
Philadelphia Alley: Charlestons historische Gasse
Die Philadelphia Alley ist eine ruhige, malerische Fußgängerpassage, die die Queen Street und die Cumberland Street in Charleston, South Carolina, miteinander verbindet. Gesäumt von historischen Backsteinmauern und makellos restaurierten Wohnhäusern im Colonial-Revival-Stil, bietet sie einen ruhigen Rückzugsort für Fotografen und Geschichtsinteressierte.
Vom Privatweg zur öffentlichen Straße
Die Geschichte der Gasse beginnt Mitte des 18. Jahrhunderts, als der schottische Kaufmann Francis Kinloch Land kaufte und einen privaten Durchgang anlegte, um die Mietshäuser hinter seinem Wohnhaus zu erreichen. Dieser Durchgang war anfangs als Kinloch’s Court bekannt. Er bekam auch den Spitznamen „Cow Alley“ (Kuhgasse), wahrscheinlich weil er als Weg diente, um Vieh zum Rindfleischmarkt zu treiben, der sich an der Stelle des heutigen Rathauses von Charleston befand.
Eine Geschichte von Feuer und Freundschaft
Die Gegend wurde 1796 und erneut 1810 von verheerenden Bränden heimgesucht. Nach dem zweiten Brand leistete die Stadt Philadelphia großzügige finanzielle Hilfe, um den Wiederaufbau von Charleston zu unterstützen. Als Geste der Dankbarkeit benannte der Stadtrat von Charleston, unter dem Einfluss von Persönlichkeiten wie dem Richter am Obersten Gerichtshof der USA, William Johnson, Kinloch‘s Court im Jahr 1811 offiziell in Philadelphia Street um.
Ein legendärer Duellplatz
Mit der Zeit erlangte die Gasse den düsteren Ruf eines Duellplatzes. Lokale Legenden besagen, dass in dem schmalen Durchgang zahlreiche tödliche Duelle stattfanden. Ein gut dokumentierter Vorfall ereignete sich 1786, als Dr. Joseph Brown Ladd, ein junger Arzt, in einem Duell mit Ralph Isaacs III. tödlich erschossen wurde. Die Legende besagt auch, dass General William Moultrie hier einst ein Degen-Duell ausgetragen haben soll.
Entwicklung und heutige Bedeutung
Zwischen 1838 und 1839 wurde der Durchgang um rund 18 Meter verkürzt, als die Cumberland Street verbreitert wurde. Jahrzehntelang war die Gasse als Philadelphia Street bekannt, bevor sie 1952 offiziell den Namen Philadelphia Alley erhielt. Der Zustand der Gasse verschlechterte sich mit der Zeit, und in einem Zeitungsartikel von 1935 hieß es, einige Einwohner Philadelphias hätten gefordert, den Namen ihrer Stadt von dieser verwahrlosten Gasse zu entfernen. Doch ein Verschönerungsprojekt im Jahr 2006 verhalf ihr wieder zu ihrem alten Charme. Heute ist sie ein gefeierter historischer Ort und diente sogar als Drehort für das Musikvideo zu „Come Back Song“ des aus Charleston stammenden Sängers Darius Rucker. Interessanterweise enthält eine Gedenktafel, die während einer Restaurierung im 21. Jahrhundert in der Gasse angebracht wurde, mehrere sachliche Fehler und Ungereimtheiten.
FAQ
Warum heißt sie Philadelphia Alley?
Sie wurde 1811 als Geste des Dankes an die Stadt Philadelphia, die Charleston nach verheerenden Bränden finanziell unterstützt hatte, in Philadelphia Street umbenannt. Ihren offiziellen Namen Philadelphia Alley erhielt sie 1952.
Wie hieß die Philadelphia Alley ursprünglich?
Ursprünglich war die Gasse ein privater Weg namens Kinloch's Court, den der Kaufmann Francis Kinloch Mitte des 18. Jahrhunderts anlegte. Sie war auch unter ihrem inoffiziellen Spitznamen „Cow Alley“ (Kuhgasse) bekannt.
Wurde die Philadelphia Alley wirklich für Duelle genutzt?
Ja, die Gasse erlangte den Ruf, ein Ort für Duelle zu sein. Ein bekanntes Duell im Jahr 1786 endete mit dem Tod von Dr. Joseph Brown Ladd. Weitere Duelle sind Teil der Legenden, die sich um diesen Ort ranken.
Ist die Philadelphia Alley öffentlich zugänglich?
Ja, die Philadelphia Alley ist ein öffentlicher Fußgängerdurchgang, der die Queen Street und die Cumberland Street in Charleston miteinander verbindet. Die Gasse ist ein beliebter Ort zum Fotografieren und um in Ruhe ein Stück Stadtgeschichte auf sich wirken zu lassen.



