Piazza San Carlo: Turins historischer Barockplatz - Turin
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Piazza San Carlo: Turins historischer Barockplatz

Turin, Italy

Das Wohnzimmer von Turin

Die Piazza San Carlo ist das elegante Herzstück des Turiner Zentrums. Mitten auf der Via Roma gelegen, schlägt dieser rechteckige Barockplatz eine architektonische Brücke zwischen dem königlichen Zentrum an der Piazza Castello im Norden und dem Bahnhofsviertel Porta Nuova im Süden. Die Einheimischen nennen die Fußgängerzone schlicht „Il Salotto di Torino“, das Wohnzimmer von Turin.

Geprägt wird der Platz von durchgehenden, symmetrischen Bogengängen, die in den 1630er-Jahren vom Architekten Carlo di Castellamonte entworfen und später von Benedetto Alfieri überarbeitet wurden. Die tiefen Kreuzgewölbe der Arkaden verstärken das Klackern der Schritte auf dem Pflaster und bieten gleichzeitig schattige Außenplätze für die traditionsreichen Cafés.

Zwillingskirchen und das bronzene Pferd

Am südlichen Ende wird der Platz von zwei barocken Zwillingskirchen eingerahmt, die den Eingang zur Via Roma flankieren. Santa Cristina, deren Bau 1639 begann, besticht durch eine zwischen 1715 und 1718 von Filippo Juvarra gestaltete Fassade. Ihre Nachbarin, San Carlo Borromeo, wurde bereits 1619 gegründet.

Genau in der Platzmitte ragt ein bronzenes Reiterdenkmal aus dem Jahr 1838 empor, geschaffen von Carlo Marochetti. Im piemontesischen Dialekt heißt es liebevoll Caval ’d Brôns (das bronzene Pferd). Die Statue zeigt Herzog Emanuel Philibert von Savoyen in voller Rüstung nach der Schlacht von Saint-Quentin. Ein bemerkenswertes Detail: Der Herzog zieht sein Schwert nicht, sondern steckt es in die Scheide, als Zeichen des Friedens.

Jahrhunderte der Stadtgeschichte

Der Platz entstand Anfang des 17. Jahrhunderts, als Turin über seine antiken römischen Mauern hinaus nach Süden wuchs. Im Auftrag von Herzogin Christine von Frankreich angelegt, hieß er zunächst Piazza Reale. Später diente er kurzzeitig als Exerzierplatz und wurde unter französischer Herrschaft in Place Napoléon umbenannt, bevor er schließlich seinen heutigen Namen erhielt: Piazza San Carlo.

Der Name ehrt den heiligen Karl Borromäus, Erzbischof von Mailand, der 1578 zu Fuß nach Turin pilgerte, um das Turiner Grabtuch zu verehren. Spuren der kriegerischen Vergangenheit der Stadt sind bis heute im oberen Mauerwerk der umliegenden Gebäude zu sehen. Im Palazzo Solaro del Borgo etwa stecken noch immer Kanonenkugeln aus der französischen Belagerung von 1706.

Historische Cafés und städtisches Leben

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich die Piazza San Carlo zum Treffpunkt von Politik und Literatur. Bedeutende italienische Persönlichkeiten wie Graf Camillo Benso von Cavour, Giovanni Giolitti und Cesare Pavese diskutierten hitzig in den Kaffeehäusern des Platzes.

Bis heute prägen traditionsreiche Lokale wie das Caffè San Carlo, das 1903 eröffnete Caffè Torino und die 1836 gegründete Confetteria Stratta das Flair des Platzes. Wer nach Turiner Bräuchen sucht, wird vor dem Caffè Torino fündig: Dort ist seit 1930 eine bronzene Reliefplatte mit einem aufbäumenden Stier, dem Wappentier Turins, in das Pflaster eingelassen. Der Volksmund besagt, dass ein unauffälliger Tritt auf den Stier Glück bringt. Allerdings dreht man sich hier im Gegensatz zur Mailänder Tradition nicht auf der Ferse um die eigene Achse.

Doch der Platz ist weit mehr als seine Kaffeekultur: Er ist nach wie vor ein lebendiges Kulturzentrum für Feste, Kunstinstallationen und hochkarätige Fotoausstellungen in den Gallerie d’Italia im Palazzo Turinetti.

FAQ

Warum wird die Piazza San Carlo als das Wohnzimmer von Turin bezeichnet?

Sie gilt als „Il Salotto di Torino“ (das Wohnzimmer von Turin), weil sie der zentrale Treffpunkt der Stadt ist. Umgeben von historischen Cafés, Boutiquen und tiefen Bogengängen kommen hier Einheimische und Gäste zusammen.

Welche zwei Kirchen stehen an der Piazza San Carlo?

Die Südseite des Platzes wird von zwei barocken Kirchen eingerahmt: Santa Cristina mit ihrer von Filippo Juvarra gestalteten Fassade und San Carlo Borromeo. Sie flankieren den Beginn der Via Roma.

Wen stellt das Denkmal in der Mitte der Piazza San Carlo dar?

Die Statue in der Mitte ist das Caval ’d Brôns, ein Bronzedenkmal von 1838, das Herzog Emanuel Philibert von Savoyen zeigt. Er steckt sein Schwert nach der Schlacht von Saint-Quentin in die Scheide, was den Beginn des Friedens symbolisiert.

Wo befindet sich der Glücksstier in Turin?

Eine bronzene Reliefplatte eines sich aufbäumenden Stiers ist vor dem Caffè Torino an der Piazza San Carlo in das Pflaster eingelassen. Nach lokalem Brauch bringt es Glück, unauffällig daraufzutreten.

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