
Kirche der Gesellschaft Jesu, Cusco: Eine barocke Rivalin
Die Kirche der Gesellschaft Jesu, oder La Compañía de Jesús, ziert die historische Plaza de Armas von Cusco. Sie ist ein prächtiges Meisterwerk aus Stein und ein herausragendes Beispiel der spanisch-peruanischen Barockarchitektur.
Eine Geschichte von Rivalität und Wiederaufbau
Die Jesuiten kamen 1571 nach Cusco und begannen 1576 mit dem Bau der ursprünglichen Kirche. Ein verheerendes Erdbeben im Jahr 1650 beschädigte das Gebäude jedoch schwer, was einen vollständigen Wiederaufbau erforderlich machte. Die neue Kirche, die heute noch steht, wurde größtenteils zwischen 1651 und 1673 erbaut und 1668 offiziell eingeweiht.
Diese Zeit war von einer intensiven Rivalität mit der benachbarten Kathedrale von Cusco geprägt. Die Jesuiten entwarfen ihre Kirche so, dass sie prächtiger sein sollte, was den örtlichen Bischof zu Beschwerden beim Papst veranlasste. Obwohl der Papst sich letztlich auf die Seite der Kathedrale stellte und entschied, dass die Jesuitenkirche diese nicht in den Schatten stellen dürfe, traf der Erlass erst ein, als das ehrgeizige Bauwerk bereits weitgehend fertiggestellt war. Die Jesuiten machten in offenem Trotz weiter und schufen ein monumentales Bauwerk.
Architektonische Pracht
Der Entwurf der Kirche ist ein kraftvoller Ausdruck des Barockstils. Der Architekturplan für die wiederaufgebaute Kirche wird dem flämischen Jesuiten Jean-Baptiste Gilles zugeschrieben, während Diego Martínez de Oviedo die kunstvollen Arbeiten an der Fassade leitete. Das Äußere ist aus Andesit und rosa Basalt gefertigt.
Das Innere ist berühmt für seinen „goldenen Glanz“, der durch die großzügige Verwendung von Blattgold entsteht. Der Hauptaltar ist ein atemberaubendes Beispiel, 21 Meter hoch und 12 Meter breit. Er wurde um 1670 aus Zedernholz gefertigt, von Cristóbal Clemente vergoldet und enthält auch Werke von Diego Martínez de Oviedo.
Vom Inka-Palast zur Jesuitenkirche
Die Kirche wurde strategisch auf den Fundamenten des Amaru Cancha, des „Hauses der Großen Schlange“, errichtet, dem Palast des Inka-Herrschers Huayna Capac. Dieser Akt symbolisierte die Überlagerung indigener Orte durch spanisch-christliche. Das Gelände wurde den Jesuiten von Vizekönig Francisco de Toledo zugesprochen.
Ein berühmtes Gemälde in der Kirche zeigt die Heirat von Martín García Oñas de Loyola, dem Neffen des Gründers des Jesuitenordens, mit der Inka-Prinzessin Beatriz Clara Coya und veranschaulicht so die Verschmelzung der spanischen und der Inka-Kultur.
Die Kirche heute
La Compañía de Jesús ist nach wie vor eine aktive katholische Gottesdienststätte und eine wichtige Touristenattraktion. Sie ist eine Schlüsselstation auf der „Route des Andenbarocks“. Die Kirche beherbergt eine reiche Sammlung kolonialer Kunst der Schule von Cusco. Eine ihrer Seitenkapellen, die Kapelle des Heiligen Ignatius, dient heute als Sitz der Handwerkergesellschaft von Cusco.
FAQ
Worauf wurde die Kirche der Gesellschaft Jesu erbaut?
Die Kirche steht auf den Fundamenten des Amaru Cancha, dem ehemaligen Palast des Inka-Herrschers Huayna Capac.
Wann wurde die heutige Kirche der Gesellschaft Jesu erbaut?
Die heutige Kirche wurde größtenteils zwischen 1651 und 1673 wiederaufgebaut, nachdem das ursprüngliche Bauwerk 1650 durch ein Erdbeben zerstört worden war.
Welchen Architekturstil hat La Compañía de Jesús?
Sie ist ein herausragendes Beispiel des spanischen oder peruanischen Barockstils, der viele andere Kirchen in den südlichen Anden beeinflusste.
Darf man in der Kirche fotografieren?
Das Fotografieren ist in der Hauptkirche im Allgemeinen nicht gestattet.



