
Stationsplein Rotterdam: Ein moderner Verkehrsknotenpunkt
Das geschäftige Treiben auf dem Stationsplein Rotterdam und die markante Architektur des Bahnhofsvorplatzes stimmen dich sofort auf den Herzschlag der Stadt ein. Als verkehrsberuhigter südlicher Hauptvorplatz des Bahnhofs Rotterdam Centraal dient der Platz als wichtiger multimodaler Knotenpunkt, an dem täglich über 110.000 Passagiere zwischen Inlandszügen, Eurostar, U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen umsteigen.
Eine wiederaufgebaute Stadt
Da die Bombardierung Rotterdams am 14. Mai 1940 und der anschließende Wiederaufbau den mittelalterlichen Stadtkern vollständig auslöschten, präsentiert sich der Stationsplein als rein modernes Stadtbild des 20. und 21. Jahrhunderts. Eine traditionelle historische Altstadt suchst du hier direkt nach deiner Ankunft vergebens. Stattdessen öffnet sich der Raum schlagartig, sobald du unter der flach geneigten Holzdecke des Bahnhofs heraustrittst und den weiten, rot gepflasterten Platz betrittst. Von diesem Blickwinkel aus eröffnet sich eine lückenlose Skyline aus modernen Glastürmen, breiten Avenuen wie dem Weena und Monumenten der Wirtschaftsgeschichte wie dem benachbarten Groot Handelsgebouw.
Architektonische Innovation
Der Platz und der Bahnhofskomplex wurden vom Konsortium Team CS entworfen, zu dem Benthem Crouwel Architects, MVSA Meyer en Van Schooten Architecten und West 8 gehörten. Das markanteste Merkmal ist das dreieckige, mit Edelstahl verkleidete Vordach des Bahnhofs, das spektakulär über den Platz ragt und mit seiner scharfen Spitze direkt auf das Zentrum von Rotterdam weist. Die Rotterdamer gaben dem Gebäude den liebevollen Spitznamen „Station Kapsalon“, weil das glänzende, kantige Dach an die typischen Aluschalen erinnert, in denen Kapsalon serviert wird, das legendäre lokale Fast-Food-Gericht.
Bewahrte Geschichte
Vor dem Zweiten Weltkrieg befand sich hier der Bahnhof Delftsche Poort. 1957 entwarf der modernistische Architekt Sybold van Ravesteyn einen zentralen Hauptbahnhof als Symbol des Wiederaufbaus. Um Platz für Hochgeschwindigkeitszüge und wachsende Passagierzahlen zu schaffen, wurde dieser Bau 2007 geschlossen und 2008 abgerissen. Er war der erste bedeutende Nachkriegsbahnhof der Niederlande, der weichen musste. Trotz des futuristischen Neubaus wurden der blau leuchtende Originalschriftzug „Centraal Station“ und die historische Uhr des Gebäudes von 1957 gerettet und an der modernen Fassade angebracht. Die Bauarbeiten für den heutigen Komplex begannen Mitte der 2000er-Jahre, bevor König Willem-Alexander ihn im März 2014 feierlich eröffnete.
Ein Platz für Fußgänger
Der Stationsplein gehört ganz den Fußgängern und dem Umsteigeverkehr unter freiem Himmel. Der motorisierte Straßenverkehr wurde in eine Unterführung verbannt, während die Straßenbahnschleifen an den Rand des Platzes rückten. Um den Fußgängerstrom ganz natürlich in Richtung Innenstadtachse und Kruisplein zu leiten, säumten die Landschaftsarchitekten den Vorplatz mit säulenförmigen Platanen.
FAQ
Wer hat den Stationsplein Rotterdam entworfen?
Der Platz und der Bahnhofskomplex wurden von Team CS entworfen, einem Konsortium bestehend aus Benthem Crouwel Architects, MVSA Meyer en Van Schooten Architecten und West 8.
Warum wird der Bahnhof „Station Kapsalon“ genannt?
Die Einheimischen tauften das Gebäude „Station Kapsalon“, weil sein kantiges Vordach aus Edelstahl an die Aluschalen erinnert, in denen Kapsalon serviert wird, ein beliebtes lokales Fast-Food-Gericht.
Gibt es historische Elemente an der modernen Fassade des Bahnhofs?
Ja, an der modernen Fassade prangen die originale Uhr und der blau leuchtende Schriftzug „Centraal Station“, die beide aus dem 1957 von Sybold van Ravesteyn entworfenen Vorgängerbau übernommen wurden.



