Poseidon-Statue: Carl Milles’ berühmtes Göteborger Wahrzeichen
Tritt vor Carl Milles’ berühmte bronzene Poseidon-Brunnenstatue, die das kulturelle Herz der Stadt beherrscht. Ein hünenhafter Meeresgott aus Bronze, der einst mit seinem Körperbau einen handfesten Skandal auslöste, gilt heute als unangefochtenes Wahrzeichen Göteborgs. Am südlichen Ende des Prachtboulevards Kungsportsavenyn spiegelt das Denkmal die maritime Seele und Geschichte von Schwedens wichtigstem Tor zur Welt wider.
Ein monumentales Meisterwerk
Erschaffen vom schwedischen Bildhauer Carl Milles, ragt die sieben Meter hohe Bronzestatue auf einem muschelförmigen Sockel empor. Poseidon trägt eine stilisierte Muschel auf dem Kopf, während er in der rechten Hand einen wasserspeienden Fisch und in der linken ein großes Schneckengehäuse hält.
Die zentrale Figur thront in einem 1927 installierten Brunnenbecken aus Bronze, dessen 1,2 Meter hohe Wand von sechs kleineren Skulpturen geziert wird. Diese detailreichen Reliefs zeigen Tritonen, Najaden, Meerjungfrauen und allerlei Meeresgetier wie Hummer, Krabben und Korallen.
Plätschernde Wasserfontänen aus Fisch und Becken bilden einen lebendigen Kontrast zur weiten, steingepflasterten Fläche des Götaplatsen. Die dunkelbronzene Gestalt hebt sich dramatisch vor der monumentalen Ziegelfassade und den sieben hohen Bögen des Göteborger Kunstmuseums ab. Von hier aus hast du freie Sicht über die gesamte Länge der Kungsportsavenyn.
Vom Skandal zum Stadtsymbol
Der Götaplatsen wurde ursprünglich für die Göteborger Jubiläumsausstellung 1923 angelegt, damals noch mit einem provisorischen Brunnen aus Gips. Finanziert durch den Spendenfonds von Charles Felix Lindberg, wurde die dauerhafte Bronzestatue am 24. September 1931 feierlich eingeweiht.
Bei ihrer Enthüllung sorgte sie für hitzige moralische Debatten und blankes Entsetzen im Bürgertum. Stein des Anstoßes: die hemmungslose Nacktheit des Meeresgottes, sein extrem muskulöser Körper und seine anatomischen Proportionen. Über die Jahrzehnte mauserte sich der streitbare Gott jedoch zum unumstrittenen Aushängeschild der Stadt.
Bräuche und Kuriositäten
Heute ist der Brunnen ein beliebter Treffpunkt und Kulisse für ausgelassene Feste wie das Göteborger Kulturfestival. Er ist tief in den lokalen Traditionen verwurzelt: Frischgebackene Abiturienten und Absolventen der Chalmers-Universität springen zur Feier des Tages gern mitten ins Becken. Über die Jahrzehnte erlaubten sich Göteborger außerdem so manchen Mitternachtsscherz und steckten die bronzene Gottheit in übergroße Kleidung, Hüte oder Schals.
Die Statue birgt auch ein paar pikante Geheimnisse. Seit jeher wird gerätselt, wer für das Gesicht Modell stand, gemunkelt wird über Museumsdirektor Axel Romdahl oder Theaterregisseur Knut Ström. Und wer von den Stufen des nahen Göteborger Konzerthauses aus einem ganz bestimmten Winkel hinüberblickt, erlebt eine optische Täuschung: Der Fisch in Poseidons rechter Hand fluchtet exakt mit seiner Leistengegend und beschert dem Meeresgott einen überdimensionalen Phallus.
FAQ
Wann wurde die Poseidon-Statue in Göteborg errichtet?
Das bronzene Brunnenbecken wurde am 20. November 1927 aufgestellt, und die von Carl Milles geschaffene zentrale Poseidon-Statue wurde am 24. September 1931 feierlich eingeweiht.
Warum war die Poseidon-Statue bei ihrer Enthüllung so umstritten?
Als die Statue 1931 enthüllt wurde, löste sie wegen ihrer Nacktheit, des muskulösen Körpers und der anatomischen Proportionen heftige moralische Debatten aus, bevor sie schließlich zum geliebten Wahrzeichen der Stadt wurde.
Was machen Absolventen am Poseidon-Brunnen?
Es ist eine lokale Tradition, dass Abiturienten und Absolventen der Chalmers-Universität zur Feier ihres Abschlusses in das Brunnenbecken springen.
