Oude Markt in Löwen: Die längste Theke Europas - Leuven
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Oude Markt in Löwen: Die längste Theke Europas

Leuven, Belgium

Was heute als „längste Theke Europas“ gefeiert wird, war nicht immer eine Feiermeile, sondern einst das mittelalterliche Handelszentrum der Stadt. Der Oude Markt ist ein lebendiger Platz, an dem prachtvolle Giebelhäuser die legendäre Freiluft-Terrassenkultur Löwens einrahmen. Hier treffen die ehrwürdigen Mauern der KU Leuven ganz ungezwungen auf das bunte Treiben der Studierenden.

Ein mittelalterlicher Marktplatz

Um 1150 von den Grafen von Löwen angelegt, diente der 174 Meter lange Platz ursprünglich als wichtigster Marktplatz der Stadt. Seinen Namen „Oude Markt“ (Alter Markt) erhielt er im 15. Jahrhundert, als nur wenige Schritte entfernt der heutige Grote Markt entstand.

Trotz der städtebaulichen Veränderungen blieb der Platz über Jahrhunderte ein Umschlagplatz für Getreide, Tuche und Waffen. Kaum zu glauben: Bis in die 1970er-Jahre fand man am Oude Markt ganz gewöhnliche Einzelhändler wie Lebensmittel- und Farbengeschäfte, und freitags wurde hier der traditionelle Wochenmarkt abgehalten.

Die längste Theke Europas

Heute ist die Fußgängerzone das pulsierende Herz des Nachtlebens für Studierende, Einheimische und Gäste. Weil sich hier rund 40 Bars, Cafés und Restaurants lückenlos aneinanderreihen, gilt der Platz weithin als die „längste Theke Europas“.

Die Geräuschkulisse des Platzes verändert sich im Tagesverlauf spürbar. Tagsüber hallen Schritte über das Kopfsteinpflaster, untermalt vom Klappern des Geschirrs auf den Terrassen. Nach Einbruch der Dunkelheit weicht diese Ruhe wummernden Bässen, Livemusik und dem Stimmengewirr hunderter Menschen auf den dicht besetzten Freisitzen.

Architektonische Widerstandskraft

Im August 1914, bei der Zerstörung Löwens im Ersten Weltkrieg, steckten deutsche Truppen die umliegenden Häuser und den Bibliotheksflügel der Universitätshalle in Brand. In den 1920er-Jahren wurde der Platz wiederaufgebaut, um seinen traditionellen regionalen Baustil des 17. und 18. Jahrhunderts wiederherzustellen.

Heute säumen bedeutende Bauten das Pflaster, darunter der klassizistische Rega-Flügel der Universitätshalle und das Heilige-Dreifaltigkeits-Kolleg. Zudem schmücken zwei historische Steinpumpen den Platz, allen voran die Collegepomp aus dem Jahr 1724.

Denkmäler und lokale Traditionen

Ein echter Blickfang ist die 1985 vom Bildhauer Fred Bellefroid geschaffene Bronzestatue „De Kotmadam“. Sie ist den Zimmerwirtinnen gewidmet, die früher Unterkünfte an Studierende vermieteten. Ihre Enthüllung sorgte damals für leise Kontroversen, da der Künstler keine resolute ältere Matrone verewigte, sondern eine attraktive junge Frau.

Der Oude Markt ist zudem die Bühne für große jährliche Events. Beim Kulinarikfestival „Hapje-Tapje“ im August verwandelt sich das Kopfsteinpflaster in eine Rennstrecke für das traditionelle Kellnerrennen, bei dem lokale Barkeeper mit voll beladenen Tabletts über den Platz sprinten. Im Juli locken die freitäglichen „Beleuvenissen“-Konzerte Musikfans an, und jeden September startet hier die Einführungswoche für die neuen Studierenden.

FAQ

Warum wird der Oude Markt als längste Theke Europas bezeichnet?

Diesen Titel verdankt der Oude Markt der lückenlosen Aneinanderreihung von rund 40 Bars, Cafés und Restaurants rund um den Platz.

Was hat es mit der Statue „De Kotmadam“ auf sich?

„De Kotmadam“ ist eine 1985 geschaffene Bronzestatue des Bildhauers Fred Bellefroid, die an die Zimmerwirtinnen erinnert, die einst Zimmer an Studierende vermieteten.

Welche jährlichen Veranstaltungen finden auf dem Oude Markt statt?

Auf dem Platz finden beliebte Großveranstaltungen statt, darunter die sommerlichen „Beleuvenissen“-Konzerte an den Freitagen im Juli, die Einführungswoche der Universität im September und das Genussfestival „Hapje-Tapje“ im August samt dem traditionellen Kellnerrennen.

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Photo by Stefan Vossemer via Google Maps

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