Guide zum Palácio da Pena: Sintras buntes Schloss - Sintra
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Guide zum Palácio da Pena: Sintras buntes Schloss

Sintra, Portugal

Sintras knallbuntes Kronjuwel war vor wenigen Jahrzehnten noch ein tristes Einheitsgrau. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts hatten Vernachlässigung und Witterung die Fassade des Palácio Nacional da Pena völlig verblassen lassen. Als Restauratoren Mitte der 1990er-Jahre das kräftige Gelb und Rot wiederherstellten, protestierten etliche Einheimische, im festen Glauben, die leuchtenden Farben seien eine neumodische Erfindung und nicht der historische Originalanstrich. Heute thront der restaurierte Palast als optische Krone rund 500 Meter über dem Meeresspiegel, erhaben über dem historischen Stadtzentrum und dem benachbarten Castelo dos Mouros. Seit 1995 gehört das Anwesen offiziell zum UNESCO-Welterbe.

Von der Einsiedelei zum königlichen Rückzugsort

Auf dem Gipfel der Serra de Sintra stand ursprünglich eine bescheidene Einsiedelei. Der Legende nach entstand sie nach einer Marienerscheinung auf einer schroffen Felsklippe. 1503 gab König Manuel I. an genau dieser Stelle ein königliches Kloster für den Hieronymitenorden in Auftrag, als monumentales Denkmal für das portugiesische Zeitalter der Entdeckungen.

Das verheerende Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 beschädigte den Komplex schwer, und nach dem Verbot der religiösen Orden in Portugal 1834 verfiel er vollends. 1838 ersteigerte Prinzgemahl Ferdinand II. das ruinöse Kloster samt umliegenden Ländereien bei einer öffentlichen Auktion, um daraus eine königliche Sommerresidenz zu schaffen. Später wurde der Palast zum letzten Rückzugsort von Königin Amélia, die hier im Oktober 1910 ihre letzte Nacht auf portugiesischem Boden verbrachte, bevor sie nach der Ausrufung der Republik ins Exil floh.

Ein Meisterwerk des romantischen Historismus

Erbaut zwischen 1838 und 1854, entstand der Palast nach Entwürfen von Baron Wilhelm Ludwig von Eschwege im Auftrag Ferdinands II. Das Ergebnis gilt weltweit als Paradebeispiel für den romantischen Historismus des 19. Jahrhunderts, eine kühne Mischung aus Neomanuelinik, Neugotik, Neomaurischem Stil und Neorenaissance.

Die leuchtenden Außenfarben lesen sich wie eine historische Landkarte der verschiedenen Bauphasen. Ein warmes Terrakottarot ziert das restaurierte manuelinische Kloster aus dem 16. Jahrhundert samt Uhrturm, während das strahlende Gelb den im 19. Jahrhundert ergänzten Trakt des „Neuen Palastes“ markiert. Ein absoluter Blickfang im inneren Torbogen ist das Triton-Portal. Das kunstvolle Steinrelief zeigt ein mythologisches Ungeheuer, halb Mensch, halb Fisch, das einer Muschel entsteigt, als Sinnbild für die Erschaffung der Welt und Portugals kühne Seereisen.

Palast und Park heute

Hoch oben auf den Gipfeln der Serra de Sintra fängt die Höhenlage des Palastes regelmäßig die feuchte Atlantikluft ein. Dichte, wabernde Nebelschwaden ziehen dann über die Kuppen und hüllen die bunten Fassaden urplötzlich in greifbare Schleier.

Bereits 1910 zum Nationaldenkmal erklärt, wird das staatliche Anwesen heute von Parques de Sintra, Monte da Lua verwaltet. Es ist das ganze Jahr über als Museum geöffnet und von einem weitläufigen, 200 Hektar großen Landschaftspark umgeben. Als eines der meistbesuchten Monumente Portugals empfängt der Palast jährlich rund 1,5 Millionen Gäste und dient gelegentlich als Kulisse für offizielle Staatsempfänge.

FAQ

Warum ist der Palácio da Pena rot und gelb gestrichen?

Die Außenfarben funktionieren wie eine historische Karte der einzelnen Bauphasen: Terrakottarot kennzeichnet das restaurierte Kloster samt Uhrturm aus dem 16. Jahrhundert, während das leuchtende Gelb den im 19. Jahrhundert von Ferdinand II. ergänzten Trakt des „Neuen Palastes“ markiert.

Wer hat den Palácio da Pena erbaut?

Der Palast wurde von Prinzgemahl Ferdinand II. als königliche Sommerresidenz in Auftrag gegeben und zwischen 1838 und 1854 vom deutschen Ingenieur und Amateurarchitekten Baron Wilhelm Ludwig von Eschwege entworfen.

Was ist das Triton-Portal am Palácio da Pena?

Das Triton-Portal ist ein markantes Steinrelief an einem inneren Torbogen des Palastes. Es zeigt ein mythologisches Wesen, halb Mensch, halb Fisch, das einer Muschel entsteigt und symbolisch für die Erschaffung der Welt sowie Portugals historische Seefahrten steht.

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