischer Mittelpunkt in Koblenz. Lokal als Vier Türme bekannt, befindet sich dieses architektonische Ensemble an der zentralen Kreuzung von Am Plan, Löhrstraße, Marktstraße und Altengraben. Seinen Namen hat es nicht von freistehenden Türmen, sondern von den reich verzierten, mehrstöckigen Erkern, die an den Ecken von vier historischen Bürgerhäusern hervorspringen.

Ein Scheidepunkt der Geschichte

Die Eckgebäude wurden beim Übergang zwischen Spätrenaissance und Frühbarock entworfen. Das zwischen 1689 und 1692 errichtete Projekt wird hauptsächlich dem kurfürstlichen Hofbaumeister Johann Christoph Sebastiani zugeschrieben. Der Straßenverlauf an dieser Kreuzung spiegelt das antike römische Straßennetz wider, da er sich über einen ehemaligen Graben entlang der alten römischen Stadtmauer entwickelt hat.

Die vier konkreten Immobilien umfassen Am Plan 2 (erbaut 1692), Marktstraße 2 (erbaut 1689), Marktstraße 1 (erbaut 1690 mit Fachwerk im Obergeschoss) und Löhrstraße 2 (erbaut 1690 oder 1691). Zusammen markieren sie den räumlichen Übergangspunkt, der den Marktplatz Am Plan mit der kommerziellen Löhrstraße und den historischen Gassen der Innenstadt verbindet.

Zerstörung und Wiederaufbau

Vorgängerbauten an diesem Standort aus dem Jahr 1608 wurden 1688 von französischen Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. Diese Zerstörung führte zum systematischen Wiederaufbau der Kreuzung mit passenden Eckerker-Fenstern.

Während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1944 erlitten drei der vier Gebäude schwere Schäden oder totale Zerstörung. Nur die Marktstraße 1 überstand die Bombardierung nahezu unbeschädigt. Zwischen 1949 und 1960 wurden die drei zerstörten Gebäude sorgfältig rekonstruiert. Die Bauherren nutzten Originalvorlagen und erhaltene historische Zeichnungen, um das einheitliche optische Erscheinungsbild der Kreuzung zu bewahren.

Versteckte architektonische Kuriositäten

Jeder Erker besticht durch unverwechselbare historische Details. Da die Marktstraße 1 den Zweiten Weltkrieg intakt überstanden hat, bewahrt ihr Erker originale barocke Steinmetzarbeiten wie Putti, Fruchtgirlanden und üppiges Blattwerk.

Der Erker der Marktstraße 2 ist mit kunstvoll gemeißelten Steinkanonen, Gewehren, Musketen, Bannern und Signalhörnern verziert. Dieses militärische Motiv erinnert an die kurfürstlichen Soldaten und preußischen Polizisten, die dort bis 1848 stationiert waren. Zudem wurde im Gebäude in der Löhrstraße 2 von 1730 bis in die 2000er Jahre ununterbrochen eine Apotheke betrieben.

Der moderne Fußgängerbereich

Heute bilden die Vier Türme ein architektonisches Freiluftdenkmal mitten in der Fußgängerzone von Koblenz. Das Ensemble ist eine geschützte Denkmalzone und Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal. In den Erdgeschossen und Obergeschossen der Gebäude befinden sich Gewerbebetriebe, Einzelhandelsgeschäfte, Büros und Arztpraxen.

Eine einzigartige bauliche Veränderung gab es 1950, als eine Fußgängerpassage direkt in die Ecke des Erdgeschosses von Am Plan 2 geschlagen wurde. Dies diente als Sicherheitszuflucht für Fußgänger, wenn die Straßenbahnen, die bis 1967 durch die Kreuzung fuhren, enge Kurven um die scharfe Straßenecke nahmen.

FAQ

Warum heißt die Kreuzung in Koblenz Vier Türme?

Der Name Vier Türme stammt von den reich verzierten, mehrstöckigen Erkern, die von den Ecken der vier historischen Bürgerhäuser an der Kreuzung ragen und optisch den Eindruck von vier kleinen Türmen erwecken.

Wann wurden die Vier Türme gebaut?

Die heutigen Barock- und Renaissancegebäude wurden zwischen 1689 und 1692 systematisch errichtet, nachdem die Vorgängerbauten im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört worden waren.

Haben die Vier Türme den Zweiten Weltkrieg überstanden?

Ja, das Gebäude in der Marktstraße 1 hat die Luftangriffe von 1944 nahezu unbeschadet überstanden. Sein Erker zeigt noch immer die originalen barocken Steinmetzarbeiten mit Putti und Fruchtgirlanden. Die anderen drei Gebäude wurden schwer beschädigt und zwischen 1949 und 1960 rekonstruiert.

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