Piazza Cavour in Como: Geschichte, Brunnen und Ausblicke - Como
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Ziel

Piazza Cavour in Como: Geschichte, Brunnen und Ausblicke

Como, Italy

Vom mittelalterlichen Hafen zur prachtvollen Flaniermeile

Die Piazza Cavour ist der wichtigste Platz am Ufer von Como. Sie liegt am südwestlichen Becken (primo bacino) des Comer Sees, genau dort, wo das historische Gassengewirr auf das Wasser trifft. In der Antike oder im Mittelalter suchte man diese weite Freifläche allerdings vergeblich. Erst 1335 ließ Azzone Visconti hier ein halbrundes Hafenbecken (darsena) ausheben, um den Fracht- und Handelsverkehr abzuwickeln und die Handelsschiffe von den Kriegsgaleeren im befestigten Cittadella-Hafen fernzuhalten.

Über fünf Jahrhunderte lang löschten Schiffer ihre Fracht direkt am Rand des Handwerkerviertels Cortesella, eine Szenerie, die J. M. W. Turner in den 1840er-Jahren in berühmten Aquarellen festhielt. Doch mit den ersten Dampfschiffen ab den 1820er-Jahren und dem anschwellenden Tourismus galt das abgeschlossene Becken den Stadtvätern plötzlich als überholt und unhygienisch. Zwischen 1869 und den frühen 1870er-Jahren wurde das Hafenbecken deshalb kurzerhand zugeschüttet und trockengelegt, um Platz für eine herrschaftliche Uferpromenade zu machen. Benannt nach dem Grafen Camillo Benso von Cavour, einer Schlüsselfigur des Risorgimento, avancierte der Platz zum glanzvollen Endpunkt der städtischen Achse am Seeufer, nur einen Häuserblock nordwestlich von Dom und Broletto.

Architektonisches Erbe und Uferschutz

Den Rahmen der Piazza Cavour bildet ein bunter Reigen aus Historismus, Neoklassizismus und Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter alte Bankenpaläste und das traditionsreiche Hotel Metropole Suisse von 1846, dessen Innenräume 1927 vom italienischen Rationalisten Giuseppe Terragni umgestaltet wurden.

Weil der Platz jedoch komplett auf aufgeschüttetem Seegrund steht, meldet er sich bei steigendem Pegel verlässlich als erster ab: Land unter (acqua alta). Um dieser chronischen Schwachstelle beizukommen, zog sich ein gewaltiges Bauprojekt für mobile Fluttore (paratie) über sage und schreibe 16 Jahre hin. Seit 2024 ist die frisch verbreiterte Flaniermeile am Wasser wieder für Fußgänger freigegeben, bestückt mit originalgetreuen Nachbauten der elegant geschwungenen Bänke, die einst der Architekt Ico Parisi entworfen hatte.

Brunnen und Kuriositäten der Piazza Cavour

Auf der Piazza Cavour plätschert unter anderem ein typisch mailändischer Trinkbrunnen aus Gusseisen, liebevoll drago verde (grüner Drache) genannt. Sein Markenzeichen: der messingene Ausguss in Form eines Drachenkopfs.

Jahrzehnte zuvor stand hier allerdings ein ungleich größeres Wassermonument. 1872 wurde mitten auf dem neugewonnenen Platz ein gewaltiger Brunnen aus weißem Marmor platziert, gemeißelt von Biagio (oder Luigi) Catella, verziert mit Fabel-Meerestieren und einem Schwan. Bei den Einheimischen fiel das Prunkstück allerdings gnadenlos durch: In den 1890er-Jahren bauten sie es kurzerhand ab und verkauften es an den US-Finanzier William Rockefeller. Der stiftete das Kunstwerk 1903 der Stadt New York, wo es bis heute als historische Rockefeller Fountain im Bronx Zoo steht.

Lebendiges Tor zum Comer See

Heute fungiert die Piazza Cavour als verkehrsberuhigter Salon unter freiem Himmel, belebt von Blumenbeeten, Caféterrassen und traumhaften Panoramablicken. Trittst du aus den dichten, engen Gassen der Altstadt auf den Platz hinaus, ändert sich der Maßstab mit einem Schlag: Die verwinkelten Korridore weichen weitem Himmel, spiegelndem Wasser und den Hängen der Voralpen.

Der Platz ist ein lebendiger Knotenpunkt, direkt an den Hauptanlegern der Personenschifffahrt Navigazione Laghi gelegen. Das Stimmengewirr der Caféterrassen vermischt sich mit Schiffshörnern, plätschernden Wellen und dem sonoren Brummen der Schiffsmotoren am Kai. Lässt du den Blick vom Ufer aus über den See schweifen, fallen zwei markante Ehrungen für den Physiker Alessandro Volta ins Auge: der neoklassizistische Tempio Voltiano am westlichen Uferpark und hoch oben in Brunate der weithin sichtbare Leuchtturm Faro Voltiano.

FAQ

Warum ist die Piazza Cavour so anfällig für Hochwasser?

Der Platz entstand zwischen 1869 und den frühen 1870er-Jahren auf einem zugeschütteten mittelalterlichen Hafenbecken. Da er auf tief gelegenem, aufgeschüttetem Seegrund gebaut wurde, stand er bei Hochwasser in Como von jeher als Erstes unter Wasser.

Was ist der drago verde auf der Piazza Cavour?

Der drago verde, der grüne Drache, ist ein klassischer Mailänder Trinkbrunnen aus Gusseisen. Man erkennt ihn an seinem Messinghahn in Form eines Drachenkopfs.

Was geschah mit dem historischen Marmorbrunnen, der einst auf der Piazza Cavour stand?

Der 1872 aufgestellte Marmorbrunnen mit Meerestieren und einem Schwan war bei den Einheimischen so unbeliebt, dass er in den 1890er-Jahren abgebaut wurde. Der US-Finanzier William Rockefeller kaufte ihn und schenkte ihn 1903 dem Bronx Zoo in New York City, wo er bis heute als Rockefeller Fountain steht.

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