Conquest House: Wo die Ermordung Beckets geplant wurde - Canterbury
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Conquest House: Wo die Ermordung Beckets geplant wurde

Canterbury, United-kingdom

In der Palace Street in Canterbury steht das Conquest House, ein faszinierendes Gebäude, dessen Fachwerk von der langen Geschichte der Stadt erzählt. Obwohl sein Äußeres einen rein mittelalterlichen Ursprung vermuten lässt, ist die Geschichte des Hauses ein komplexes Geflecht aus architektonischen Schichten und entscheidenden historischen Ereignissen.

Eine trügerische Fassade

Die aufwendige Fachwerkfassade des Conquest House, die viele für original halten, ist größtenteils ein Anbau aus dem 19. Jahrhundert im Stil der späten Tudor- oder jakobinischen Zeit. Diese spätere Fassade verbirgt eine wesentlich ältere Bausubstanz. Die wahren Ursprünge des Gebäudes reichen bis in die normannische Zeit zurück und es sind bedeutende frühe Elemente erhalten, darunter ein normannischer Gewölbekeller und eine Halle mit Galerie aus dem 14. Jahrhundert. Es gibt sogar Hinweise auf römische Vorgängerbauten an dieser Stelle, was das Gebäude zu einer gebauten Zeitachse der Entwicklung Canterburys macht.

Das Komplott zur Ermordung eines Erzbischofs

Das Conquest House nimmt einen düsteren, aber zentralen Platz in der englischen Geschichte ein. Am 29. Dezember 1170 wurde dieses Haus, das damals einem Mann namens Gilbert der Bürger gehörte, zum Treffpunkt für vier Ritter: Reginald FitzUrse, Hugh de Moreville, William de Tracy und Richard le Breton. Angestachelt von den frustrierten Wutausbrüchen König Heinrichs II. gegen Erzbischof Thomas Becket versammelten sich die Ritter hier, um dessen Ermordung zu planen.

Zuerst ließen sie ihre Waffen im Haus, um Becket im nahegelegenen Bischofspalast zur Rede zu stellen. Nachdem es ihnen nicht gelungen war, den Erzbischof zum Einlenken zu bewegen, kehrten die Ritter zum Conquest House zurück, um sich zu bewaffnen. Anschließend gingen sie zur Kathedrale von Canterbury und ermordeten Becket in dem Bereich, der heute als „The Martyrdom“ bekannt ist. Dieses Ereignis machte Becket zu einem Heiligen und Canterbury zu einem der wichtigsten Pilgerziele Europas.

Königliche Verbindungen und heutige Nutzung

Über seine Verbindung zum Mord an Becket hinaus ist das Haus auch Zeuge anderer historischer Momente. Ein Kamin aus dem 17. Jahrhundert im Inneren zeigt eine kunstvolle Wappenschnitzerei, die an die Hochzeit von König Karl I. mit Henrietta Maria im Jahr 1625 erinnert, die in der Kathedrale von Canterbury stattfand.

Heute ist das Conquest House weiterhin Teil des pulsierenden Stadtlebens von Canterbury. Im Erdgeschoss befindet sich ein Lebensmittelgeschäft mit Schwerpunkt auf frischen Erzeugnissen und umweltfreundlichen Artikeln. In den oberen Stockwerken ist eine Galerie für zeitgenössische Kunst untergebracht, die Werke von lokalen und internationalen Künstlern ausstellt und verschiedene Kurse und Kunsthandwerksmärkte veranstaltet. Darüber hinaus befinden sich in dem Gebäude auch Wohnungen.

FAQ

Wofür ist das Conquest House in Canterbury berühmt?

Das Conquest House ist vor allem dafür bekannt, dass sich hier am 29. Dezember 1170 vier Ritter trafen, um die Ermordung von Thomas Becket, dem Erzbischof von Canterbury, zu planen.

Ist das Fachwerk des Conquest House original?

Nein, die markante Fachwerkfassade ist größtenteils ein Anbau aus dem 19. Jahrhundert. Die Bausubstanz des Gebäudes ist wesentlich älter, stammt aus der Normannenzeit und umfasst einen normannischen Gewölbekeller und eine Halle aus dem 14. Jahrhundert.

Was befindet sich heute im Conquest House?

Heute befindet sich im Erdgeschoss des Conquest House ein Lebensmittelgeschäft. Die oberen Stockwerke beherbergen eine Galerie für zeitgenössische Kunst und das Gebäude umfasst auch Wohnungen sowie Räumlichkeiten, die man mieten kann.

Gibt es im Conquest House noch weitere historische Merkmale?

Ja, im Inneren des Hauses gibt es einen Kamin aus dem 17. Jahrhundert mit einem geschnitzten Wappen, das an die Hochzeit von König Karl I. und Henrietta Maria im Jahr 1625 in der Kathedrale von Canterbury erinnert.

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