Chiesa di San Francesco d'Assisi in Brescia - Brescia
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Ziel

Chiesa di San Francesco d'Assisi in Brescia

Brescia, Italy

Schon von der Straße aus fällt die markante romanisch-gotische Steinfassade mit dem Rundbogenportal der Chiesa di San Francesco d'Assisi ins Auge. Der Bau aus dem 13. Jahrhundert liegt an der Via San Francesco d'Assisi, knapp westlich von Brescias Hauptachse, und gilt als eines der frühesten erhaltenen Zeugnisse franziskanischer Baukunst in der Lombardei.

Ein städtischer Lohn für den Frieden

Der Boden unter dieser Kirche war der Lohn dafür, dass ein Krieg abgewendet wurde. Im Jahr 1254 schenkte die Kommune von Brescia den Franziskanerbrüdern das Grundstück als Dank für ihren Einsatz: Sie hatten erfolgreich in den blutigen Machtkämpfen zwischen den lokalen Guelfen und Ghibellinen vermittelt. Kurz darauf begann der Bau, der um 1265 vollendet war. Einer lokalen Legende nach soll der heilige Franz von Assisi selbst Anfang des 13. Jahrhunderts nach einem Treffen mit dem heiligen Dominikus in Bergamo in Brescia geweilt haben, und zwar in der nahe gelegenen Kirche San Giorgio.

Romanisch-gotische Architektur

Die Kirche besitzt eine Giebelfassade im Übergangsstil von der Romanik zur Gotik, erbaut aus dem heimischen, hellen Kalkstein namens Medolo. Die hellgrauen, dicht gefügten Quader verleihen dem Äußeren eine strenge, wuchtige Textur, die ganz der frühen franziskanischen Bescheidenheit entspricht. Schlanke Lisenen gliedern die Fassade vertikal in drei Achsen, bekrönt von einem Bogenfries aus Terrakotta. In der Mitte sitzen ein tief gestaffeltes Marmorportal und eine große Fensterrose mit geometrischen Speichen.

Bauuntersuchungen haben gezeigt, dass die mittelalterliche Fassadenwand praktisch ohne tiefes Fundament errichtet wurde. Das führte schon früh zu einer statischen Schieflage, die spätere Baumeister beim Höherziehen der Mauern ganz bewusst ausgleichen mussten. Im 15. Jahrhundert wurde das Mittelschiff schließlich angehoben, um Platz für die große weiße Steinrose und eine neue Holzdecke in Form eines umgedrehten Schiffskiels zu schaffen.

Jahrhunderte des Umbaus und der Wiederentdeckung

Im Lauf der Jahrhunderte erlebte das Ensemble einschneidende Veränderungen. In den 1460er-Jahren erweiterte der Architekt Antonio Zurlengo das Presbyterium und fügte Renaissance-Kapellen an. 1797 wurde das Kloster unter französischer Herrschaft säkularisiert und fortan als Militärdepot und Bäckerei zweckentfremdet. Erst in den 1920er-Jahren endete diese weltliche Nutzung.

Im 19. Jahrhundert verpasste Rodolfo Vantini der Kirche eine klassizistische Umgestaltung. Nach schweren Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg entfernten Restauratoren im 20. Jahrhundert Vantinis klassizistischen Putz. So traten das ursprüngliche mittelalterliche Mauerwerk, unverputzte romanisch-gotische Bögen und Fragmente von Fresken aus dem 14. Jahrhundert im Stil Giottos wieder ans Licht.

Renaissancekunst und Klosterleben

Trotz der strengen, asketischen Ordensregeln der Franziskaner birgt das Innere bedeutende Meisterwerke der Renaissance. Im Kirchenschiff finden sich hochkarätige Gemälde gefeierter Künstler wie Girolamo Romanino und Il Moretto. Heute dient der Komplex nach wie vor als aktive römisch-katholische Kirche und beherbergt eine Gemeinschaft von Minoritenbrüdern. Die Kirche und der angrenzende Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert sind täglich für Gottesdienste und stille Einkehr geöffnet.

FAQ

Wann wurde die Chiesa di San Francesco d'Assisi in Brescia erbaut?

Der Bau der Kirche begann 1254 und wurde um 1265 abgeschlossen. Die Stadt Brescia stiftete das Grundstück als Dank an die Franziskanerbrüder, die in den lokalen politischen Fehden vermittelt hatten.

Welchen Baustil hat die Chiesa di San Francesco d'Assisi?

Die Kirche zeigt einen Übergangsstil von der Romanik zur Gotik. Ihre Fassade besteht aus hellem Medolo-Kalkstein und besticht durch einen Terrakotta-Rundbogenfries, ein Marmorportal und eine geometrische Fensterrose.

Welche Kunstwerke befinden sich im Inneren der Kirche?

Im Kirchenschiff finden sich Renaissance-Meisterwerke von Girolamo Romanino und Il Moretto sowie erhaltene Fragmente von Fresken aus dem 14. Jahrhundert in der Nachfolge Giottos.

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