
Museo Marqués de Dos Aguas: Valèncias Alabasterpalast
Blicke auf das spektakulär verschnörkelte Alabasterportal des Museo Marqués de Dos Aguas, ein Meisterwerk des valencianischen Rokoko. Valèncias berühmteste Eingangstür verwandelt den Namen einer Adelsfamilie in ein aufwendiges, mehrstöckiges Wortspiel aus Stein.
Der Markgraf der zwei Wasser
In der Calle Poeta Querol im historischen Herzen Valèncias gelegen, ist der Palacio del Marqués de Dos Aguas sofort an seinem umwerfenden Hauptportal zu erkennen. Entworfen zwischen 1740 und 1744 vom Maler Hipólito Rovira Meavilla und meisterhaft gemeißelt vom Bildhauer Ignacio Vergara, besteht dieser Eingang im Stil des Rokoko und churrigueresken Barocks komplett aus lichtdurchlässigem, weißem Alabaster. Der helle Stein bildet einen starken Kontrast zur umgebenden Fassade in sanften Pastell- und Ockertönen.
Das Design des Portals nimmt den Titel der Adelsfamilie wörtlich: Markgraf von zwei Wassern. Zwei kolossale Atlanten bewachen den Eingang als Allegorien der beiden Hauptflüsse der Region, dem Turia und dem Júcar. Wasser ergießt sich aus steinernen Amphoren, die diese riesigen Flussgötter halten. In einer Nische über dem Portal thront die Statue von Maria vom Rosenkranz, die Schutzpatronin der Markgrafschaft, umrahmt von gemeißeltem Blattwerk und kaskadierenden Wasserströmen.
Vom gotischen Herrensitz zum Rokokopalast
Ursprünglich stand hier ein gotischer Herrensitz der Familie Rabassa de Perellós, der König Karl II. im Jahr 1699 den Titel des Markgrafen von Dos Aguas verlieh. In den 1740er-Jahren wurde der Palast unter der Leitung von Hipólito Rovira umfassend im Rokokostil umgestaltet. So entstand die Außenfassade, die das Gebäude heute zu einer der Ikonen der Stadt macht.
Mitte des 19. Jahrhunderts veranlasste der damalige Besitzer Vicente Dasí Lluesma weitere Umbauten im Innenbereich. Diese Renovierung brachte Balkone im viktorianischen und französischen Stil, vergoldeten Stuck und seidenbespannte Repräsentationsräume hervor, die bis heute erhalten sind. Doch das Grundstück verbirgt eine noch ältere Geschichte: Bei archäologischen Ausgrabungen in einem der Innenhöfe stieß man 1743 auf römische Artefakte. Die Funde bewiesen, dass das Areal vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. als römische Nekropole diente.
Das Nationale Keramikmuseum
Nachdem Manuel González Martí 1947 seine umfangreiche Keramiksammlung gespendet hatte, erwarb der spanische Staat das Gebäude. 1954 wurde es offiziell als Nationales Museum für Keramik und Kunstgewerbe für das Publikum eröffnet.
Heute zeigt das Museum über 5.000 Jahre Keramikgeschichte und feiert die lange regionale Tradition der Fliesenherstellung aus nahegelegenen Orten wie Manises und Paterna. Die riesige Sammlung reicht von prähistorischen, römischen und islamischen Exponaten über mittelalterliche Kacheln und Porzellan aus Alcora bis hin zu modernen Werken von Pablo Picasso. Neben Keramik stellt das Museum historische Kutschen aus dem 18. Jahrhundert aus und gewährt Einblick in die sorgfältig erhaltenen Palasträume des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude ist von Dienstag bis Sonntag für Besucher geöffnet.
FAQ
Wer hat das Alabasterportal des Museo Marqués de Dos Aguas entworfen?
Das Portal wurde zwischen 1740 und 1744 vom Maler Hipólito Rovira Meavilla entworfen und vom Bildhauer Ignacio Vergara gemeißelt.
Was stellen die Statuen am Eingang des Palastes dar?
Die beiden kolossalen männlichen Figuren sind Flussgötter, die die Flüsse Turia und Júcar darstellen. Sie halten steinerne Amphoren, aus denen Wasser strömt, was den Titel der Familie – Markgraf der zwei Wasser (Dos Aguas) – wörtlich verbildlicht.
Was befindet sich im Museo Marqués de Dos Aguas?
Der Palast beherbergt Spaniens Nationales Museum für Keramik und Kunstgewerbe mit über 5.000 Jahren Keramikgeschichte, Kutschen aus dem 18. Jahrhundert und erhaltenen Palasträumen aus dem 19. Jahrhundert.



