Chiesa di Santa Maria e San Rocco, Pitigliano - Pitigliano
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Ziel

Chiesa di Santa Maria e San Rocco, Pitigliano

Pitigliano, Italy

Geschichte und mittelalterliche Ursprünge

Die Chiesa di Santa Maria e San Rocco ist urkundlich erstmals in päpstlichen Steuerregistern (Rationes decimarum) der Jahre 1276–1277 und 1296 belegt und gilt als älteste erhaltene Kirche Pitiglianos. Sie entstand im 12. oder 13. Jahrhundert, war ursprünglich allein Maria geweiht und diente der frühmittelalterlichen Siedlung auf dem Tuffsteinplateau als Hauptpfarrkirche.

Ihren Status als wichtigste Pfarrei der Stadt büßte sie allmählich ein, als die nahe Kathedrale der Heiligen Peter und Paul erweitert und zum Bischofssitz erhoben wurde. In den Jahren 1907–1908 wurde die Kirche zusätzlich San Rocco (dem heiligen Rochus) geweiht, dem Schutzpatron von Pitigliano und Beschützer vor der Pest.

Renaissance-Umbau durch Giovanni da Traù

Um 1500 ordnete Graf Niccolò III. Orsini das Stadtbild von Pitigliano grundlegend neu. Im Zuge dieser Initiative beauftragte er den Architekten und Bildhauer Giovanni da Traù (auch bekannt als Giovanni Dalmata) damit, das mittelalterliche Bauwerk in eine klassische Renaissancekirche zu verwandeln.

Da Traù bezog Teile des Altbaus in seinen Entwurf ein. So entstand jene Verbindung aus mittelalterlichem Mauerwerk und Spätrenaissance-Formen, die das Gotteshaus bis heute prägt.

Fassade und romanisches Relief

Die Spätrenaissance-Fassade besticht im unteren Bereich durch vier korinthische Pilaster, die ein von einem Ziergiebel bekröntes Portal flankieren. Die fein behauenen Steinelemente dieser Ebene heben sich deutlich vom rauen, porösen, goldbraunen Tuffstein des oberen Mauerwerks ab. Zum erhöhten Portal führen zwei Steintreppen hinauf, die am Sockel ein eingelassenes Brunnenbecken rahmen. Hoch oben an der Fassade sitzt ein kreisrunder Oculus mit einem Buntglasfenster des heiligen Rochus, eingesetzt bei der doppelten Weihe der Kirche Anfang des 20. Jahrhunderts.

Eines der ältesten Details verbirgt sich an der Außenmauer entlang der Via Generale Orsini: Ein geretteter Architrav aus vulkanischem Gestein (Nenfro) aus dem 11. oder 12. Jahrhundert, der noch vom ursprünglichen Bau stammt, ist hier direkt ins Mauerwerk eingelassen. Das romanische Flachrelief zeigt eine menschliche Gestalt in den Fängen zweier geflügelter Drachen oder Greife, ein Sinnbild für die menschliche Seele im Würgegriff finsterer Mächte.

Kunst und asymmetrische Architektur im Inneren

Das Innere der Kirche überrascht mit einem ungewöhnlichen, trapezförmigen Grundriss: Vom Eingang in Richtung Altarraum weiten sich die Seitenschiffe immer weiter auf. Zwei Reihen aus Travertinsäulen mit ionischen Kapitellen unterteilen den Raum in drei Schiffe.

Über dem Chorbogen verläuft ein gemaltes Band mit neun Wappen in chronologischer Abfolge. Es erzählt die Geschichte der Herrscher über Pitigliano, von den Orsini und den Medici über die Großherzöge von Lothringen bis hin zur örtlichen Bürgerschaft, Papst Pius IX. und dem Haus Savoyen, ergänzt durch eine Jahreszahl von 1891.

Zu den Kunstwerken im Inneren gehört ein Fresko der Madonna del Buon Viaggio (der Madonna der sicheren Reise), die einst Reisende segnete, die das alte Stadttor Porta di Sovana passierten. Zudem beherbergt die Kirche Gemälde der Apostel Petrus und Paulus. Der örtlichen Überlieferung nach wurden sie 1649 aus der rivalisierenden Nachbarstadt Castro gerettet, als diese dem Erdboden gleichgemacht wurde.

Am Tor zum Viertel Capisotto

An der Kreuzung von Via Generale Orsini und Via F. Zuccarelli markiert die Kirche den baulichen Eingang zu Capisotto, Pitiglianos ältestem Wohnviertel. Hier teilt sich die Hauptroute durch die Altstadt: In die eine Richtung geht es zum jüdischen Ghetto, in die andere hinab zur Porta di Sovana. Bis heute ist die Kirche ein aktives römisch-katholisches Gotteshaus im Bistum Pitigliano-Sovana-Orbetello.

FAQ

Was ist die älteste Kirche in Pitigliano?

Die Chiesa di Santa Maria e San Rocco ist die älteste erhaltene Kirche in Pitigliano. Ihre Ursprünge lassen sich bis in päpstliche Steuerregister aus den Jahren 1276–1277 zurückverfolgen.

Warum ist die Kirche zwei Heiligen geweiht?

Im Mittelalter war sie ursprünglich allein Maria geweiht. In den Jahren 1907–1908 erhielt sie ein zweites Patrozinium für San Rocco, den Schutzpatron Pitiglianos und Beistand gegen die Pest.

Welches Relief ist in der Außenmauer der Kirche eingelassen?

In der linken Außenmauer entlang der Via Generale Orsini steckt ein wiederverwendeter Architrav aus vulkanischem Nenfro-Gestein aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Das romanische Relief zeigt einen Menschen in den Klauen zweier geflügelter Drachen oder Greife.

Wer entwarf den Renaissance-Umbau der Kirche?

Um 1500 beauftragte Graf Niccolò III. Orsini den Architekten und Bildhauer Giovanni da Traù (auch Giovanni Dalmata) mit dem Umbau der Kirche.

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