Dom von Parma und Correggios Kuppelfresko - Parma
© Wikimedia Commons | CC-BY-SA
Ziel

Dom von Parma und Correggios Kuppelfresko

Parma, Italy

Die Kathedrale Santa Maria Assunta bildet zusammen mit dem Baptisterium und dem hoch aufragenden Glockenturm das Herz der belebten Piazza Duomo, einem der am besten erhaltenen Ensembles aus Mittelalter und Renaissance in ganz Norditalien. Während außen die markante romanische Fassade beeindruckt, birgt das Innere einen transformativen Kunstschatz: Antonio Allegris majestätischen Himmel.\n\n## Das Fresko Mariä Himmelfahrt\n\nZwischen etwa 1526 und 1530 schuf der meist als Correggio bekannte Künstler ein elf Meter großes Fresko in der achteckigen Domkuppel. Unter dem Titel Mariä Himmelfahrt treibt das Werk die Technik des di sotto in sù (der extremen Untersicht) auf die Spitze. Diese illusionistische Perspektive bringt das massive Mauerwerk optisch förmlich zum Verschwinden und ersetzt den Stein durch einen wirbelnden Strudel aus Wolken, himmlischen Gestalten und strahlendem Licht.\n\nIn den Zwickeln am Fuß der Kuppel thronen Parmas vier Schutzpatrone. Darüber schraubt sich eine schwindelerregende Spirale aus Aposteln, musizierenden Engeln und biblischen Figuren um die Jungfrau Maria empor, gewandet in klassisches Rot und Blau. Sie schwebt einem herabkommenden, radikal verkürzten Christus entgegen.\n\n## Ein Meisterkurs in Illusion und Perspektive\n\nDie Architektur der Kathedrale verstärkt diesen visuellen Paukenschlag: Der Übergang von den dämmrigen, schweren Steinarkaden des romanischen Langhauses in die Vierung trifft einen unvermittelt. Hier oben fangen acht Tambourfenster das Tageslicht ein und ziehen den Blick zusammen mit dem warmen Gold der Kuppel unweigerlich nach oben, mitten hinein in den schwerelosen, rotierenden Sog der schwebenden Figuren.\n\nUm diese komplexen Winkel jenseits aller Schwerkraft zu meistern, griff Correggio zu einem genialen Trick: Er formte kleine Figuren aus Wachs und Ton und hängte sie an Schnüren an die Decke seiner Werkstatt. So konnte er die anspruchsvollen Untersichten der durch Wolken gleitenden Körper aus der Froschperspektive präzise skizzieren.\n\n## Aufregung und die Verteidigung eines Meisters\n\nCorreggios radikale Verkürzungen und das dichte Gewimmel baumelnder, nackter Beine versetzten einige konservative Geistliche des 16. Jahrhunderts zunächst in helle Empörung. Ein Domaufseher soll das Meisterwerk spöttisch als guazzetto di rane abgetan haben, einen Froscheintopf.\n\nDoch das Werk fand schnell einflussreiche Bewunderer. Einer Überlieferung zufolge sprang später der venezianische Großmeister Tizian für die Kuppel in die Bresche: Er erklärte, selbst wenn man die Kuppel umdrehen und randvoll mit Goldmünzen füllen würde, käme das nicht an den wahren künstlerischen Wert des Gemäldes heran.\n\n## Das Erbe und auf Correggios Spuren\n\nNach seinem Erfolg in der nahegelegenen Abtei San Giovanni Evangelista beauftragte die Dombauleitung Correggio 1522 mit der Ausmalung von Vierung, Kuppel und Apsis. Die Kuppel und die Pendentifs stellte er fertig, zog sich dann aber in seine Heimatstadt zurück, bevor er die Apsis vollenden konnte. Diese wurde später von Künstlern wie Girolamo Mazzola Bedoli fertiggestellt.\n\nHeute gilt die Kuppel als direkter Wegbereiter der Deckenmalerei des Hochbarocks und inspirierte spätere Meister wie Giovanni Lanfranco und Pietro da Cortona. Der Dom bildet den fulminanten Höhepunkt auf Parmas Correggio-Pfad und macht die Stadt zu einem zentralen Innovationszentrum zwischen Renaissance und Protobarock.\n\n## Praktische Hinweise für deinen Besuch\n\nDer Dom von Parma ist nach wie vor der aktive Bischofssitz der Diözese Parma mit täglichen Gottesdiensten. Das Gebäude steht Besuchern täglich offen, und der Einzeleintritt zur Besichtigung der Kuppel ist kostenlos. Wenn du die feinen Details von Correggios Deckenfresko genau studieren möchtest, kannst du die Beleuchtungsautomaten in der Vierung nutzen, um das Meisterwerk zu erhellen.

FAQ

Wer hat die Kuppel im Dom von Parma gemalt?

Die Kuppel wurde zwischen etwa 1526 und 1530 von Antonio Allegri gemalt, weithin bekannt als Correggio. Das Fresko trägt den Titel Mariä Himmelfahrt.

Wie viel kostet der Eintritt in den Dom von Parma?

Der Einzeleintritt in die Kathedrale zur Besichtigung der Kuppel ist kostenlos. Lediglich für organisierte Reisegruppen fällt eine geringe Reservierungsgebühr an.

Welche Technik nutzte Correggio für das Kuppelfresko?

Correggio nutzte eine extreme illusionistische Perspektive namens di sotto in sù (starke Untersicht), um einen wirbelnden, schwerelosen Strudel aufsteigender Figuren zu erschaffen. Die komplexen Winkel studierte er mithilfe von aufgehängten Wachs- und Tonmodellen.

More places in Parma