Museum Santa Giulia: Brescias historisches UNESCO-Welterbe - Brescia
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Ziel

Museum Santa Giulia: Brescias historisches UNESCO-Welterbe

Brescia, Italy

Schon von der Via dei Musei aus lässt die imposante Außenfassade des Museumskomplexes Santa Giulia erahnen, wie viel langobardische und benediktinische Geschichte in diesen Mauern steckt. Auf satten 14.000 Quadratmetern spannen sich zwei Jahrtausende Geschichte auf: Das königliche Frauenkloster des letzten Langobardenkönigs entstand einst direkt auf den Fundamenten antiker römischer Stadthäuser. Über den Ruinen der antiken Stadt Brixia gelegen, schlägt das Museum eine Brücke von der römischen Antike über die Ära der Langobarden bis tief in die Renaissance.

Das königliche Langobardenkloster

Im Jahr 753 von Herzog Desiderius und Königin Ansa gegründet, diente die Anlage ursprünglich als königliches Benediktinerinnenkloster. Desiderius baute den Komplex als dynastisches Machtzentrum und familiäres Mausoleum auf und setzte seine Tochter Anselperga als erste Äbtissin ein. Als 761 die Reliquien der heiligen Julia in die Kirche überführt wurden, erweiterte sich das Patrozinium. Selbst nach dem Fall des Langobardenreichs an Karl den Großen im Jahr 774 behielt das Kloster seinen enormen Reichtum und beherbergte über Jahrhunderte hinweg den kaiserlichen Hochadel. Das klösterliche Leben fand schließlich 1798 unter Napoleon mit der Säkularisation sein Ende.

Zwei Jahrtausende Architektur

Der weitläufige Komplex schichtet Epoche über Epoche. Unter dem einstigen Gemüsegarten des Klosters liegen die Domus dell'Ortaglia: bemerkenswert gut erhaltene römische Stadthäuser aus dem 1. bis 4. Jahrhundert, die bei Ausgrabungen Ende des 20. Jahrhunderts freigelegt wurden. Moderne Metallstege schweben direkt über den Ruinen und geben den Blick frei auf römische Mosaikböden, antike Brunnenkanäle und Hypokausten, die damaligen Fußbodenheizungen.

Über der römischen Schicht erheben sich die langobardische Basilika San Salvatore aus dem 8. Jahrhundert und die Kirche Santa Giulia aus dem späten 16. Jahrhundert. Ein echtes Highlight ist der Nonnenchor aus dem 15. und 16. Jahrhundert: ein vollständig mit Fresken ausgestalteter, erhöhter Raum, der in der Renaissance umgebaut wurde, um die strenge Klausur der Nonnen zu wahren.

Seltene Schätze und Reliquien

Heute dient das Museo di Santa Giulia als wichtigstes Stadtmuseum von Brescia und zeigt Exponate von der Urgeschichte bis zur venezianischen Epoche. Ein absoluter Höhepunkt ist das romanische Oratorium Santa Maria in Solario aus dem 12. Jahrhundert. Dessen Obergeschoss verzaubert mit einem Tonnengewölbe, das wie ein tiefblauer Himmel voller schimmernder Goldsterne gestaltet ist. Genau hier wird das Desiderius-Kreuz aufbewahrt, ein Vortragekreuz aus dem 9. Jahrhundert, das mit 212 antiken Kameen und gravierten Edelsteinen aus der Römerzeit bis ins Mittelalter besetzt ist. Ein weiteres Meisterwerk ist die Lipsanothek, ein Elfenbeinkästchen aus dem 4. Jahrhundert mit fein geschnitzten Bibelszenen.

UNESCO-Welterbe im Herzen der Stadt

Wegen seiner herausragenden historischen Bedeutung wurde der Komplex 2011 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Er ist Teil eines zusammenhängenden archäologischen Parks mitten im Herzen von Brescia. Seit 2023 verbindet der sogenannte UNESCO-Korridor als reiner Fußweg das Museum Santa Giulia nahtlos mit dem nahegelegenen römischen Capitolium. Auch literarisch hat der Ort Spuren hinterlassen: Alessandro Manzonis berühmte Tragödie »Adelchi« spielt genau in diesem Kloster und schildert den dramatischen Tod von Ermengarda, der verstoßenen Gemahlin Karls des Großen, in den Armen ihrer Schwester, Äbtissin Anselperga.

FAQ

Wann wurde der Komplex Santa Giulia gegründet?

Die Anlage wurde im Jahr 753 n. Chr. von Herzog Desiderius und Königin Ansa gegründet und diente ursprünglich als königliches Benediktinerinnenkloster.

Welche römischen Ruinen sind im Museum Santa Giulia zu sehen?

Das Museum umfasst die Domus dell'Ortaglia, römische Stadthäuser aus dem 1. bis 4. Jahrhundert. Über moderne Metallstege lassen sich antike Mosaikböden, Brunnenkanäle und Hypokausten, die antiken Fußbodenheizungen, aus nächster Nähe betrachten.

Was ist das Desiderius-Kreuz?

Das Desiderius-Kreuz ist ein Vortragekreuz aus dem 9. Jahrhundert, besetzt mit 212 antiken Kameen und gravierten Edelsteinen. Es befindet sich unter der sternengeschmückten Gewölbedecke im Oratorium Santa Maria in Solario des Museums.

Ist das Museum Santa Giulia mit anderen historischen Stätten verbunden?

Ja, es ist Teil eines zusammenhängenden archäologischen Parks. Seit 2023 verbindet der sogenannte UNESCO-Korridor als Fußweg das Museum direkt mit dem nahegelegenen römischen Capitolium.

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