
Igreja de Santa Maria: Historische Kirche in Sintra
An der Kreuzung der historischen Pfade von Sintra steht die Igreja Paroquial de Santa Maria, eine architektonische Überlebenskünstlerin, die von mittelalterlichen Königen, verheerenden Erdbeben und den Puristen des 20. Jahrhunderts gezeichnet wurde. Direkt an der Calçada de Santa Maria im Viertel Arrabalde gelegen, ruht die Kirche unterhalb des Castelo dos Mouros und schlägt als geschichtlicher Anker die Brücke zwischen der einfachen mittelalterlichen Unterstadt und dem königlichen Zentrum.
Eine Chronik in Stein
Der Überlieferung nach geht die ursprüngliche Kapelle auf die Zeit nach der Rückeroberung Sintras durch König Afonso I. im Jahr 1147 zurück. Im späten 13. oder frühen 14. Jahrhundert ließ Prior Martim Dade das Gebäude grundlegend umbauen und schuf eine Pfarrkirche im Stil der Bettelordensgotik.
Manuelinische Umbauten ab 1506 unter Dom João Lopo brachten Neuerungen wie einen Hochchor, kielbogige Portale und hispano-maurische Fliesenarbeiten mit sich. Nach dem verheerenden Erdbeben von 1755 leitete Prior Sebastião Nunes Borges zwischen 1757 und 1760 umfangreiche Reparaturen. Durch diesen Wiederaufbau erhielt die Kirche ihre markant erhöhte barocke Dachlinie und neue Altäre im Innenraum.
In den 1930er-Jahren rückten dann die Restauratoren an. Sie machten kurzen Prozess mit vielen der nachmittelalterlichen Barockelemente, um die ursprüngliche, strenge gotische Ästhetik des Baus wieder freizulegen.
Kontraste für Auge und Sinne
Das Bauwerk ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus verwittertem grauem Granit und Kalkstein. Mittelalterliche Spitzbögen treffen hier auf einen kunstvoll geschwungenen Barockgiebel aus dem 18. Jahrhundert, der die Hauptfassade krönt. Außen lauern Wasserspeier, menschenähnliche Gesichter und groteske Fratzen, die in die Dachkonsolen und den Sturz des Nordportals gemeißelt sind.
Im Inneren eröffnen sich drei gestaffelte Schiffe, getrennt durch Spitzbogenarkaden auf glatten Säulenschäften mit pflanzlichen Blattkapitellen. Der Raum überrascht mit einem spürbaren Kontrast: über den Schiffen eine niedrige, schattige Holzdecke, dahinter der emporstrebende, lichtdurchflutete polygonale Chor, den schlanke gotische Lanzettfenster erhellen.
Kuriose Überbleibsel
Die Kirche birgt einige außergewöhnliche historische Details. Im Innenraum finden sich originale hispano-maurische Musterfliesen aus dem 16. Jahrhundert, die das Erdbeben von 1755 unbeschadet überstanden haben. Bemerkenswert ist auch das Weihwasserbecken, das auf einem Steinsockel ruht, der wie verschlungene, gestutzte Baumstämme skulptiert wurde.
Hoch oben im Glockenturm hängt eine historische Bronzeglocke aus dem Jahr 1468. Dieses bemerkenswerte Relikt trägt eine Inschrift in karolingisch-gotischen Majuskeln.
Die Kirche heute
Seit 1922 steht das Bauwerk als Nationaldenkmal unter Schutz und gehört zur UNESCO-Kulturlandschaft Sintra. Bis heute dient es als aktive katholische Pfarrkirche des Patriarchats von Lissabon, offen für Gottesdienste und interessierte Besucher.
FAQ
Welche architektonischen Stile prägen die Igreja de Santa Maria?
Die Kirche ist im Kern ein Bau der Übergangsgotik, weist jedoch manuelinische Elemente aus dem frühen 16. Jahrhundert sowie einen geschwungenen spätbarocken Giebel auf, der nach dem Erdbeben von 1755 ergänzt wurde.
Gibt es erhaltene Relikte aus der Zeit vor dem Erdbeben von 1755?
Ja, im Inneren der Kirche sind hispano-maurische Musterfliesen aus dem 16. Jahrhundert erhalten, und im Glockenturm befindet sich eine Bronzeglocke aus dem Jahr 1468.
Wo befindet sich die Igreja de Santa Maria in Sintra?
Die Kirche liegt an der Calçada de Santa Maria im historischen Viertel Arrabalde, direkt unterhalb des Castelo dos Mouros.



