Qorikancha: Cuscos goldener Sonnentempel - Cusco
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Qorikancha: Cuscos goldener Sonnentempel

Cusco, Peru

Von der Straße aus zeigen die alten Inka-Mauern des Qorikancha eine perfekte Steinmetzkunst, die einst einen prächtigen, mit purem Gold geschmückten Tempel bildete. Diese Stätte in Cusco stellt einen tiefgreifenden Schnittpunkt der Kulturen dar, an dem das spirituelle Zentrum des Inkareichs unter einem spanischen Kolonialkloster liegt.

Die goldene Anlage der Inka

Ursprünglich im frühen 12. Jahrhundert von Manco Cápac als Inticancha gegründet, war die Stätte das wichtigste spirituelle, politische und astronomische Zentrum des Inkareichs. Um 1438 verwandelte der neunte Inka-Herrscher, Pachacútec Inca Yupanqui, den Ort in den spektakulären Qorikancha, was „Goldene Anlage“ bedeutet. Er befahl, die Mauern mit Platten aus purem Gold und Silber zu verkleiden. Der Tempel beherbergte ein goldenes Götzenbild des Sonnengottes Inti und die mumifizierten Überreste früherer Inka-Herrscher.

Qorikancha war auch das Zentrum des „Ceque-Systems“, eines komplexen Netzwerks aus 41 Linien, die von Cusco ausgingen, um 328 heilige Stätten zu verbinden und das religiöse und politische Leben des Reiches zu organisieren. Im symbolischen Stadtplan von Cusco, der einen Jaguar darstellt, befand sich Qorikancha an dessen Schwanz.

Eroberung und koloniale Umgestaltung

Mit der Ankunft der spanischen Konquistadoren im Jahr 1533 wurde die Pracht des Qorikancha demontiert. Der Tempel wurde seines immensen Reichtums beraubt, um das Lösegeld für den gefangenen Inka-Kaiser Atahualpa zu bezahlen. Chronisten berichteten, dass über 700 Goldplatten, jede etwa zwei Kilogramm schwer, entfernt wurden. Die heilige goldene Punchao-Scheibe wurde 1572 gestohlen, und ihr Verbleib ist bis heute unbekannt.

Das Gelände wurde dem Dominikanerorden zugesprochen, der 1538 mit dem Bau des Klosters Santo Domingo direkt auf den Fundamenten des Tempels begann. Die 1610 fertiggestellte Kirche im Barockstil steht als Symbol für die Auferlegung einer neuen religiösen und politischen Ordnung.

Ein Zeugnis der Ingenieurskunst der Inka

Das beeindruckendste Merkmal des Qorikancha ist die Widerstandsfähigkeit seiner ursprünglichen Inka-Konstruktion. Die Mauern, erbaut in einer mörtellosen Technik, die als Quader-Mauerwerk bekannt ist, zeichnen sich durch perfekt ineinandergreifende Steine aus. Diese fortschrittliche, erdbebensichere Bauweise hat sich späteren Konstruktionen als überlegen erwiesen.

Schwere Erdbeben in den Jahren 1650 und 1950 beschädigten die Kolonialkirche schwer, doch die darunter liegenden Inka-Mauern blieben weitgehend intakt. Die Schäden durch das Beben von 1950 legten mehr von der ursprünglichen Inka-Architektur frei, was eine Debatte auslöste, die von Intellektuellen wie Luis E. Valcárcel angeführt wurde, die sich für die Erhaltung des indigenen Erbes Perus einsetzten.

Qorikancha heute

Heute ist Qorikancha eine der meistbesuchten Kulturerbestätten Perus und zieht jährlich etwa 1,5 Millionen Besucher an. Es dient sowohl als archäologisches Museum als auch als aktive religiöse Stätte innerhalb des Klosters Santo Domingo. Besucher können die einzigartige architektonische Mischung aus indigenen und spanischen Einflüssen beobachten, ein Konzept, das als kulturelle „Mestizaje“ bekannt ist.

Die Stätte bleibt ein wichtiger kultureller Bezugspunkt, der ein Verständnis für die vielschichtige Geschichte Perus fördert. Sie dient weiterhin als zeremonieller Ausgangspunkt für das jährliche Inti Raymi, das Fest der Sonne, das jedes Jahr am 24. Juni stattfindet.

FAQ

Was bedeutet der Name Qorikancha?

Qorikancha bedeutet auf Quechua „Goldene Anlage“. Der Name entstand, nachdem der Inka-Herrscher Pachacútec befahl, die Mauern mit Platten aus purem Gold und Silber zu verkleiden.

Warum ist Qorikancha so bedeutend?

Es war das wichtigste spirituelle und politische Zentrum des Inkareichs, gewidmet dem Sonnengott Inti. Heute symbolisiert seine Mischung aus Inka-Fundamenten und einem spanischen Kolonialkloster den Zusammenprall der Kulturen und die Widerstandsfähigkeit der indigenen Bevölkerung.

Wie haben die Inka-Mauern von Qorikancha schwere Erdbeben überstanden?

Die Mauern wurden in Quader-Bauweise errichtet, bei der präzise geschnittene Steine ohne Mörtel perfekt ineinandergreifen. Diese fortschrittliche, erdbebensichere Ingenieurskunst ermöglichte es den Mauern, den schweren Erdbeben von 1650 und 1950 standzuhalten, die die darauf erbaute spanische Kirche schwer beschädigten.

Wird Qorikancha heute noch für Zeremonien genutzt?

Ja, Qorikancha dient als zeremonieller Ausgangspunkt für das jährliche Inti Raymi, das Fest der Sonne, das am 24. Juni stattfindet.

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