Schweriner Marktplatz: Geschichte und Architektur - Schwerin
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Ziel

Schweriner Marktplatz: Geschichte und Architektur

Schwerin, Germany

Der Marktplatz, offiziell Altstädtischer Markt genannt, ist das bürgerliche und wirtschaftliche Herz Schwerins. Nach der Verleihung des Stadtrechts im Jahr 1160 angelegt, bildet der Platz das Zentrum der historischen Altstadt zwischen dem Schweriner Dom im Norden und dem Schloss im Süden. Historisch diente er als kaufmännisches Gegengewicht zur herzoglichen Macht am Seeufer.

Architektonische Gegensätze

Der Platz lebt vom spannungsvollen Kontrast zweier markanter Bauten. Auf der Westseite steht das Altstädtische Rathaus. Zwar befindet sich an dieser Stelle schon seit mindestens 1338 ein Rathaus, seine heutige ocker-rote Fassade im Tudorstil verdankt es jedoch Hofbaumeister Georg Adolf Demmler, der sie 1835 gestaltete. Dieser Umbau verdeckte ältere Fachwerkstrukturen aus dem 17. Jahrhundert, sodass heute nur noch ein spitzbogiger Durchgang an der Ostseite als mittelalterliches Relikt zeugt. Vom Mittelgiebel der Dachkante leuchtet eine vergoldete Reiterfigur Heinrichs des Löwen aus dem 18. Jahrhundert, die an das Schweriner Stadtwappen angelehnt ist.

Am Nordrand des Platzes erhebt sich das Säulengebäude. Entworfen von Hofbaumeister Johann Joachim Busch und errichtet zwischen 1783 und 1785, besticht dieser Bau des Spätbarocks und Frühklassizismus durch einen markanten Säulengang mit vierzehn weißen dorischen Säulen. Herzog Friedrich ließ das Gebäude als überdachte Markthalle errichten, um das chaotische Treiben der hölzernen Händlerstände im Freien durch geordnete, hygienischere Bedingungen zu ersetzen. Der Fries zeigt bis heute in Stein gemeißelte Handelssymbole, darunter Räder und den Hermesstab. Das Gebäude wurde ganz bewusst auf zwei Stockwerke begrenzt, damit die wuchtigen Backsteintürme des Schweriner Doms direkt dahinter weiterhin vom Marktplatz aus zu sehen sind.

Denkmäler und Stadtleben

Der ursprüngliche mittelalterliche Platz war wesentlich kleiner, wurde jedoch nach mehreren verheerenden Stadtbränden, insbesondere jenem von 1651, auf rund 115 mal 45 Meter vergrößert. Heute ist der Marktplatz ein lebendiger Treffpunkt für Fußgänger, auf dem Wochenmärkte und saisonale Feste stattfinden.

Das Altstädtische Rathaus dient der Schweriner Stadtvertretung nach wie vor als Tagungsort und beherbergt die offizielle Tourist-Information. Das Säulengebäude wird heute gastronomisch genutzt, mit Freisitzen unter den klassischen Säulen, und bietet Raum für kulturelle Ausstellungen.

Für eine Prise moderne Provokation auf dem historischen Pflaster sorgt das Löwendenkmal, eine 4,5 Meter hohe Kalksteinsäule des Bildhauers Peter Lenk aus dem Jahr 1995. Das Monument illustriert mehrere Episoden aus dem Leben Herzog Heinrichs des Löwen. Eine Seite wartet mit einem pikanten Detail auf: Reihen nackter Hintern, die dem Betrachter entgegenstrecken. Dies ist eine Anspielung auf eine lokale Legende, nach der die Einwohner der rivalisierenden Stadt Bardowick dem vorbeireitenden Herzog spottend ihr nacktes Hinterteil präsentierten.

FAQ

Wann entstand der Schweriner Marktplatz?

Der Marktplatz wurde nach der Verleihung des Schweriner Stadtrechts im Jahr 1160 angelegt. Ursprünglich maß er etwa 60 mal 20 Meter, bevor er nach einem verheerenden Brand im Jahr 1651 deutlich erweitert wurde.

Welche Geschichte steckt hinter dem Säulengebäude?

Das zwischen 1783 und 1785 von Architekt Johann Joachim Busch errichtete Säulengebäude wurde von Herzog Friedrich als Markthalle in Auftrag gegeben, um die chaotischen Holzstände unter freiem Himmel abzulösen. Die Höhe wurde bewusst auf zwei Stockwerke begrenzt, damit der Schweriner Dom vom Platz aus sichtbar blieb.

Was stellt das Löwendenkmal auf dem Platz dar?

Die 1995 von Peter Lenk geschaffene, 4,5 Meter hohe Kalksteinsäule zeigt historische Episoden aus dem Leben Herzog Heinrichs des Löwen. Ein markantes Detail sind die herausgearbeiteten nackten Hintern, eine Anspielung auf eine Legende, nach der Bürger der Stadt Bardowick den Herzog einst auf diese Weise verspotteten.

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