Kirche St. Johannes der Täufer: Chesters erste Kathedrale - Chester
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Kirche St. Johannes der Täufer: Chesters erste Kathedrale

Chester, United-kingdom

Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer ist ein prachtvoller anglikanischer Sandsteinbau in Chester und ein Gotteshaus, dessen Ursprünge bis ins 7. Jahrhundert zurückreichen. Etwas außerhalb der Stadtmauern auf einer Klippe über dem Fluss Dee gelegen, zeugen diese prächtige Kirche und ihre stimmungsvollen Ruinen von Jahrhunderten englischer Geschichte, Architektur und Glaubens.

Eine königliche und kirchliche Geschichte

Angeblich wurde die Kirche 689 n. Chr. vom angelsächsischen König Aethelred von Mercia gegründet und hat somit tiefe historische Wurzeln. Ein bedeutendes Ereignis fand 973 n. Chr. statt, als König Edgar der Friedfertige nach seiner Krönung einen königlichen Rat in der Kirche abhielt, nachdem er sich von tributpflichtigen Königen den Fluss Dee hatte hinaufrudern lassen. Der Status der Kirche wurde 1075 erhöht, als Bischof Peter de Leia seinen Bischofssitz von Lichfield hierher verlegte und St. John’s zur Kathedrale für West-Mercia machte.

Obwohl der Bischofssitz bereits 1102 nach Coventry verlegt wurde, behielt St. John's bis zur Reformation eine Art Kathedral- oder Konkathedralstatus. Mit der Gründung der neuen Diözese Chester im Jahr 1541 befand sich der Bischofssitz kurzzeitig in St. John's, bevor er in die ehemalige Abtei St. Werburgh verlegt wurde, die heutige Kathedrale von Chester. St. John's wurde daraufhin zu einer Pfarrkirche, eine Rolle, die sie bis heute erfüllt.

Architektonische Pracht und bauliche Katastrophen

Die Kirche St. Johannes der Täufer gilt als das schönste Beispiel für Kirchenarchitektur des 11. und 12. Jahrhunderts in Cheshire. Sie wurde hauptsächlich aus Sandstein erbaut und veranschaulicht den bedeutenden Übergang von der robusten Romanik zur eleganteren Gotik. Die Geschichte des Gebäudes ist jedoch von einer Reihe dramatischer Einstürze geprägt. Der Mittelturm stürzte 1468 ein, gefolgt von den Westtürmen 1572 und 1574. Der Nordwestturm wurde wieder aufgebaut, stürzte aber 1881 erneut ein. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten wurden im 19. Jahrhundert von den Architekten R. C. Hussey und John Douglas durchgeführt, um das historische Bauwerk zu erhalten.

Vom Bürgerkrieg zum Gemeindezentrum

Während des Englischen Bürgerkriegs nutzten die parlamentarischen Truppen die strategische Lage der Kirche. Im Jahr 1645 besetzten „Roundhead“-Truppen die Kirche und nutzten sie während der Belagerung von Chester als Geschützplattform, um die von den Royalisten gehaltene Stadt zu bombardieren. Heute ist St. Johannes der Täufer eine aktive Pfarrgemeinde der Church of England, in der regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Sie dient auch als lebendiger Gemeindetreffpunkt mit einem Café, wöchentlichen Liederabenden, Orchesterkonzerten und historischen Veranstaltungen, die an ihre lange Vergangenheit anknüpfen. Die weitläufigen Ruinen östlich der Kirche sind ein geschütztes Baudenkmal (Scheduled Ancient Monument), das für die Öffentlichkeit zugänglich ist und für archäologische Studien genutzt wird.

Besonderheiten und Kuriositäten

Im Inneren der Kirche befinden sich zahlreiche Schätze. Die Orgel wurde ursprünglich für die Krönung von Königin Victoria im Jahr 1838 in der Westminster Abbey gebaut und per Kanalboot nach Chester transportiert. Weitere bemerkenswerte Merkmale sind Fragmente angelsächsischer Steinkreuze und eine verblasste Wandmalerei von Johannes dem Täufer im Nordschiff. In den Ruinen des Westturms ist ein bemerkenswerter Sarg aus dem 11. Jahrhundert ausgestellt, der aus einem einzigen Eichenblock geschnitzt wurde. Er wurde im 19. Jahrhundert bei Grabarbeiten entdeckt. Viele alte Grabsteine vom Kirchhof wurden zudem als Pflastersteine für die Gehwege rund um die Kirche wiederverwendet.

FAQ

War die Kirche St. John’s die ursprüngliche Kathedrale von Chester?

Ja, die Kirche St. Johannes der Täufer diente ab 1075 als erste Kathedrale von Chester. Sie behielt den Status einer Konkathedrale bis 1541, als der Bischofssitz endgültig in die heutige Kathedrale von Chester verlegt und St. John's zur Pfarrkirche wurde.

Was sind die Ruinen neben der Kirche St. John’s?

Die Ruinen sind die Überreste der östlichen und westlichen Teile der ursprünglichen, größeren normannischen Kirche. Eine Reihe von Einstürzen, darunter der des Mittelturms 1468 und der Westtürme 1574 und 1881, hinterließen diese Abschnitte als Ruinen. Heute sind sie ein geschütztes Baudenkmal (Scheduled Ancient Monument).

Was ist das Besondere an der Orgel in der Kirche St. John’s?

Die Orgel der Kirche hat eine königliche Verbindung. Sie wurde ursprünglich 1838 für die Krönung von Königin Victoria in der Westminster Abbey gebaut und später mit einem Kanalboot nach Chester gebracht.

Ist die Kirche St. Johannes der Täufer in Chester noch aktiv?

Ja, sie ist eine aktive Pfarrkirche der Church of England mit regelmäßigen Gottesdiensten. Sie veranstaltet auch Konzerte, Liederabende, betreibt ein Café und organisiert historische Events. Die Kirche und die angrenzenden Ruinen sind für Besucher geöffnet.

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