
Mauer der sieben Schlangen: Cuscos Meisterwerk der Inka
Im historischen Herzen von Cusco in Peru erhebt sich die Mauer der sieben Schlangen, ein uraltes Meisterwerk der Inka-Steinmetzkunst. Offiziell befindet sie sich in der Calle Siete Culebras, doch ihr ursprünglicher Name auf Quechua lautete Amaru Ccata, was ‚Mauer der Schlangen‘ bedeutet. Hier scheinen kunstvoll gemeißelte Schlangen über gewaltige Steinblöcke zu gleiten und offenbaren eine tiefgründige Symbolik, die in der Kosmologie der Inka verwurzelt ist.
Historische und symbolische Bedeutung
Die Gasse, einst als Amaru Ccata bekannt, war während des Inkareichs ein Ort von großer spiritueller Bedeutung. Man nimmt an, dass sie Teil eines Zentrums der Weisheit und spiritueller Praktiken war. Die Schlange, auf Quechua ‚Amaru‘, war ein heiliges Tier. Sie stand für Weisheit, tiefes Wissen, Erneuerung und Transformation, inspiriert von ihrer Fähigkeit, sich zu häuten. Sie wurde auch mit Uku Pacha in Verbindung gebracht, der Unterwelt oder Welt der Toten, und verkörperte die Energien der Ahnen sowie den Kreislauf von Leben und Tod.
Die Schlangen im Hochrelief fungierten als Wächter, die den heiligen Ort vor negativen Energien schützen sollten. Einige Überlieferungen deuten darauf hin, dass das Gebiet ein Ausbildungszentrum für Priester oder Astronomen war oder sich in der Nähe eines ‚Yachaywasi‘ (eines Lernzentrums der Inka) befand. Nach der spanischen Eroberung behielt die Gasse ihre ursprüngliche Inkastruktur bei, selbst als sie zum Wohnviertel der vizeköniglichen Elite wurde, ein Zeugnis für die Beständigkeit des Inka-Erbes.
Ein architektonisches und kulturelles Wunderwerk
Die Mauern sind ein Beispiel für die Präzision und Langlebigkeit der Inka-Architektur. Ein überraschendes Detail: Trotz ihres Namens weist die Anlage insgesamt 14 gemeißelte Schlangen auf, sieben auf jeder Seite der Mauer. Der Name ‚Sieben Schlangen‘ leitet sich wahrscheinlich von der tiefen heiligen Bedeutung der Zahl Sieben in der andinen Weltanschauung ab, die eine spirituelle Verbindung zwischen der physischen und der göttlichen Welt symbolisierte.
Diese enge, kopfsteingepflasterte Gasse, die an manchen Stellen nur 80 Zentimeter breit ist, ist Teil des Qhapaq Ñan, des riesigen Straßensystems der Inka, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Das robuste Inka-Fundament der Gasse hat dazu beigetragen, dass sie Erdbeben überstand, die im Laufe der Jahrhunderte andere Teile der Stadt zerstörten.
Die Mauer der sieben Schlangen heute
Die Calle Siete Culebras liegt im Viertel San Blas, nicht weit von der Plaza de Armas entfernt, und ist ein beliebtes Ziel für alle, die das historische Zentrum von Cusco erkunden. Die Gasse ist rund um die Uhr bei freiem Eintritt zugänglich. Sie bietet eine greifbare Verbindung zur Vergangenheit, in der alte Inkabauten nahtlos mit Kolonialgebäuden verschmelzen.
Die einzigartigen Reliefs und die historische Atmosphäre machen sie zu einem beliebten Fotomotiv. Das Kopfsteinpflaster fühlt sich morgens kühl an und erwärmt sich in der Nachmittagssonne. Besucher treffen in der Nähe oft auf lokale Künstler und Kunsthandwerker, die ihre Waren verkaufen und so zum lebendigen Charakter dieses bemerkenswerten Ortes beitragen, der Teil eines nationalen Geschichtsdenkmals ist.
FAQ
Warum heißt sie Mauer der sieben Schlangen, wenn es doch 14 Schlangen gibt?
Die Mauer hat 14 Schlangen, sieben auf jeder Seite. Der Name bezieht sich wahrscheinlich nicht auf die genaue Anzahl der Reliefs, sondern auf die heilige Bedeutung der Zahl Sieben in der Weltanschauung der Inka. Diese Zahl stand für die Verbindung zwischen der physischen und der göttlichen Welt.
Wofür stand die Schlange bei den Inka?
Für die Inka war die Schlange, oder ‚Amaru‘, ein heiliges Tier und ein Symbol für Weisheit, tiefes Wissen, Erneuerung und Transformation. Sie stand außerdem für die Unterwelt (Uku Pacha), die Energien der Ahnen und den Kreislauf von Leben und Tod.
Wo befindet sich die Mauer der sieben Schlangen?
Du findest die Mauer in der Calle Siete Culebras im historischen Viertel San Blas in Cusco, Peru, in der Nähe der Plaza de las Nazarenas. Der ursprüngliche Name der Gasse auf Quechua war Amaru Ccata.
Kostet es Eintritt, die Mauer der sieben Schlangen zu sehen?
Nein, die Calle Siete Culebras ist eine öffentliche Gasse und rund um die Uhr bei freiem Eintritt zugänglich.



