
Chesters antike römische Säulen: ein römisches Erbe
Die antiken römischen Säulen und Architekturfragmente, die in Chester zu sehen sind, bieten eine greifbare Verbindung zur imperialen Vergangenheit der Stadt als Festung Deva Victrix. Viele dieser beeindruckenden steinernen Überreste befinden sich jedoch nicht mehr an ihrem ursprünglichen Ort. Die meisten sind in den Römischen Gärten von Chester ausgestellt, einem öffentlichen Raum, der im 20. Jahrhundert absichtlich gestaltet wurde, um diese geborgenen Stücke Geschichte zu präsentieren.
Die Gründung von Deva Victrix
Chesters römische Geschichte begann mit der Errichtung der Legionsfestung Deva Victrix um 70–79 n. Chr. unter der Herrschaft von Kaiser Vespasian. Strategisch auf einer Sandsteinklippe mit Blick auf den Fluss Dee gelegen, war die Festung entscheidend für die römischen Feldzüge gegen lokale Stämme. Der Bau wurde von der Legio II Adiutrix begonnen, doch die Festung ist bekannter für ihre Verbindung mit der Legio XX Valeria Victrix, die dort über 300 Jahre lang stationiert war. Ursprünglich aus Holz gebaut, wurde die Festung später aus Stein wieder aufgebaut, ein Zeugnis ihrer langfristigen Bedeutung. Die römische Präsenz endete mit ihrem Abzug aus Britannien im späten 4. oder frühen 5. Jahrhundert.
Eine Sammlung von Fragmenten
Die heute ausgestellten Säulen und Artefakte wurden nicht in ihrer jetzigen Anordnung entdeckt. Stattdessen sind sie eine Sammlung von Fragmenten, die bei Ausgrabungen und Reparaturen an den mittelalterlichen Stadtmauern im 19. Jahrhundert zutage gefördert wurden. Jahrhundertelang waren römische Steinmetzarbeiten als Baumaterial wiederverwendet worden. Diese geborgenen Stücke stammten von einigen der bedeutendsten Bauten Devas, darunter die Hauptbäder und das Hauptquartier der Legion. Die beeindruckende Größe dieser ursprünglichen Gebäude war bemerkenswert, da die Festung Deva Victrix etwa 20 Prozent größer war als andere römische Festungen in Britannien, was einige Historiker zu der Annahme veranlasst, dass sie als Provinzhauptstadt geplant war.
Die Entstehung der Römischen Gärten
Die Römischen Gärten von Chester wurden 1949 von Charles Greenwood und Graham Webster, dem damaligen Kurator des Grosvenor Museums, offiziell angelegt. Das Projekt war Teil von Chesters Beitrag zum Festival of Britain 1951 und umfasste die Anordnung der gesammelten römischen Fragmente in einer malerischen Parkanlage. Das Gelände selbst hat eine jüngere Industriegeschichte: Von 1781 bis 1917 befand sich hier eine Fabrik für Tontabakpfeifen. Im Jahr 2000 wurden die Gärten neugestaltet, um das Besuchererlebnis zu verbessern.
Chesters römische Überreste heute
Heute dienen die Römischen Gärten als ruhiger öffentlicher Park, in dem man die antiken Ruinen besichtigen kann. Informationstafeln liefern den Kontext zu den verschiedenen ausgestellten Artefakten. Der Ort wird von Einheimischen für Picknicks und als malerischer Weg zum Fluss Dee genutzt, und es finden hier im Sommer auch Veranstaltungen wie Open-Air-Kinovorführungen statt. Außerhalb der Gärten sind weitere römische Säulenfüße vor dem Coach House Inn in der Northgate Street ausgestellt, und noch mehr Fragmente sind durch einen Glasboden im Untergeschoss eines Pret a Manger in derselben Straße sichtbar.
FAQ
Befinden sich die römischen Säulen in Chester an ihrem ursprünglichen Ort?
Nein, die römischen Säulen und Fragmente in den Römischen Gärten von Chester befinden sich nicht an ihren ursprünglichen Standorten. Sie wurden bei verschiedenen Ausgrabungen in der Stadt geborgen und in den Gärten, die 1949 angelegt wurden, wieder zusammengesetzt.
Wann wurde die römische Festung in Chester erbaut?
Die römische Festung, bekannt als Deva Victrix, wurde um 70–79 n. Chr. unter der Herrschaft von Kaiser Vespasian gegründet. Der Bau wurde von der Legio II Adiutrix begonnen und später von der Legio XX Valeria Victrix besetzt.
Woher stammen die Fragmente in den Römischen Gärten?
Die Fragmente wurden bei verschiedenen Ausgrabungen im 19. Jahrhundert in und um Chester geborgen. Viele wurden als wiederverwendetes Baumaterial in den mittelalterlichen Stadtmauern gefunden und stammten ursprünglich von wichtigen römischen Bauten wie den Hauptbädern und dem Hauptquartier der Legion.
Was befand sich auf dem Gelände der Römischen Gärten, bevor sie angelegt wurden?
Bevor die Römischen Gärten von Chester 1949 angelegt wurden, befand sich auf dem Gelände eine Fabrik für Tontabakpfeifen, die von etwa 1781 bis 1917 in Betrieb war.



