Piazza del Mercato: Brescias historischer Marktplatz - Brescia
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Piazza del Mercato: Brescias historischer Marktplatz

Brescia, Italy

Einst auf den Trümmern abgerissener Stadtmauern entstanden, mauserte sich Brescias historischer Marktplatz von einfachen Holzhütten zu einer grandiosen Bühne des Handels. Lass die geschichtsträchtige Atmosphäre der Piazza del Mercato von den offenen Rändern des Platzes auf dich wirken. Über Jahrhunderte bildete dieses rechteckige Areal das pulsierende Handelszentrum der Stadt, ein geschäftiger Gegenpol zu den administrativen, religiösen und politischen Zentren Brescias.

Das Handelsherz des historischen Brescia

Ihre heutige Gestalt nahm die Piazza im 15. Jahrhundert an, nachdem die Wehrmauern aus dem 12. Jahrhundert abgerissen wurden. Bereits 1435 zum Handelszentrum erklärt, verkauften die Händler Leinen, Stoffe und Feldfrüchte zunächst aus provisorischen Holzhütten. Um dem geschäftigen Warentausch einen festen Rahmen zu geben, ließ der Brescianer Stadtrat 1481 feste Laubengänge an der Südseite errichten. Im Erdgeschoss entstanden Ladenlokale, während die Kaufleute direkt darüber wohnten.

Eine architektonische Zeitreise

Der Platz ist von Bauwerken aus mehreren Jahrhunderten geprägt. Im Norden steht der 1558 im Renaissancestil erbaute Palazzo Beretta, entworfen vom Stadtarchitekten Lodovico Beretta. Die Westseite dominiert der barocke Palazzo Martinengo Palatini, gekrönt von Statuen des Mars und der Minerva.

In der Mitte des Platzes plätschert die Fontana dell'Abbondanza aus den 1820er-Jahren. Der von Giovanni Donegani entworfene Brunnen zeigt eine Skulptur des Überflusses, geschaffen von Giovanni Antonio Labus, und bildet das akustische Zentrum, umrahmt von den durchgehenden Gebäudefassaden.

Ein Platz voller Legenden und Wandlungen

In der südwestlichen Ecke steht die Kirche Santa Maria del Lino aus dem frühen 17. Jahrhundert. Sie wurde 1608 nach einer lokalen Legende von 1604 errichtet: Ein geheimnisvoller Reisender, der danach spurlos verschwand, suchte einst Schutz für seinen mit liturgischen Gewändern beladenen Esel.

Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich der Name des Platzes mit seinem Handel, von der Piazza dei Panni (Tuchplatz) über die Piazza del Lino (Leinenplatz) zur Piazza delle Erbe (Kräuterplatz), bis er 1909 schließlich offiziell zur Piazza del Mercato wurde. In den 1920er- und 1930er-Jahren veränderte der Bau der benachbarten Piazza della Vittoria das Areal grundlegend. Später waren umfangreiche Wiederaufbauarbeiten nötig, da Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg den Palazzo Martinengo Palatini und die Kirche schwer beschädigten und die Markthalle dem Erdboden gleichmachten.

Moderne Wiedergeburt

Nachdem die Piazza del Mercato im späten 20. Jahrhundert jahrzehntelang als schnöder Freiluftparkplatz diente, wurde sie 2011 offiziell zur Fußgängerzone. Heute laden Außengastronomie, Straßencafés und Kunsthandwerkermärkte zum Verweilen ein. Der historische Palazzo Martinengo Palatini beherbergt mittlerweile das Rektorat der Universität Brescia. Der Raum bietet einen dramatischen Übergang vom weiten, offenen Pflaster in die tiefen Schatten und niedrigen Steingewölbe der südlichen Arkaden aus dem 15. Jahrhundert.

FAQ

Welche Geschichte steckt hinter dem Namen Piazza del Mercato?

Der Name des Platzes änderte sich immer wieder, um seine geschäftliche Nutzung widerzuspiegeln. Historisch war er als Piazza dei Panni (Tuchplatz), Piazza del Lino (Leinenplatz) und Piazza delle Erbe (Kräuterplatz) bekannt, bevor er 1909 offiziell zur Piazza del Mercato wurde.

Was ist die Legende hinter der Kirche Santa Maria del Lino?

Die Kirche in der südwestlichen Ecke des Platzes wurde 1608 erbaut und geht auf eine lokale Legende aus dem Jahr 1604 zurück. Die Erzählung handelt von einem geheimnisvollen Reisenden, der spurlos verschwand, nachdem er um Obdach für seinen mit liturgischen Gewändern beladenen Esel gebeten hatte.

Dürfen Fahrzeuge über die Piazza del Mercato fahren?

Nein, der Platz ist eine reine Fußgängerzone. Obwohl er im späten 20. Jahrhundert jahrzehntelang als Parkplatz genutzt wurde, hat die Stadt die Fläche 2011 komplett für den Fußverkehr zurückgewonnen.

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