Torre dell'Orologio: Taorminas historisches Stadttor - Taormina
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Torre dell'Orologio: Taorminas historisches Stadttor

Taormina, Italy

Am westlichen Rand der Piazza IX Aprile überspannt der Torre dell’Orologio den Corso Umberto I und gehört zu den unübersehbaren Wahrzeichen Taorminas. Historisch als Torre di Mezzo oder Porta di Mezzo bekannt, markierte dieser wuchtige, quadratische Wehrturm einst die Grenze zwischen dem antiken griechisch-römischen Viertel und der befestigten mittelalterlichen Stadt.

Architektur und Kulisse

Massives Mauerwerk mit zinnenbewehrtem Abschluss, ein aufragender Glockengiebel und ein rundbogiges Portal für Fußgänger prägen das Bild. Zur weiten Piazza IX Aprile hin blickt ein markantes Zifferblatt auf das bunte Treiben herab und gibt den Takt vor. Der Durchgang durch den Rundbogen ist ein echter Bruch für die Sinne: Aus dem gleißenden Sonnenlicht und dem frischen Küstenwind der Piazza tauchst du unvermittelt in einen kühlen, schattigen und hallenden Steintunnel ein, bevor du auf der anderen Seite in die dichten Gassenschluchten des mittelalterlichen Viertels trittst.

Im Stadtgefüge von Taormina bildet das Tor den zentralen Ankerpunkt des Corso Umberto I. Die Flaniermeile wird historisch von drei Wehranlagen gegliedert: Die Porta Messina markiert das nördliche Ende, die Porta Catania den südlichen Abschluss, und der Torre dell’Orologio bildet genau die Mitte.

Antike Fundamente und Wiederaufbau

Die Wurzeln des Turms reichen viel weiter zurück, als sein heutiger Anblick vermuten lässt. Das Tor ruht auf Fundamenten der Wehrmauer, die bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. bei der Gründung Taorminas gelegt wurden. Im 12. Jahrhundert entstand hier ein befestigtes Stadttor als Teil des dritten Verteidigungsrings, der sich den Hang hinauf bis zum Castello Saraceno zog.

1676 belagerten die Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. Taormina und machten den mittelalterlichen Torturm dem Erdboden gleich. Auf Drängen der Bevölkerung ließ die Stadtverwaltung den Turm 1679 wieder aufbauen. Bei dieser Rekonstruktion erhielt die Fassade zur Piazza hin eine öffentliche Uhr, die ihm seinen heutigen Namen einbrachte: Torre dell’Orologio, der Uhrenturm.

Kunst im Gewölbe und Fundstücke aus Kriegszeiten

In der Wand des überdachten Fußgängerdurchgangs verbirgt sich eine kunstvolle Nische mit einem Mosaik der Madonna mit Kind. Es erstrahlt auf glitzerndem Goldgrund und ist von der byzantinisch-normannischen Madonna della Ciambretta inspiriert.

Eingefasst ist das Mosaik in einen originalen gotischen Steinrahmen aus dem Mittelalter. Dieser historische Rahmen wurde aus den Trümmern eines Gebäudes am Corso Umberto I geborgen, das 1943 bei alliierten Bombenangriffen zerstört worden war. So fügt sich ein Fragment des Wiederaufbaus nach dem Krieg nahtlos in das uralte Stadttor ein.

Bürgersinn und Glockentradition

Bis heute ist der Torre dell’Orologio eine unverzichtbare Passage auf dem Corso Umberto I, die den Strom der Spaziergänger zwischen der Piazza und der Altstadt bündelt. Während die Uhr zuverlässig die Zeit anzeigt, unterliegen die Glocken im oberen Giebel einer strengen Tradition: Sie läuten weder zu den kirchlichen noch zu den weltlichen Stundenschlägen des Alltags. Ihr Geläut ist exklusiv zwei ganz bestimmten Anlässen vorbehalten: der feierlichen Wahl eines neuen Bürgermeisters von Taormina und der jährlichen Prozession am 9. Juli zu Ehren des Stadtheiligen San Pancrazio.

FAQ

Warum heißt der Turm sowohl Porta di Mezzo als auch Torre dell'Orologio?

Er wurde im 12. Jahrhundert ursprünglich als Porta di Mezzo (Mittleres Tor) erbaut, da er genau auf halbem Weg zwischen der Porta Messina und der Porta Catania stand. Nach seiner Zerstörung 1676 wurde er 1679 wieder aufgebaut und mit einer öffentlichen Turmuhr versehen, was ihm den Namen Torre dell’Orologio (Uhrenturm) einbrachte.

Wann läuten die Glocken des Torre dell'Orologio?

Die Glocken des Turms schlagen nicht täglich. Nach lokaler Tradition läuten sie ausschließlich bei der Wahl eines neuen Bürgermeisters von Taormina und bei der Prozession am 9. Juli zu Ehren des Stadtheiligen San Pancrazio.

Welches Kunstwerk ist im Torgewölbe zu sehen?

Im Fußgängerdurchgang befindet sich ein Mosaik der Madonna mit Kind auf Goldgrund. Es wird von einem mittelalterlichen, gotischen Steinrahmen eingefasst, der aus den Trümmern eines 1943 bei alliierten Bombenangriffen zerstörten Gebäudes am Corso Umberto geborgen wurde.

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