King Charles Tower: Chesters Wahrzeichen aus dem Bürgerkrieg - Chester
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King Charles Tower: Chesters Wahrzeichen aus dem Bürgerkrieg

Chester, United-kingdom

Der King Charles Tower ist ein markanter Teil der historischen Stadtmauer von Chester, ein mittelalterliches Bauwerk mit jahrhundertealter Geschichte, das für seine Verbindung zum Englischen Bürgerkrieg berühmt ist. Dieses denkmalgeschützte Bauwerk der höchsten Stufe (Grade I) aus rotem Schichtsandstein ist ein Zeugnis der strategischen Bedeutung und des bleibenden Erbes der Stadt.

Mittelalterliche Ursprünge und die Rolle der Zünfte

Die Ursprünge des Turms reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, als er als mittelalterlicher Wachturm erbaut und ursprünglich als Newton Tower bezeichnet wurde. Er war ein entscheidender Teil der Verteidigungsanlagen von Chester. Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Turm an städtische Zünfte verpachtet, darunter die der Maler und Schreiber (Painters and Stationers) sowie die der Barbiere und Kerzenzieher (Barbers and Chandlers), die für seine Instandhaltung verantwortlich waren.

Im Jahr 1613 nahmen diese Zünfte eine umfassende Restaurierung vor. Sie brachten über der Tür ein geschnitztes Phönix-Emblem an, ein Symbol der Erneuerung, das dem Bauwerk seinen alternativen Namen Phoenix Tower einbrachte. Dieser Name ist auch heute noch gelegentlich in Gebrauch.

Die königliche Legende aus dem Bürgerkrieg

Die berühmteste Verbindung des Turms ist die zu König Karl I. Eine Gedenktafel am Turm erinnert an die Legende, nach der der König am 24. September 1645 hier stand, um die Niederlage seiner royalistischen Armee in der Schlacht von Rowton Heath während des Englischen Bürgerkriegs mitanzusehen. Dieses entscheidende Ereignis schwächte die Position der Royalisten erheblich.

Während der Belagerung von Chester (1645–1646) war der Turm eine aktive Verteidigungsstellung, in der auf jeder Etage eine Kanone untergebracht war, und wurde dabei beschädigt. Einige Historiker, wie Simon Ward, zweifeln jedoch an der Legende vom königlichen Aussichtspunkt. Sie argumentieren, dass es unmöglich gewesen wäre, die Schlacht vom Turm aus zu sehen, und dass der König sie wahrscheinlich von der höher gelegenen Kathedrale von Chester aus beobachtete. Dabei berufen sie sich auf den Augenzeugenbericht eines Hauptmanns, der in der Nähe des Königs durch einen Querschläger getötet wurde.

Vom Wehrturm zur Touristenattraktion

Nach dem Krieg ließ die militärische Bedeutung des Turms nach und im 19. Jahrhundert machte ihn seine Verbindung zu König Karl I. zu einer Touristenattraktion. Im Laufe der Jahre diente er verschiedenen kommerziellen Zwecken, beherbergte zeitweise einen Grafikhändler und wurde später als Privatmuseum betrieben. Im Inneren des zweistöckigen Bauwerks finden sich noch heute historische Graffiti in Form von eingeritzten Initialen.

Der Turm heute

Der King Charles Tower ist nach wie vor eine wichtige Sehenswürdigkeit für alle, die auf der Stadtmauer von Chester spazieren gehen. Obwohl der Innenraum normalerweise nicht öffentlich zugänglich ist, kann er gelegentlich bei besonderen Veranstaltungen wie den Heritage Open Days besichtigt werden, die von Freiwilligen von Organisationen wie dem Cheshire Historic Buildings Preservation Trust organisiert werden.

Informationstafeln geben Auskunft über seine reiche Geschichte. Im Jahr 2013 wurde der Bereich um den Turm, eine Art Mini-Park zwischen dem Bauwerk und dem Shropshire-Union-Kanal, mit neuen Wegen und einer architektonischen Beleuchtung neugestaltet, was den Ort für Einheimische und Touristen gleichermaßen aufwertet.

FAQ

Hat König Karl I. die Schlacht wirklich vom Turm aus beobachtet?

Eine Gedenktafel am Turm besagt, dass König Karl I. von dort aus am 24. September 1645 die Niederlage seiner Armee beobachtete. Einige Historiker gehen jedoch davon aus, dass er die Schlacht wahrscheinlicher vom höher gelegenen Aussichtspunkt der Kathedrale von Chester aus verfolgte, da es schwierig gewesen wäre, sie vom Turm aus zu sehen.

Welche anderen Namen hat der King Charles Tower?

Der King Charles Tower war unter zwei weiteren Namen bekannt. Im 13. Jahrhundert hieß er ursprünglich Newton Tower. Nach einer Restaurierung durch die städtischen Zünfte im Jahr 1613 wurde er wegen eines Phönix-Emblems über der Tür in Phoenix Tower umbenannt.

Kann man den King Charles Tower von innen besichtigen?

Der King Charles Tower ist für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich. Er wird jedoch gelegentlich für besondere Veranstaltungen wie die Heritage Open Days geöffnet, sodass Besucher die beiden Innenetagen erkunden können.

Woraus besteht der King Charles Tower?

Der King Charles Tower ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk der höchsten Kategorie (Grade I) und besteht aus rotem Schichtsandstein. Er hat einen halbrunden Grundriss und ist ungefähr 70 Fuß (21 Meter) hoch.

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