Battistero di Cremona: Geschichte und Architektur - Cremona
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Ziel

Battistero di Cremona: Geschichte und Architektur

Cremona, Italy

Ein achteckiges Wahrzeichen an der Piazza del Comune

Der Bau des Baptisteriums San Giovanni Battista begann im März 1167. Am südlichen Rand der Piazza del Comune in Cremona gelegen, schmiegt es sich direkt an die Kathedrale Santa Maria Assunta und prägt gemeinsam mit dem 112 Meter hohen Glockenturm Torrazzo, dem Palazzo Comunale und der Loggia dei Militi das Herz der historischen Altstadt.

Das Bauwerk ragt 34 Meter in die Höhe und misst rund 20,5 Meter im Durchmesser. Sein achteckiger Grundriss ist pure christliche Zahlensymbolik: Die Acht steht für den achten Tag der Auferstehung, für Neubeginn und ewiges Leben.

Architektonischer Stilmix und Wandel der Fassaden

Das Gebäude vereint Romanik mit lombardischer Gotik, größtenteils gemauert aus dem typischen roten Backstein der Po-Ebene. Weiter oben umläuft eine offene Galerie mit Rundbogenloggien den Bau, bekrönt von einer spitzen, achtteiligen Kuppel samt abschließender Laterne.

Im Laufe der Jahrhunderte brachten Umbauten die äußere Symmetrie gehörig durcheinander. Zwischen 1553 und 1558 verkleidete man die beiden Seiten, die direkt zur Kathedrale und zur Piazza del Comune zeigen, mit Marmor, um sie an die Domfassade anzugleichen. Die übrigen Seiten blieben in unverputztem Backstein sichtbar. Im 19. Jahrhundert zog man schließlich noch einen Marmorsockel um den restlichen Backsteinumfang. Das nördliche Hauptportal betritt man über ein Prothyron, einen 1588 errichteten Säulenvorbau. Dessen Säulen ruhen auf marmornen Säulenträgerlöwen, gehauen von Angelo Nani und Pietro Capra. 1592 wurden die Ost- und Südportale kurzerhand zugemauert, sodass seitdem jeder Weg durch die nördliche Vorhalle führt.

Liturgischer Zweck und das monolithische Becken

Dass das Baptisterium als freistehendes Gebäude errichtet wurde, lag an den frühchristlichen und mittelalterlichen Liturgieregeln: Ungetaufte durften das geweihte Innere der Kathedrale schlichtweg nicht betreten. Drinnen wacht seit 1370 eine vergoldete Bronzestatue des Erzengels Gabriel hoch oben im Gewölbe.

Tageslicht fällt durch die hohe Laterne und zwei Reihen doppelbogiger Biforienfenster herein und wandert über die nackten Ziegelwände hinab auf den Boden. Blickfang im Zentrum ist ein achteckiges Becken, das Lorenzo Trotti 1527 aus einem einzigen Monolithen aus rotem Veroneser Marmor aus den Steinbrüchen von Sant'Ambrogio di Valpolicella meißelte. Hier wurden allerdings keine Säuglinge einzeln getauft; das Becken diente vielmehr als monumentale Weihwasserzisterne. In der Osternacht weihte der Bischof das Wasser in diesem Reservoir, bevor es an die Pfarrgemeinden in ganz Cremona verteilt wurde.

Museale Schätze und städtische Maße

Heute steht das Baptisterium Besuchern als Teil des Domkomplexes offen, zu dem auch der Torrazzo und das Museo Diocesano gehören. Im Innenraum beherbergt es das Museo Lapidario Romanico, das entlang der Wände mittelalterliche Statuen, Skulpturen und Architekturfragmente versammelt.

An den Außenwänden haben sich zudem Zeugnisse mittelalterlicher Stadtverwaltung erhalten. Direkt in die südliche Backsteinmauer eingelassen finden sich die amtlichen städtischen Maße für Ziegel und Dachpfannen. Im Statut von 1388 festgeschrieben, dienten diese Normen als öffentlich sichtbare Eichmaße, um Handel und Bauwirtschaft in der gesamten Stadt zu regulieren.

FAQ

Warum wurde das Baptisterium von Cremona als freistehendes Gebäude errichtet?

Nach mittelalterlicher Liturgie war es Ungetauften verboten, das geweihte Kirchenschiff der Kathedrale zu betreten. Taufzeremonien mussten daher in einem eigenen, separaten Bauwerk stattfinden.

Welchen Zweck erfüllte das große rote Marmorbecken im Inneren des Baptisteriums?

Das 1527 von Lorenzo Trotti aus einem einzigen Block rotem Veroneser Marmor geschlagene Becken diente nicht der Kindstaufe, sondern als städtischer Weihwasserspeicher. Hier weihte der Bischof in der Osternacht das Wasser, das anschließend an die örtlichen Kirchengemeinden verteilt wurde.

Warum sind nur zwei Außenwände des Baptisteriums mit Marmor verkleidet?

Zwischen 1553 und 1558 verkleidete man die beiden Seiten, die zur Kathedrale und zur Piazza del Comune blicken, mit Marmor, um sie an die Domfassade anzupassen. Die restlichen Seiten blieben im ursprünglichen Backstein sichtbar.

Welche historische Besonderheit lässt sich an der südlichen Außenwand des Baptisteriums entdecken?

An der Südwand sind die amtlichen städtischen Eichmaße für Backsteine und Dachziegel eingelassen, die per Statut von 1388 eingeführt wurden, um Bauhandwerker und Händler zu kontrollieren.

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