Ziel

Die Animal Wall: Cardiffs historische Steinmenagerie

Cardiff, United-kingdom

Bestaune die verspielten Steintierskulpturen von William Burges aus dem Jahr 1866, die neugierig von der historischen Mauer am Rande des Bute Park herabblicken. Direkt an der Castle Street gelegen, bildet die Animal Wall den perfekten Übergang zwischen dem neugotischen Uhrenturm von Cardiff Castle und dem satten Grün des Bute Park. Entlang der Flaniermeile, die das Schlossviertel mit dem Fluss Taff verbindet, setzt sie ein unverwechselbares visuelles Ausrufezeichen.

Eine viktorianische Menagerie zieht um

Das denkmalgeschützte Kalksteinbauwerk verdankt seine Existenz dem neugotischen Architekten William Burges, der es für John Crichton-Stuart, den 3. Marquess of Bute, entwarf. Burges plante die Mauer bereits 1866 im Zuge seines monumentalen Umbaus von Cardiff Castle, starb jedoch 1881, noch bevor die Tierskulpturen gemeißelt werden konnten. Sein Assistent William Frame übernahm schließlich die Bauleitung und die Aufsicht über die Bildhauerarbeiten.

Ursprünglich stand die Mauer direkt vor dem Schlosseingang an der Castle Street. In den 1920er-Jahren sorgte der aufkommende Autoverkehr dort allerdings für ständige Staus. Um Platz für die Verbreiterung der Castle Street und Duke Street zu schaffen, wurde das gesamte Bauwerk kurzerhand abgetragen und etwa 50 Meter weiter westlich wieder aufgebaut. Dort dient es bis heute als kunstvolle Begrenzung des Bute Park.

Die Geschichte zweier Bildhauer

Insgesamt 15 Steintiere thronen auf der Mauer, vollendet in zwei getrennten Etappen. Die ersten neun Gestalten schuf Thomas Nicholls aus Lambeth zwischen den späten 1880er-Jahren und 1891. Diese Originale aus dem 19. Jahrhundert klettern in lebendigen, fast schon theatralischen Posen über die Mauerabdeckung. Ihr besonderer Clou: eingesetzte Glasaugen, die Passanten anfunkeln, und eine ehemals naturgetreue Bemalung.

Nach der Versetzung der Mauer in den 1920ern war die neue Strecke länger, also mussten mehr Figuren her. Der 4. Marquess of Bute beauftragte den schottischen Bildhauer Alexander Carrick, zwischen 1928 und 1931 sechs weitere Kreaturen beizusteuern. Bei genauerem Hinsehen lassen sich die beiden Generationen leicht unterscheiden: Carricks Neuzugängen aus den 1930er-Jahren fehlen die markanten Glasaugen.

Kuriositäten und Restaurierungen

Die Menagerie versammelt ein buntes Völkchen: zwei Paviane, einen Pelikan, Waschbären, einen Luchs, einen Geier, einen Bären, einen Wolf, eine Hyäne, einen Leoparden, einen Biber, eine Robbe und zwei Löwen mit Wappenschilden. Die Tiere beflügelten die Fantasie der Einheimischen derart, dass die Zeitung South Wales Echo 1933 eine Fortsetzungsgeschichte für Kinder von Dorothy Howard Rowlands druckte. Darin bekamen die Steinskulpturen eigene Namen und Persönlichkeiten, darunter „Robbe William“ und „Pelikan Priscilla“.

Heute ist die Animal Wall ein frei zugängliches Kulturdenkmal für alle, die zu Fuß unterwegs sind. Im Rahmen des Bute Park Restoration Project wurde sie 2010 und 2011 umfassend saniert. Dabei brauchte der steinerne Ameisenbär eine brandneue Nase, weil sein Original über die Jahrzehnte immer wieder beschädigt und abgeschlagen worden war.

FAQ

Wie viele Tiere sitzen auf der Animal Wall in Cardiff?

Auf der Mauer sitzen insgesamt 15 Steintiere. Die ersten neun schuf Thomas Nicholls zwischen den späten 1880er-Jahren und 1891, sechs weitere meißelte Alexander Carrick zwischen 1928 und 1931.

Warum haben manche Skulpturen auf der Animal Wall keine Glasaugen?

Die ursprünglichen neun Tiere, die Thomas Nicholls im 19. Jahrhundert schuf, besitzen eingesetzte Glasaugen. Bei den sechs weiteren Figuren, die Alexander Carrick Ende der 1920er- und Anfang der 1930er-Jahre für die verlängerte Mauer meißelte, wurde auf Glasaugen verzichtet.

Wo befindet sich die Animal Wall?

Die Animal Wall verläuft entlang der Castle Street im Stadtzentrum von Cardiff und bildet die Grenze zwischen Cardiff Castle und dem Eingangsbereich des Bute Park.

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