
Alter Garten: Schwerins Prachtplatz am See
Lass deinen Blick über die gewaltige Weite des Alten Gartens schweifen, einen 200 mal 100 Meter großen Monumentalplatz direkt am Schweriner Ufer. Eingerahmt vom Schweriner See und dem Burgsee bildet der Platz das räumliche und symbolische Scharnier zwischen dem bürgerlichen Stadtgrundriss und dem großherzoglichen Machtsitz. Seit Juli 2024 gehört er als Teil des Schweriner Residenzensembles offiziell zum UNESCO-Welterbe.
Wenn der Herzog umplant
In der Frühen Neuzeit hieß das Areal direkt vor der Schlossinsel noch Burgfreiheit. Vor dem Dreißigjährigen Krieg lag hier ein herzoglicher Lustgarten samt kunstvollen Wasserspielen. Später wurde das Gelände eingeebnet, um als militärischer Parade- und Exerzierplatz zu dienen. Seinen Namen „Alter Garten“ verdankt der Platz der Tatsache, dass hier eben jener ursprüngliche Herzogsgarten blühte, bevor rings um die Schlossinsel weitaus prächtigere Barock- und Landschaftsgärten nach englischem Vorbild entstanden.
Im 19. Jahrhundert fasste Großherzog Paul Friedrich den Plan, seine Residenz direkt an den Platz zu verlegen, und beauftragte Hofbaumeister Georg Adolf Demmler mit dem Entwurf eines prunkvollen Palastes. Nach dem plötzlichen Tod des Großherzogs im Jahr 1842 entschied sich sein Nachfolger Friedrich Franz II. jedoch dafür, stattdessen das Schloss auf der Insel umzubauen. Das aufgegebene Projekt hinterließ bleibende Spuren: Das Staatliche Museum Schwerin steht heute buchstäblich auf den halbfertigen Grundmauern des nie vollendeten Residenzschlosses von 1842.
Monumentale Baukunst
Nach dieser fürstlichen Kehrtwende wandelte sich der Alte Garten zu einem repräsentativen Bürger- und Kulturforum. Baumeister wie Demmler, Hermann Willebrand und Georg Daniel vollendeten die Randbebauung zwischen 1825 und 1886. Heute wird der Platz von einem beeindruckenden architektonischen Ensemble gerahmt, zu dem das Mecklenburgische Staatstheater, das Staatliche Museum, das Alte Palais und die Staatskanzlei gehören.
Gleich mehrere Denkmäler geben der weiten Fläche Halt. Die zentrale Siegessäule aus den Jahren 1872 bis 1874 wird von einem Halbkreis aus Linden flankiert. Auf ihrer Spitze thront übrigens nicht die klassische römische Siegesgöttin Victoria, sondern Megalopolis, die weibliche Personifikation Mecklenburgs. Ganz in der Nähe halten die dramatischen Skulpturen der Rossebändiger Wache am Übergang zur Schlossbrücke.
Schwerins kultureller Treffpunkt
Heute ist der Alte Garten der wichtigste kulturelle Treffpunkt der Stadt. Auf dem weiten Pflaster finden Open-Air-Konzerte, Theateraufführungen und Volksfeste statt. Er ist auch die traditionelle Kulisse für das alljährliche Schweriner Winzerfest, das den Platz und das Schloss im Hintergrund in einen lebendigen Marktplatz verwandelt.
Aber auch abseits großer Events ist der Platz ein unverzichtbares Scharnier für Spaziergänger. Er verbindet die historische Flaniermeile der Schloßstraße direkt mit den Museen der Schlossinsel und der malerischen Uferpromenade. Hier trifft die weite Wasserlandschaft unmittelbar auf stolze Neorenaissance-Fassaden.
FAQ
Warum heißt der Platz Alter Garten?
Der Platz trägt den Namen „Alter Garten“, weil sich hier vor dem Dreißigjährigen Krieg ein herzoglicher Lustgarten befand. Er ist älter als die weitläufigeren Barock- und Landschaftsgärten im englischen Stil, die später rund um die Schlossinsel angelegt wurden.
Welche Statue thront auf der Siegessäule am Alten Garten?
Die bronzene Figur auf der Siegessäule aus den 1870er-Jahren ist Megalopolis, die weibliche Personifikation Mecklenburgs, und nicht die traditionelle römische Siegesgöttin Victoria.
Welche Veranstaltungen finden auf dem Alten Garten statt?
Der Platz dient als Schwerins wichtigstes Kulturforum und Schauplatz von Open-Air-Konzerten, Theateraufführungen und Volksfesten, allen voran dem alljährlichen Schweriner Winzerfest.



